Judge Dredd

  • Informationen zum Film
  • Judge Dredd

  • Originaltitel:
    Judge Dredd
    Genre:
    Action, Krimi, Thriller, Sci-Fi
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    1995
    Kinostart Deutschland:
    24.08.1995
    Kinostart USA:
    30.06.1995
    Verleiher Deutschland:
    Tobis Film
  • Inhalt
  • Man schreibt das dritte Jahrtausend. Nukleare Kriege und ökologische Katastrophen haben die Erde verwüstet. Staaten existieren nicht mehr. Übriggeblieben von der menschlichen Zivilisation sind drei Weltstädte: Megacity I, II und III. Zerstörung und Korruption sind an der Tagesordnung. Und dennoch ist diese Vorhölle besser, als die "Verfluchte Zone", die verwüstete Stadt außerhalb der Megacities. Dorthin verbannt zu werden ist schlimmer, als der Tod. Aus dem Chaos hat sich ein neues, radikales Rechtssystem erhoben, das System der Judges. Sie sind Polizisten, Richter und Vollstrecker zugleich. Judge Dredd (Sylvester Stallone) ist eine lebende Legende in Megacity I. Er ist die Verkörperung der neuen Justiz.

  • Filmkritik

  • Wer Rocky und Rambo in einer Person verkörpert, der hat auch das Anrecht, bei seinem Job als Schauspieler mal Spaß zu haben, ganz egal was dabei rauskommt. Nach jener Devise lebte scheinbar auch Sylvester Stallone, der mit Filmen wie Stop! Oder meine Mami schießt oder Driven auch fragwürdige Reißer hervorbrachte. Auch Judge Dredd litt lange unter seinem schlechten Ruf, den auch der Flop an den Kinokassen unterstreicht. Aber gut Ding braucht Weile, wie es so schön heißt, und so wurde Danny Cannons Science Fiction-Blockbuster im laufe der Zeit zum charmanten Genrefilm mit Trash-Charakter.

    Judge Dredd ist nicht nur ein Polizist, sondern das Gesetz. Wenn er spricht, haben die Kriminellen der Megacity One zu schweigen, denn wo die Zuständigkeit unseres Freund und Helfers grundsätzlich endet, sind die Judges Richter und Henker. Jene Vorgehensweise scheint naheliegend, in einer düsteren Welt, die von Anarchie und Kriminalität bestimmt wird. Wie in jedes andere System, schleichen sich aber auch in jenes Fehler ein, die dem berüchtigten und gnadenlosen Judge Dredd zum Verhängnis werden: Er wird eines Verbrechen beschuldigt, das er nicht begangen hat.



    Stallone gehört neben Willis, Schwarzenegger & Co. zweifellos zu den größten Actionhelden des letzten Jahrhunderts. In jene Stereotype gepfercht ist es nur eine Frage der Zeit, bis man auch die Zukunft vor ihrem Untergang bewahren muss. Ein solcher Trend schien sich in den 90ern abgezeichnet zu haben, die mit Total Recall, Timecop, Das fünfte Element, Virtuosity und vielen anderen Filmen einige der bekanntesten Darsteller unserer Zeit in den Kampf gegen die Mächte des Bösen schickten – zum Teil nur mit dünnen Drehbüchern und heute fragwürdigen Modetrends bewaffnet. Judge Dredd macht davon keine Ausnahme und erfreut sich heute großer Beliebtheit als kultiges Vermächtnis der 90er, ganz egal wie viele Millionen der Film seiner Zeit in den Sand setzte.

    Der heutige Standard-Blockbuster lässt die Effekte von Daniel Cannons Zukunftsvision freilich alt aussehen. Zum Zeitpunkt seiner Entstehung galt Judge Dredd aber als optisches Schmankerl, das Cineasten auch heute noch in der Comicverfilmung von 2000 A.D. sehen. Für die Optik des Films nahm man sich offensichtlich Ridley Scott und Paul Verhoeven zum Vorbild, die mit ihren Oscar-nominierten Blade Runner und Total Recall Vorbildfunktion erlangten. Die dystopische Aura der Megalopolis in Judge Dredd verdankt der Film zwar anderen kreativen Köpfen, gehört aber definitiv zu den besseren Beispielen der Sorte der „Film nach Baukastensystem“. Die computer-generierten Effekte machen noch heute Spaß, selbst wenn die Arbeit mit Green Screen auch noch im Endprodukt als solche auszumachen ist. Zudem begeistert auch die handgemachte Effektarbeit, die nicht zuletzt mit typischer 90er-Härte aufwartet und in der heutigen Zeit blutleerer CGI-Schlachten Balsam für die Seele seines Publikums sein dürfte.

    Judge Dredd würde mit all seinen Klischees heute nur noch trauriges Kopfschütteln ernten, gehörte damals allerdings zu jener Gattung Film, die eben diese Stereotype erst definierten. Wer also nichts von heroischen Auftritten samt Motrorrad, Zeitlupe und Punchline hält, den Ausgang der Geschichte nicht schon zu Beginn vermuten möchte und sich an Logiklöchern stört, kann sich immerhin an detaillierten Kulissen und hervorragenden Effekte auf dem Maßstab der Mittneunziger ergötzen – inklusive sich längst abgezeichneten Kuss, nervigem Sidekick (nach Demolition Man erneut Rob Schneider) und einem klassischen Gut-gegen-Böse Duell.


    Fazit:

    Judge Dredd ist typische SciFi-Action vergangener Tage. Ein vorhersehbarer Thriller in einer anarchistischen, dunklen Zukunft, ganz im Zeichen der Schwarz/Weiß-Malerei. Trotz Blockbuster-Budget wirkt der Film heute zwar wie in B-Movie, es macht deswegen aber noch lange nicht weniger Spaß, wenn Stallone seine Double Whammy zückt und seine Opfer mit einem kurzen „I am the law.“ nacheinander liquidiert. Und, ganz ehrlich? Schon alleine aufgrund der Tatsache, dass Stallone für seine Rolle als (Anti-)Held in Strumpfhosen für die goldene Himbeere nominiert war, ist Judge Dredd einen Blick wert.


  • Wertungen
  • Story
    3,0
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    2,0
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    2,5
    Gesamt:
    3,0
    Verfasst von:
    Daniel Fabian
    Bestellen bei:
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Nukleare Kriege haben die Welt verwüstet und es gibt nur noch drei Weltstädte in denen die ganze Menschheit lebt und dort herrscht das pure Chaos. Nur die Judges, eine Art Polizei können da noch durchgreifen. Doch da w...

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geschrieben am 29.03.2013 um 16:08

Mir ist eines immer wieder unverständlich: Wieso müssen an sich ernste Filme oft mit einem Comic Relief verunstaltet werden, um die Härte des Films etwas abzumildern. Und wenn man schon einen an sich düsteren Film dahingehend verschandeln muss ...

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geschrieben am 24.07.2011 um 22:42

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Judge Dredd

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ø Wertung: 6,8/10 | Wertungen: 16 | Kritiken: 2

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