Wir sind die Millers

  • Informationen zum Film
  • Wir sind die Millers

  • Originaltitel:
    We're the Millers
    Genre:
    Komödie
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2013
    Kinostart Österreich:
    30.08.2013
    Kinostart Deutschland:
    29.08.2013
    Kinostart USA:
    09.08.2013
    Verleiher Deutschland:
    Warner Bros.
  • Inhalt
  • David Burke (Sudeikis) ist ein kleiner Drogendealer, der zwar Köche und Hausfrauen, aber keine Kinder beliefert – davor schreckt er dann doch zurück. Was kann also schief gehen? Jede Menge! Zum Geschäft gehört natürlich, dass er sich möglichst unauffällig verhält. Leider muss er dann auf die harte Tour lernen, dass selbst gute Taten bestraft werden: Weil er ein paar Teenagern helfen will, wird er von drei üblen Punks angegriffen, die ihm sein Geld und seine Ware abnehmen. Wie soll David jetzt die umfangreichen Schulden bei seinem Lieferanten Brad (Ed Helms) abtragen?
    Um das Geld aufzutreiben und dabei seine Gesundheit nicht zu gefährden, bleibt David keine Wahl: Er muss ins große Drogengeschäft einsteigen und Brads aktuelle Lieferung aus Mexiko einschmuggeln. Der idiotensichere Plan besteht darin, seine Nachbarn so unter Druck zu setzen, dass sie ihm helfen: Die zynische Stripperin Rose (Aniston), der potenzielle Kunde Kenny (Will Poulter) und die gepiercte, tätowierte Straßengöre Casey (Emma Roberts) werden kurzerhand als Ehefrau und zwei angebliche Sprösslinge rekrutiert, und schon brausen „die Millers“ in einem riesigen Wohnmobil am langen Wochenende über die Grenze … ein 4. Juli, der auf jeden Fall mit einem großen Knall enden wird.

  • Filmkritik

  • Wir sind die Millers ist einer jener Filme, die wohl kaum jemanden enttäuscht zurücklassen werden. Warum, ist schnell erklärt: Der Trailer ist nicht nur keine Ansammlung der besten Szenen, wie man es von anderen kennt, sondern zeigt dennoch unverblümte Einblicke des Films, denen er selbst in nichts nachsteht. Wer dahinter allerdings eine 08/15-Komödie vermutet, die inhaltlich von einer Obszönität zur nächsten stolpert, hat damit nur teilweise Recht. Wir sind die Millers zählt nämlich zu den besten Komödien des Jahres, Klischees hin oder her.

    Die Grundsubstanz des Streifens liegt unbestreitbar im starken Skript. Erstaunlich eigentlich, da hierfür gleich vier Drehbuchautoren zu Werke gingen und sich dabei nicht im Weg standen. Stattdessen schufen sie eine Geschichte, deren Erzählung zwar ihre Zeit braucht, deswegen aber noch lange nicht langweilig sein muss. An dieser Stelle kommt Regisseur Rawson Marshall Thurber ins Spiel. „Wer?“ werden sich jetzt viele fragen und sich wundern. Ihn kennt man allerhöchsten durch Voll auf die Nüsse, bei dem er Drehbuch und Regie übernahm – das ist aber auch nicht weiter schlimm, denn die Karriere des gerade mal 38-Jährigen steht erst in den Startlöchern. Sein Glück ist es, bereits für seine frühen Projekte große Namen gewonnen zu haben, die sein Talent auch der größeren Masse zugänglich machten. Denn zahlreiche Regisseure haben zwar durchaus das Zeug dazu Großes zu vollbringen, leiden aber an der Mittellosigkeit hinsichtlich Werbung, prestigeträchtiger Darsteller oder schlichtweg am zu kleinen Budget.




    Dabei lassen die ersten Minuten schon Schlimmes vermuten, denn mit gängigen Youtube-Videos und somit dem Material anderer sich die ersten Lacher zu erschleichen, zeugt nicht gerade von großzügigem Einfallsreichtum. Die Wende kommt aber mit der Miller-Familie, die nach und nach vorgestellt wird und eine herrlich skurrile Bande ergibt, die man schnell lieb gewinnt. Zum einen ist es die Liebe zum Detail in der Charakterzeichnung, die David, Rose, Kenny und Casey so entzückend machen. Zum anderen ist es aber wohl die Besetzung, die ausnahmslos hervorragend in ihre Rollen passt. Die Darsteller scheinen schon für sich stehend Spaß an ihren Rollen gehabt zu haben, gehen aber erst im Vierergespann so richtig auf. Sudeikis spielt sich gekonnt selbst, Emma Roberts darf mal keine Tussi sein und passt als Runaway-Girl ebenso gut wie der eher unbekannte Will Poulter, der sich mit seiner dümmlichen Darstellung des Kenny für kommende Hollywood-Komödien empfohlen hat. Jennifer Aniston ist sowohl als Stripperin, als auch als sorgsame Mutter glaubwürdig und hat sich seit Kill the Boss scheinbar vorgenommen, zu zeigen, dass sie heißer denn je – und abgesehen davon völlig zurecht die erfolgreichste der Friends ist. Ed Helms mal als Bösewicht mit Orca zu sehen ist eine nette Abwechslung zu seiner Hangover-Rolle, bleibt aufgrund seines vergleichbar kurzen Auftritts aber eher unauffällig.

    Komödien neigen gerade heutzutage dazu, unter ihrem Drehbuch zu leiden. Geschichten werden oft nur noch zwangsläufig verfasst, um als Brücke zwischen aneinander gereihten Gags zu fungieren, was zumeist in die Hose geht. Hierin liegt eine der wesentlichen Stärken von Wir sind die Millers, der tatsächlich eine Geschichte zu erzählen hat, die lediglich von absurden Situationen begleitet wird. Klischees werden dabei zwar ebenfalls aus dem Ärmel gezogen, anderorts aber auch ganz bewusst aufs Korn genommen. Zu lachen gibt es in Wir sind die Millers sowieso immer etwas. Ob Situationskomik, freche Sprüche oder die Mimik eines Einzelnen – keine Szene verschont das Zwerchfell des Publikums, auch wenn der Humor hier und da unter der Gürtellinie hervorprescht.


    Fazit:

    Wir sind die Millers bedient sich zahlreicher Klischees, ist in gewisser Weise vorhersehbar und kurzweilig – eine typische Hollywood-Komödie, könnte man meinen. Das ungewohnt starke Drehbuch und vor allem die harmonierenden Hauptdarsteller lassen den Film zu einem herrlich schrägen Road-Movie werden, der trotz einer Laufzeit von zwei Stunden, keine Langeweile zulässt. Wir sind die Millers wird sich nicht längerfristig ins Gedächtnis brennen, macht aber genau deswegen immer wieder aufs Neue Spaß.


  • Wertungen
  • Story
    3,5
    Musik:
    2,5
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    2,5
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    3,5
    Gesamt:
    3,5
    Verfasst von:
    Daniel Fabian
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Hollywood Komödien gehen neuer Dings immer zwei Wege, entweder mit dem Typischen Klischees und Witze oder man nimmt improvisierte Szenen, wie es Seth Rogen und Co in ihren Filmen machen. Bei „Wir sind die Millers“ trifft irgendwie beides aufeina...

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geschrieben am 02.01.2014 um 17:58

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ø Wertung: 7,4/10 | Wertungen: 14 | Kritiken: 1

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