Die Totale Erinnerung - Total Recall

  • Informationen zum Film
  • Die Totale Erinnerung - Total Recall

  • Originaltitel:
    Total Recall
    Genre:
    Action, Thriller, Sci-Fi, Abenteuer
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    1990
    Kinostart USA:
    01.06.1990
  • Inhalt
  • 2084. Bauarbeiter Doug Quaid wird von Träumen gequält, in denen er ein Leben auf dem Mars führt. Um sich ein Bild von dem roten Planeten zu machen, bucht er eine virtuelle Urlaubsreise bei der Firma Recall Inc. Dabei wird eine künstliche Erinnerung an den Trip direkt ins Gehirn implantiert. Doch etwas geht schief und Quaid findet sich plötzlich in einer völlig neuen Identität wieder. Brutale Killer heften sich an seine Fersen und seine Frau eröffnet ihm, sie wäre Agentin für den Mars-Diktator Cohaagen. Quaids wahres Bewusstsein wurde manipuliert. Um seiner realen Identität auf die Spur zu kommen, bleibt ihm nur eine Chance: Er muss selbst zum Mars reisen und den Auftrag zu Ende führen, den sein reales Ich begonnen hat...

  • Filmkritik

  • Nur wenige Regisseure tragen eine unverkennbare Handschrift, anhand derer man ihnen ihre Filme leicht zuordnen kann, ohne tatsächlich zu wissen, wer den Regiestuhl besetzte – sei es die Art der Inszenierung, bestimmte Markenzeichen oder Schauspieler. Der niederländische Provokateur Paul Verhoeven gehört unumstritten zu jener Gattung von Filmemachern. Mit seinen Ausflügen in das Science Fiction-Genre hat er neben Robocop und Starship Troopers für einen weiteren Klassiker gesorgt, der nach wie vor auch zu den vermutlich besten Filmen des bekanntesten Österreich-Exports Hollywoods, Arnold Schwarzenegger, zählt – Total Recall.

    Basierend auf der Kurzgeschichte We Can Remember It For You Wholesale von Philip K. Dick erzählt Total Recall die Geschichte von Doug Quaid, der im Jahr 2084 das ereignislose Leben eines hart arbeitenden Bürgers lebt. Um seiner Existenz wieder Bedeutung zu geben, entschließt sich der von immer wiederkehrenden Alpträumen geplagte Quaid, die Dienste der REKALL Inc. in Anspruch zu nehmen. Dort soll er die aufregendsten Erinnerungen implantiert bekommen, die ihn als interplanetarischen Helden darstellen sollen. Stattdessen findet er sich in einem Gespann aus Traum und Wirklichkeit, in dem nichts ist, wie es zu sein scheint.



    Darsteller, die im Laufe ihrer Karriere eine bestimmte, stereotypische Rolle annehmen, werden mit all ihren Filmen oft in dieselbe Schublade gesteckt. Auch Arnold Schwarzenegger ist Opfer jener vorurteiligen Einstellung, dürfte seine engstirnigen Kritiker aber wohl spätestens mit Total Recall umgestimmt haben. Denn Paul Verhoeven sorgte 1990 damit nicht nur für Bombast-Action, sondern vor allem für Science Fiction mit Köpfchen.

    Auf den ersten Blick erwartet den unvoreingenommenen Zuseher ein mit reichlich Blut angehäuftes Science Fiction-Abenteuer mit nach wie vor ansehnlichen Effekten (eine Oscar-Nominierung in dieser Kategorie spricht für sich) und schwarzem Humor. Dass der Film aus einer Zeit stammt, in der Einschusslöcher tatsächlich noch Blutspuren hinterließen und abgetrennte Körperteile selbst in Blockbustern Platz fanden, macht den Film heute nur noch zusätzlich sympathisch. Zudem kommen trockene Sprüche, hübsche Frauen und Arnie, die den Film schon alleine zum Action-Kult machen würden.



    Als Herzstück des Films ist es aber vor allem das Drehbuch, das Total Recall von der Massenware zum All Time-Klassiker werden lässt. Vor allem heutzutage gelingt es Filmen immer seltener, das Publikum mit Überraschungsmomenten zu begeistern – zu oft wurden Klischees bereits ausgeschlachtet. Heute wie damals funktioniert jenes Meisterstück in Total Recall dafür gleich mehrmals. Paul Verhoeven gelingt es bis zuletzt ein falsches Spiel mit der Wahrnehmung des Zusehers zu treiben.
    Zudem lebt das düstere Zukunftsbild des Films von seinem starken Realitätsbezug, der den Zuseher indirekt ebenfalls zum Betroffenen macht. Ganz offensichtlich und dennoch metaphorisch erhebt Verhoeven den Zeigefinger und zeigt heute aktueller denn je, wohin die immer weiter spreizende Schere der Zweiklassengesellschaft führt.


    Fazit:

    Total Recall wirft einen kritischen Blick auf die zukünftige Gesellschaft, lässt dabei ordentlich Blut spritzen und ist intelligentes Kino mit hübschen Frauen, coolen One-Linern und herausragenden Effekten. Wer ein stimmiges und vor allem sehenswertes Resultat aus jenen Komponenten anzweifelt, dürfte mit Paul Verhoevens Klassiker vermutlich noch nicht Bekanntschaft geschlossen haben. Ein packender Thriller zwischen Sein und Schein, der sowohl jene anspricht, die sich von einem Action-Spektakel vergangener Tage wegblasen lassen möchten, als auch die, die den gegebenen Platz für Interpretationen ebenfalls nützen wollen.


  • Wertungen
  • Story
    4,0
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    4,5
    Anspruch:
    3,5
    Spannung:
    4,0
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
    Daniel Fabian
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Komentare (4)

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Wobei man Schwarzenegger auch nicht Farrell vergleichen kann, bei Arnie ist immer ein Brise Humor mit dabei. Bringt alleine schon seine Stimme mit sich.

geschrieben am 23.11.2013 um 21:25 Uhr #4

Da wiederum stimme ich SO3R3N zu 100% zu... ;)

geschrieben am 21.11.2013 um 14:37 Uhr #3

Redwings76: Stimme ich fast zu :)

Aber auf meinem Platz EINS der überbewertesten Filme aller Zeiten steht BLADE RUNNER!



geschrieben am 21.11.2013 um 14:21 Uhr #2

Für mich einer der überbewertetsten Filme aller Zeiten.

geschrieben am 21.11.2013 um 14:00 Uhr #1

 

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