Trance - Gefährliche Erinnerung

  • Informationen zum Film
  • Trance - Gefährliche Erinnerung

  • Originaltitel:
    Trance
    Produktionsjahr:
    2013
    Kinostart Deutschland:
    08.08.2013
    Verleiher Deutschland:
    20th Century Fox
  • Inhalt
  • Simon (James McAvoy), ein Kunstauktionator, verbündet sich mit einer Bande von Kriminellen, um ein millionenschweres Kunstwerk zu stehlen. Nachdem er bei dem Raub einen Schlag auf den Kopf erlitten hat, entdeckt er nach dem Aufwachen, dass er sich nicht daran erinnern kann, wo er das Gemälde versteckt hat.

    Als Drohungen und Folter ohne Erfolg bleiben, heuert der Anführer der Bande (Vincent Cassel) eine Hypno-Therapeutin (Rosario Dawson) an, um in den dunkelsten Untiefen von Simons Psyche zu wühlen.

    Als sie tiefer in sein angeschlagenes Unterbewusstsein eindringt, wird das Spiel immer gefährlicher, und die Grenzen zwischen Begehren, Realität und hypnotischer Suggestion verwischen.

  • Filmkritik

  • Die Handschrift vieler namhafter Regisseure ist unverkennbar. Kameraeinstellungen, Musikstücke, Darsteller-Konstellationen oder Running Gags verraten stets Größen wie Alfred Hitchcock, Paul Verhoeven oder Quentin Tarantino. Danny Boyle ist da anders gestrickt. Es macht fast schon den Eindruck, als hätte er sich das Ziel gesetzt, auf Biegen und Brechen nicht anhand seiner Filme erkannt werden zu können. Er fühlt sich scheinbar auch keinem Genre besonders verbunden und wechselt daher sprunghaft nach Belieben, doch der Erfolg gibt ihm Recht! Ob Trainspotting, 28 Days later, Sunshine, Slumdog Millionaire oder 127 Hours – Danny Boyle scheint ein Gespür für gute Stoffe und zweifellos das Talent zur Inszenierung von im Gedächtnis bleibenden Filmen zu haben. Und so viel sei verraten: auch Trance wird man so schnell nicht vergessen, hat man ihn einmal gesehen.

    Selbst, wenn Danny Boyles bisherige Filme sich nicht unähnlicher sein könnten, passt er seinen Regiestil der jeweiligen Thematik stets an, behält dabei aber dennoch seine ganz persönliche Handschrift. Diese macht sich gleich zu Beginn in einer Einführung bemerkbar, wie sie im Buche steht. Boyle verfrachtet einen ohne Umschweife in die Geschichte und schüttelt den grundliegenden Sachverhalt mit unverfrorener Lockerheit aus dem Ärmel, dass man nur seinen Hut ziehen kann. Selten findet man sich gleich zu Beginn inmitten der Geschehnisse, ohne sich dabei gehetzt zu fühlen. Wichtig hierbei: Nicht nur als personifizierter Mittelpunkt des Films, sondern auch als Erzähler aus dem Off, findet man auch schnell Zugang zum Protagonisten Simon, gespielt von James McAvoy. Ein Faktum, das, wie auch der beklemmende Elektro-Soundtrack, einem flüssigen Einstieg in einen vermeintlichen Heist-Thriller zugute kommt, der erst nach und nach sein wahres Gesicht zeigt.


     


    Immer wieder werden Filme darauf ausgelegt, den Zuseher in die Irre zu führen, um ein vermeintlich unlösbares Puzzle schlussendlich logisch zu erklären. Oft wittert man aber zu früh die richtige Spur, wodurch ein Film schnell an Reiz verliert, der ausschließlich auf jenen überraschenden Moment zusteuert. Mit Trance umgeht man jene Falle geschickt, denn selbst wer etwas vorab zu ahnen glaubt, darf sich von der unkonventionellen Erzählstruktur anderweitig ablenken lassen. Danny Boyle spielt nämlich gekonnt mit Musik und intensiven Farben, die anfangs noch der Unterscheidung von Szenen in der realen Welt und in Trance bzw. Hypnose dienen. Da es der Regisseur aber von Beginn an schafft, die Wahrnehmung des Protagonisten zur Wahrheit des Zusehers zu machen, verschwimmen jene Grenzen immer mehr. So kommt es, dass man für einen gewissen Zeitraum unmöglich wissen kann, was nun der „Realität“ entspricht und was nicht. Wer in jener Phase versucht, jede Einzelheit des Films zu verstehen, wird kläglich scheitern und wohl den Film dafür verantwortlich machen. Demnach sollte man sich einfach treiben lassen und Boyle vertrauen, der seine Sache versteht und letzten Endes auch Trance ins rechte Licht rückt.

    Wenn ein Mann wie Danny Boyle die Fäden zieht, dann muss jeder Handgriff sitzen. Das wird in Trance erneut deutlich, denn er positioniert die Linse an den unmöglichsten Stellen und ergänzt geniale Kamerafahrten mit einem Soundtrack, der den Zuseher vor allem an den unangenehmen Erfahrungen der Charaktere intensiv teilhaben lässt. Wer der Story also nichts abgewinnen kann, der darf Trance zumindest in seiner visuellen Attraktivität genießen, die neben dem verspielten Einsatz von Farben, Spiegelbildern und Blickwinkeln auch mal blutrünstige Gestalt annimmt und musikalisch von aufdringlichem Elektro-Pop bishin zu esoterisch anmutenden Klängen reicht.



    Lobeshymnen hin oder her, das Zugpferd des Films ist ganz klar nur einer: James McAvoy. Er brilliert in all seinen Facetten und lässt mit seiner Darbietung erneut verlautbaren, dass es nur eine Frage der Zeit sein kann, bis er als Fixstarter bei den Academy Awards vertreten sein wird. Sein intensives Spiel ist es, das ihn mal sympathisch, mal skrupellos und dabei stets glaubhaft wirken lässt. Für Rosario Dawson und Vincent Cassel bedeutet das, trotz überzeugenden Leistungen im Hintergrund zu stehen, was ihre Darbietung jedoch nicht minder wertvoll macht.


    Fazit:

    Mit Trance liefert Kultregisseur Danny Boyle den jüngsten Beweis für sein vielfältiges Schaffen, mit dem er sich erneut ins Gedächtnis seines Publikums brennen wird. Wer sich von Filmen gerne an der Nase herumführen lässt, an der Jagd nach inhaltlichen Zusammenhängen Spaß hat und ganz allgemein Unterhaltung zum Mitdenken bevorzugt, der sollte Trance nicht verpassen. Denn viel mehr als ein einfacher Heist-Thriller, ist Boyles neuester Streich ein stilsicheres Fest für die Sinne, die er zugleich auf die Probe stellt.


  • Wertungen
  • Story
    4,0
    Musik:
    4,0
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    3,5
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    4,5
    Verfasst von:
    Daniel Fabian
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