Getaway

  • Informationen zum Film
  • Getaway

  • Originaltitel:
    Getaway
    Produktionsjahr:
    2013
    Kinostart Österreich:
    28.11.2013
    Kinostart Deutschland:
    21.11.2013
    Kinostart USA:
    30.08.2013
    Verleiher Österreich:
    Thim Filmverleih
    Verleiher Deutschland:
    Wild Bunch
  • Inhalt
  • Der Weltklasse-Rennfahrer Brent Magna (Ethan Hawke) hatte sich gerade zur Ruhe gesetzt, um gemeinsam mit seiner Frau Leanne in der bulgarischen Hauptstadt Sofia ein ruhiges Leben zu führen. Doch als Leanne von Unbekannten gekidnappt wird, steht Brent vor einem Rätsel. Erst durch den Anruf eines Fremden beginnt er die Situation zu begreifen: Wenn er seine Frau lebend wiedersehen will, muss sich Brent hinter das Steuer eines gepanzerten und mit High-Tech-Equipment getunten Ford Mustang setzen, um halsbrecherische Aufgaben in der Millionenstadt zu erfüllen. Als sich eine junge Hackerin (Selena Gomez) zu Brent in den Wagen setzt und ihn mit einer Waffe bedroht, scheint die Situation endgültig zu eskalieren. Oder gehört alles zum perfiden Plan des mysteriösen Anrufers?

  • Filmkritik

  • Wenn sich gute Schauspieler in schlechte Filme verirren, stellt sich die Frage, wie es wohl dazu gekommen ist. Nicolas Cage beispielsweise, seines Zeichens Oscar-Preisträger und einer der größten Actionhelden der 90er Jahre, gab sich zuletzt immer wieder in höchstens durchschnittlichen Filmen die Ehre – wohl um seine Privatschulden zu begleichen. Ethan Hawke spielte an seiner Seite in Lord of War und ist unter anderem für seine hervorragenden Darbietungen in Training Day oder der Before-Trilogiebekannt. Es stellt sich aber ernsthaft die Frage, ob er sich nicht auch in einer finanziellen Notlage befindet oder das Drehbuch von Getaway erst gar nicht vorab gelesen hat. Kaum anders ist es zu erklären, dass sich ein erstklassiger Darsteller wie Hawke für einen derart jämmerlichen Film zur Verfügung stellt.

    Die Entführung einer geliebten Person dürfte wohl zum schlimmsten gehören, was uns wiederfahren kann. Diese Erfahrung muss auch Brent Magna, gespielt von Ethan Hawke, machen. Da man ihn und seine Familienverhältnisse in Getaway aber gar nicht kennenlernt, bevor es zu jenen einschneidenden Ereignissen kommt und einem auch danach nicht die Möglichkeit dazu gegeben wird, bleiben sie für den Zuseher absolut bedeutungslos. Der einzige Darsteller, mit dem tatsächlich etwas anzufangen ist, ist ein aufgemotzter Shelby Mustang, der mit gröhlendem Motor vorgestellt wird und, wie das Regelbuch des Filmemachens, 90 Minuten lang durchgehend getreten wird. Sein Auftritt soll einen wilden Actionritt einleiten, der in einem furiosen Finale gipfeln soll, bleibt aber nichts anderes als eine lieblose Aneinanderreihung zweitklassiger Stunts.


    Found Footage-Filme erfreuen sich im Horrorgenre wachsender Beliebtheit, warum also nicht mal ein Actionfilm in diesem Stil? Courtney Solomon scheint sich jene Frage wohl gestellt zu haben und beweist mit Getaway, warum man bisher davon absah ein solches Verbrechen zu begehen. Der Film bekommt den Großteil seiner Bilder von Digitalkameras geliefert, die am amerikanischen PS-Monster angebracht sind. Um die minderwertige Qualität aber auch aus sämtlichen Blickwinkeln darzulegen, greift Solomon auf die hektischsten Schnitte seit V/H/S zurück. Zur Verarbeitung der anstrengenden Bilder der ersten Filmhälfte, würde man Getaway am liebsten für einige Zeit pausieren oder gleich beenden, auch wenn die exzessive Reizüberflutung an dieser Stelle ihr Ende hat und den Sehnerv des Zusehers nicht mehr ganz so überstrapaziert.

    Sieht man über die schnellen Schnitte hinweg, die das Geschehen unübersichtlich werden lassen, dürfen sich alle 10-Jährigen über eine einfallslose, monotone Zerstörungsorgie freuen. Wer von Autocrashs nicht genug bekommt und auch nichts anderes braucht, um unterhalten zu werden, ist mit Getaway sicherlich gut bedient. Denn der ist nichts anderes, als eine zusammenhangslose Kette von Unfällen, die so wirken, als hätte man sie beim Dreh eines „richtigen“ Films zusätzlich mit einer Handykamera gefilmt. Das alles könnte Dank jener Kameraführung zwar authentisch wirken, bleibt aber absolut belanglos, da sie schlichtweg keinen Sinn ergeben, was dem wohl schlechtesten Drehbuch des Jahres zu verdanken ist.


    Dass die Action in keiner Weise funktioniert ist somit nicht ihrer Inszenierung anzukreiden, sondern schlichtweg der Tatsache, dass sie unpassend eingesetzt wird. Hawkes Charakter befolgt zwar die Befehle, die er erhält, brettert aber beispielsweise unaufgefordert und dennoch unfreiwillig durch Menschenmassen – und damit soll nur ein Logikloch von vielen offengelegt werden, die selbst das anspruchslose Drehbuch in aller Bescheidenheit nicht einmal in sich schlüssig werden lässt. Da spielt es auch kaum noch eine Rolle, dass Disney-Cutie Selena Gomez mehr oder weniger sich selbst mit weit hergeholten Hackerfähigkeiten spielt und als Gangster mit Cappy und Kapuze für unfreiwillige Lacher sorgt.


    Fazit:

    Courtney Solomon macht es einem wirklich nicht leicht, die Stärken in seinem neusten Film zu finden. Wer in Found Footage den heiligen Gral des Filmemachens sieht, darf sich Getaway ruhigen Gewissens ansehen und könnte dabei auch noch Spaß haben. Setzt man aber auch bei Actionfilmen voraus, dass sie – wenn sie nüchtern gesehen auch auf Logik verzichten – zumindest in ihrer eigenen Welt Sinn machen und funktionieren, dann versagt Getaway auf ganzer Linie. Ein derart provokanter Verzicht auf Logik ist fast schon als Beleidigung für das Publikum zu verstehen – einfallslos, unzusammenhängend und völlig lieblos inszeniert. Eine einzige Szene ist es, die, ob ihrer Machart, verblüfft und die eineinhalb Stunden nicht zur völligen Zeitverschwendung werden lässt.

    Man darf von Glück sprechen, dass Getaway an den Kinokassen floppte. Denn alles andere wäre ein erschütterndes Zeichen dafür, dass sich wirklich mit jedem Film Geld verdienen lässt. Allem Anschein nach gibt es also doch noch Grenzen, die man selbst mit dem anspruchslosesten Publikum im Visier nicht überschreiten sollte.


  • Wertungen
  • Story
    1,5
    Musik:
    2,0
    Unterhaltung:
    2,0
    Anspruch:
    1,0
    Spannung:
    1,5
    Darsteller:
    2,0
    Gesamt:
    1,5
    Verfasst von:
    Daniel Fabian
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