The Bling Ring

  • Informationen zum Film
  • The Bling Ring

  • Originaltitel:
    The Bling Ring
    Genre:
    Komödie, Krimi, Drama
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2013
    Kinostart Österreich:
    15.08.2013
    Kinostart Deutschland:
    15.08.2013
    Verleiher Österreich:
    Tobis Film
    Verleiher Deutschland:
    Tobis Film
  • Inhalt
  • Tagsüber schwänzen sie die Schule und hängen lieber am Strand ab, die Nächte durchtanzen sie in LAs angesagten Clubs, immer auf der Suche nach dem nächsten Kick. Bis die Teenagerclique um Anführerin Rebecca (Katie Chang) und Kumpel Mark (Israel Broussard) den ultimativen Thrill entdeckt: Einbruch in vorübergehend leerstehende Häuser der Hollywoodstars! Es beginnt eine ausgelassene „Shopping“-Tour durch die Luxusvillen von Beverly Hills, zu der sich auch Nicki (Emma Watson), ihre Schwester Sam (Taissa Farmiga) und Freundin Cleo (Claire Julien) mitreißen lassen. Die Eltern – ahnungslos. Die Freunde – voller Bewunderung. Die Polizei – abgehängt. Doch schafft es die Clique, rechtzeitig wieder auszusteigen? Oder endet die Party schon mit dem nächsten Einbruch?

  • Filmkritik

  • Der American Dream ist wohl jenes Gesellschaftsideal, das sich in den letzten Jahrzehnten auch in viele Köpfe unserer Gesellschaft eingebrannt hat. Der Wunsch nach Reichtum, das Verlangen danach berühmt zu sein und im Rampenlicht zu stehen war schon immer der heimliche Traum vieler. Einzig die Vorbilder unterscheiden sich je nach Generation und reichen etwa von James Dean über Sean Connery, bishin zu Brad Pitt. Die aktuelle Jugendkultur hingegen steht ganz im Zeichen von Justin Bieber, Paris Hilton & Co. Sie sind es, die nicht nur mit Songs, Filmen oder eigenen Modelabels in der Öffentlichkeit stehen, sondern vor allem mit privaten Eskapaden Schlagzeilen machen und zum Vorbild von Millionen avancieren. Ein Abbild jener Generation versucht Sofia Coppola mit The Bling Ring zu schaffen – ein Film, der tatsächlich auf einem Artikel der Vanity Fair beruht und die wahre Geschichte einer Gruppe Jugendlicher erzählt, die ihren grenzen- aber ebenso bedeutungslosen Lifestyle ausleben.

    Dass Kinder stets das wollen, was ihnen verwehrt bleibt, ist wohl jene pädagogische Weisheit, mit der jeder schon einmal in Berührung kam. Viele Eltern gehen deswegen auch den vermeintlich einfachsten Weg und überlassen ihren Kindern Entscheidungen, die sie unmöglich selbst fällen können. Setzt man seinen Schützlingen keine Grenzen, kommt es nicht selten zu Straftaten, dem logischen Resultat eines dekadenten Lebensstils. Wem das Internet und Zeitschriften nicht reichen, um die Konsequenzen jenes Erziehungsstils zu erkennen, der darf sie Dank The Bling Ring nun auch in Filmform genießen.



    Die Geschichte birgt durchaus Potential für Diskussionsstoff oder könnte mit Witz zu einer gesellschaftskritischen Satire werden. Da Sofia Coppola sich aber nicht traut, die Charaktere ausreichend auszuleuchten, um ihr Handeln zu hinterfragen, bleibt The Bling Ring eine ganz schlichte Erzählung von aneinandergereihten Geschehnissen, die für sich stehend einfach zu uninteressant sind. Bereits nach den ersten gemeinsamen Ausflügen von Rebecca, Marc, Nicki und Chloe hat man verstanden, dass deren Eltern ihnen niemals Grenzen aufgezeigt haben. Es ist natürlich die Pflicht des Films, zu zeigen, dass – ganz egal, wieviel man seinen Kindern erlaubt – mehr zu Erziehung dazu gehört, als ihnen ein Leben ohne Grenzen zu vermitteln. Wenn Designerklamotten und ein eigenes Auto im Jugendalter zur Selbstverständlichkeit werden, bleibt nur noch das Gesetz, das mit Verboten lockt. Diese negative Wertvermittlungsspirale und ihre Folgen werden in The Bling Ring schnell zum Thema, das aber genauso schnell wieder vom Tisch ist. Coppola verpasst es einfach einen Spanungsbogen überhaupt aufkommen zu lassen, was zugegeben, anhand der irrelevanten Handlung auch kein Leichtes ist.

    “Hey, where are we going?“ – “Where ever we want.”



    Angepriesen als Emma Watsons neuer Film, war man natürlich gespannt darauf, wie sich die niedliche Hermine Granger als It-Girl machen so machen würde. Fakt ist allerdings, dass sie weder Mittelpunkt des Films ist, noch in ihrem Schauspiel ausreichend gefordert wird. Dass sie es abseits von Harry Potter auch kann, hat sie zwar spätestens mit Vielleicht lieber morgen bewiesen, in The Bling Ring kommt sie aber auf allen Ebenen zu kurz. Der restliche Cast ist bis auf Nebenrollen unverbraucht und kaum bekannt, was für einen derart oberflächlichen Film auch ausreichend ist. In jenem Fall ist das nicht einmal böse gemeint, denn wenn Coppola tatsächlich versuchte, die Oberflächlichkeit jener Menschen in ihrem Film zu transportieren, dann ist ihr das bravurös gelungen. Sie idealisiert die Figuren nicht, lässt sie aber auch nicht im schlechten Licht dastehen. Sie erzählt, wie gesagt, schlichtweg von Ereignissen, die nicht erzählenswert sind.


    Fazit:

    The Bling Ring wirft vor allem eine Frage auf: Was veranlasst ein Studio, eine Geschichte wie diese zu erzählen? Ohne Höhepunkte, flach und so trivial wie nur möglich erzählt Coppola von Begebenheiten, die Substanz für eine Doppelseite eines Trendmagazins bietet und in Filmform demnach ausschließlich dessen Leser anspricht. Denn für alle anderen bietet der Film nichts, was in den Medien nicht schon vielfach durchgekaut und wieder ausgespuckt wurde. The Bling Ring ist vielleicht nicht zwangsläufig schlecht, ohne jeden Zweifel aber zumindest unnötig und belanglos. Denn selbst in Anbetracht der Geschichte selbst, hätte man vom Regieposten aus zumindest für inszenatorische Highlights sorgen können.


  • Wertungen
  • Story
    2,0
    Musik:
    2,0
    Unterhaltung:
    2,0
    Anspruch:
    2,0
    Spannung:
    1,5
    Darsteller:
    2,5
    Gesamt:
    2,0
    Verfasst von:
    Daniel Fabian
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