Elysium

  • Informationen zum Film
  • Elysium

  • Originaltitel:
    Elysium
    Genre:
    Sci-Fi, Drama
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2013
    Kinostart Österreich:
    15.08.2013
    Kinostart Deutschland:
    15.08.2013
    Kinostart USA:
    09.08.2013
    Verleiher Österreich:
    Sony Pictures
    Verleiher Deutschland:
    Sony Pictures
  • Inhalt
  • Im Jahr 2159 gibt es zwei Sorten von Menschen: die Superreichen, die auf einer makellosen, von Menschen gebauten Raumstation namens Elysium leben, und den Rest, der auf der überbevölkerten, heruntergewirtschafteten Erde haust. Die Menschen auf der Erde setzen alles daran, der hohen Kriminalitätsrate und der großen Armut, die auf dem Planeten herrscht, zu entkommen. Und sie benötigen dringend den hohen Standard medizinischer Versorgung, den es nur auf Elysium gibt. Doch einige Leute auf Elysium schrecken vor nichts zurück, um rigide Anti-Einwanderungsgesetze durchzusetzen und den luxuriösen Lebensstil ihrer Elite zu bewahren. Der einzige Mensch, der die Chance hat, so etwas wie Gleichberechtigung in diese beiden Welten zu bringen, ist Max (MATT DAMON), ein ganz normaler Mann, der verzweifelt versucht, nach Elysium zu gelangen. Während sein Leben an einem seidenen Faden hängt, übernimmt er widerwillig eine gefährliche Mission. Eine Mission, bei der er gegen Elysiums Ministerin Delacourt (JODIE FOSTER) und ihre Hardliner-Truppen antreten muss. Doch falls er gewinnt, kann er nicht nur sein eigenes Leben retten, sondern auch das von Millionen Menschen auf der Erde.

  • Filmkritik

  • Los Angeles, 2154. Gebäude sind zerstört, Straßenzüge sind verwüstet, Schmutz türmt sich auf. Graffitis und Schmierereien zieren das Stadtbild. Alles ist verwüstet. Unter den wachsamen Kamera-Augen automatisierter Roboterwachen treiben Mengen verschmutzter Menschen durch den Tag, in zerfetzte Gewänder gehüllt und, wo die Lumpen aufhören, mit allerlei Tätowierungen versehen. Max (Matt Damon) ist einer von ihnen. Er ist vorbestraft, arbeitet bei einem Großkonzern und gerät in ernste Schwierigkeiten, als er den Schikanen einer Roboter-Patrouille ausgesetzt wird. Dabei hatte er doch seit seiner Kindheit immer nur ein Ziel: Er wollte nach oben.


    Der Weltraum, 2154. Einige tausend Kilometer über der Erde, in einem erdnahen Orbit, dreht sich eine ringförmige Raumstation. Saftig grüne Golfplätze erstrecken sich über ihre Innenfläche, großräumige Villen laden ein zum Verweilen. Ein Platz für die Reichen und Schönen, dank modernster Medizin altern sie nicht und werden von jeder Krankheit geheilt. Vanitas-Motive gibt es nicht. Hier ist das Leben unendlich, ungestört und schön. Genießen im Whirlpool mit Sekt und den Nachbarn ist angesagt. Wer sich versehentlich Krebs oder sonstige unleidige Krankheiten einfängt, legt sich kurz in den hauseigenen Medizin-Apparat, lässt sich per Scan bestätigen, dass er ein Bürger erster Klasse ist und wird geheilt. Und das Beste ist: Wenn der menschliche Abschaum von der Erde versucht in die Raumstation Elysium einzudringen, dann setzt Defense Secretary Delacourt (Jodie Foster) im wahrsten Sinne des Wortes Himmel und Erde in Bewegung, um das zu verhindern.



    Neill Blomkamp führte 2007 bei den Live-Action-Kurzfilmen Landfall zum Videospiel Halo 3 Regie und hätte daraufhin als seine erste größere Regie-Arbeit die Halo-Verfilmung übernehmen sollen. Aus der wurde aber nichts und so bot Peter Jackson, der in das Halo-Projekt involviert war, dem jungen Südafrikaner an, das Konzept eines Kurzfilms, an dem Bomkamp und Sharlto Copley bereits mitgewirkt hatten, zu einem Spielfilm auszubauen. 2009 erschien dieser Film mit dem Namen District 9 und wurde von Kinobesuchern und Kritik gleichermaßen gut aufgenommen. In einer Mischung aus dokumentarischem Handkamerastil, tollen Effekten und der Überwindung vieler Genreklischees griff Blomkampf im Science Fiction Film District 9 sozialpolitische Probleme auf. Auch die Handlung von Elysium lässt erhoffen, dass es sich bei dem Film nicht nur um einen großartig gemachten, sondern auch intelligenten Science-Fiction Film handelt.


    Natürlich lassen sich gesellschaftspolitische und kritische Komponenten in Elysium keinesfalls leugnen. Wenig subtil schmettert der Film den Zusehern eine unglaublich detailliert gezeichnete Dystopie entgegen, die klar zwischen schwarz und weiß trennt. Von der Farbgebung zum Soundtrack, der Darstellung der Technik, der Landschaft und sogar der Sprache sind die Grenzen völlig klar gezogen. So spricht man auf der verkommenen Erde beispielsweise immer wieder auch spanisch, während der Hochadel auf Elysium vornehm französisch parliert. Allein durch diese sprachliche Ebene und die damit verbundene Konnotation zur europäischen Geschichte und den rollenden Köpfen der französisch sprechenden Aristokratie ist eindeutig gezeichnet, wie dieser Film enden wird und muss. Das ist auch die größte Schwäche, denn anstatt seine kritischen Themen weiter auszubauen und genauer darauf einzugehen verliert sich der Film mit zunehmender Handlung in den Zwängen und Handlungsmustern eines Hollywoodblockbusters, bis zum unausweichlichen Ende. Es scheint als hätte sich Blomkamp im Sandkasten Hollywood nicht getraut, seine eigene Schiene konsequent durchzuziehen. Viel Potenzial verschenkt er zugunsten eines actionreichen aber wenig spektakulären und völlig bedeutungslosen Finales.



    Auf schauspielerischer Seite wird Solides geliefert. Matt Damon spielt den Aufsteiger Max überzeugend, aber wirklich mehr als seinen Namen am Poster hat er nicht zu bieten. Jodie Fosters Charakter Delacourt soll zwar mit einer weiteren Handlungsebene Komplexität in den Stations-Alltag bringen, dient aber eigentlich nur dazu Kruger zu aktivieren. Antagonist Kruger, verkörpert von Sharlto Copley, hingegen ist unglaublich böswillig, psychopathisch und gemeingefährlich inszeniert (und auch hier wieder die Schwarzweiß-Malerei), macht seine Sache sehr gut und scheint für Max ein unbezwingbarer Gegner zu sein.


    Was den Film letztendlich zu einem sehenswerten und überzeugenden Science Fiction Film macht, sind die großartigen Effekte und Designs von Waffen, Raumschiffen und Robotern, die zwar alle nicht unbedingt innovativ aussehen – Mad Max lässt grüßen und besonders Spielern der Mass Effect- oder der Halo-Reihe dürften viele Design-Elemente vertraut oder ähnlich erscheinen – aber selten haben sie sich in einem Film so gelungen und nahtlos zusammengefügt.


    Ein kurioses Detail am Rande: 2012 veröffentlichte der deutsche Entwickler Daedalic Entertainment ein klassisches Point and Click Adventure namens Deponia, bei dem der Protagonist von einem verdreckten Müllplaneten in die schwebende utopische Stadt Elysium entkommen will.



    Fazit:


    Nach District 9 waren die Erwartungen an Regisseur Neill Blomkamp fast unerfüllbar hoch. Ein spannender Science Fiction Thriller mit einer ordentlichen Ladung Sozialkritik wäre das Mindeste, was man von seinem neuen Werk Elysium erwarten könnte. Obwohl Elysium durchaus dieses Potenzial geboten hätte, verliert sich der Film, vermutlich zugunsten eines befriedigten Mainstream-Publikums dann aber in vorhersehbaren und kitschigen Hollywood-Handlungsmustern.


    Dieser Film hätte intelligentes Mainstreamkino werden können. Bedauerlicherweise bleibt Elysium „nur“ ein fetziger Science Fiction Thriller mit starken Cyberpunk-Elementen, wunderschönen Effekten, einem treibenden Soundtrack und einer sehr detailliert gestalteten dystopischen Welt.


  • Wertungen
  • Story
    3,0
    Musik:
    4,0
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    2,5
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    3,5
    Gesamt:
    3,5
    Verfasst von:
    Johannes Mayrhofer
    Bestellen bei:
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BILDER ZUM FILM

Komentare (4)

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3,5 passen sehr gut. Das ist so ziemlich die Mitte. Es ist ein recht netter Sci-Fi-Action Film, aber nach District 9 hätte man definitv mehr Tiefe von Blomkamp erwartet.

geschrieben am 11.09.2013 um 12:06 Uhr #4

Ich hätte nochmal Probelesen sollen!!

VERDAMMT :D

geschrieben am 14.08.2013 um 23:47 Uhr #3

Kommen aus dem Kino und 3,5/5 finde ich auch völlig in Ordnung. Blomkamp hat wirklich eine tolle & detailreiche Welt erschaffen. Die Action war zwar gut gemacht und eingebunden in die Handlung, aber für meinen Geschmack war dies zu "wackelig" gefilmt! Wie ihr auch schon gesagt habt, finde ich es schade, dass nichts wirklich erklärt wird - eine halbe Stunde mehr hätte den Film gut getan.

Während des Schauens, habe ich mich über die Logiklücken in der Handlung geärgert und das passiert mir eigentlich nicht oft :)

Es kamen ständig Fragen auf, wie z.B.:
- Wo sind die jetzt Roboter?
- Warum gibt es kein Abwehrsystem?
- Wie können die einfach so landen?
- Wieso haben die das nicht gleich schon gemacht?
- Wie genau ist Elysium aufgebaut (ökologisches System, Atmosphäre usw.)?

Ich hätte auch mal gerne einen richtigen Alltagsablauf auf Elysium gesehen/erlebt.

Die schauspielerische Leistung von Matt Damon & Co. hat mir sehr gut gefallen. Ich fand wirklich Matt hat seine Rolle sehr gut & überzeugend gemacht, da kann ich jetzt nicht meckern :D

Ich finde, die Geschichte "um & über" Elysium wäre in einer Kurzserie besser aufgehoben gewesen, als in diesem 2h Kinofilm. KEIN SCHLECHTER FILM, aber das Potenzial wurde verschenkt :/

geschrieben am 14.08.2013 um 23:35 Uhr #2

3,5 finde ich auch gerechtfertigt.. auch wenn die SciFi-Elemente wunderschön in Szene gesetzt sind und die Action wirklich atemberaubend ist, sind Charaktere und Stoy wirklich eine einzige Enttäuschung an platten Stereotypen.. nichts wird erklärt und das Ende ist ein kitschige Frechheit.. vielleicht hätt ich auch bloß 3/5 gegeben..

geschrieben am 14.08.2013 um 15:13 Uhr #1

 

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