Olympus Has Fallen - Die Welt in Gefahr

  • Informationen zum Film
  • Olympus Has Fallen - Die Welt in Gefahr

  • Originaltitel:
    Olympus Has Fallen
    Produktionsjahr:
    2013
    Kinostart Österreich:
    14.06.2013
    Kinostart Deutschland:
    13.06.2013
    Kinostart USA:
    22.03.2013
    Verleiher Österreich:
    Constantin Film
    Verleiher Deutschland:
    Universum Film
  • Inhalt
  • Ein Tag wie jeder andere in Washington D.C. Tausende Touristen drängen sich wie immer auf der Pennsylvania Avenue vor dem Weißen Haus. Sie wissen nicht, dass gleich die Hölle losbrechen wird: Ein bestens vorbereitetes und bis an die Zähne bewaffnetes Kommando nordkoreanischer Extremisten beginnt bei helllichtem Tag mit der Stürmung des Amtssitzes des amerikanischen Präsidenten Asher (AARON ECKHART), nehmen den mächtigsten Mann der Welt und seine Berater in seinem Bunker als Geisel. Der Plan ist perfekt ausgeklügelt und wird kaltblütig umgesetzt. Nur mit einem haben die Terroristen nicht gerechnet: Der in Ungnade gefallene Secret-Service-Agent Mike Banning (GERARD BUTLER) versieht unerwartet seinen Dienst im Weißen Haus. Und er ist nicht bereit, die Waffen zu strecken, ohne den Angreifern die Hölle so richtig heiß zu machen.

  • Filmkritik

  • Fünfzehn Minuten braucht die Nationalgarde zum Weißen Haus. Dreizehn Minuten brauchen die Terroristen, um das ganze Gebäude zu besetzen, Präsident Benjamin Asher, seinen Stab und den südkoreanischen Außenminister im Bunker als Geiseln zu nehmen und das, was von den heiligen Hallen der amerikanischen Demokratie noch steht, in eine feindliche Hochsicherheitsfestung umzurüsten. Antoine Fuqua inszeniert mit Olympus Has Fallen einen Film, der für viele Amerikaner wohl weniger Actionfilm als Horrorthriller ist.

    Die Hoffnung der Weltpolitik und des amerikanischen Volkes ruht in dieser dunklen Stunde nun ganz auf den Schultern von Mike Banning, ehemaliger Sicherheitschef des Präsidenten und generell, trotz seines neuen Bürojobs, ein ziemlich guter Elite-Soldat, der auf sich allein gestellt im Weißen Haus den Kampf gegen die feindliche Übermacht aufnehmen muss. Ob Gesangseinlagen bei Phantom der Oper, Testosteron-Überschuss in Frank Miller's 300, Kleinganoventum bei Rock'n Rolla, in voller Action bei Gamer oder ganz romantisch bei Playing for the Keeps, man kann Gerald Butler nicht vorwerfen, dass er nicht vielschichtig wäre. In Olympus Has Fallen als einsamer Held eingesperrt in feindlicher Umgebung macht er seine Sache solide, muss sich aber dem John McClane-Vergleich stellen, gegen dessen ikonische Rolle er natürlich nicht gewinnen kann.



    Die stärksten Szenen von Olympus Has Fallen sind jene, die am ehesten an den ersten Stirb-Langsam Teil denken lassen, etwa wenn Banning den direkten Kontakt über Videokonferenz mit dem Schurken aufnimmt und ihm droht. Zugutehalten muss man dem Drehbuch, dass es Banning ohne dümmliche Sprüche durch das Weiße Haus schleichen lässt, er bleibt immer kühl, ernst und professionell. Aaron Eckhart gibt einen charismatischen US-Präsidenten, wirkt aber auch in jeder Hinsicht wie eine müde Kopie des Vorzeige-Präsidenten (Harrison) Ford, Morgan Freeman ist in diesem Film schlicht verheizt und der nordkoreanische Terroristenführer braucht sich gar nicht erst hinter einer Sturmhaube zu verstecken, denn das Drehbuch lässt ihn sowieso völlig gesichtslos zurück. Alan Rickman als Hans Gruber in Stirb Langsam lässt mit einem triumphierenden Lächeln grüßen.

    Antoine Fuquas Inszenierung sticht niemals hervor, zieht aber zügig und ohne Längen durch die Handlung. Die digitalen Effekte schwanken von einem sehr hübsch demolierten Weißen Haus bis zu wirklich hässlichen F-22 Modellen, die man schulterzuckend hinnehmen muss. Die Action ist flott, aber klar erkenntlich und hart in Szene gesetzt, aber ebenfalls nichts herausragendes. Die Spannung des Films wird eigentlich in erster Linie durch die Fragen getragen, wie denn die nordkoreanische Terrortruppe aus dem Weißen Haus wieder entkommen will und was sie letztendlich geplant haben, denn die Situation ist zwar dramatisch, aber dennoch ziemlich auswegslos: Das Weiße Haus ist von der Nationalgarde umstellt, eine friedliche Lösung gibt es nicht, denn die USA verhandeln nicht mit Terroristen und deren souveräner Plan sieht Diplomatie sowieso nicht vor.



    Amüsant ist, wie in Olympus Has Fallen ärgste amerikanische Propaganda auf vermeintliche politische Korrektheit trifft. So ist Olympus Has Fallen, im Gegensatz zu Red Dawn, nicht mutig genug, die Nordkoreaner direkt als die Bösen ins Rennen zu schicken, sondern sendet lediglich eine NGO-Terrortruppe nordkoreanischer Herkunft. Das Land selbst als die böse Macht zu darzustellen, war wohl zu brisant. Die amerikanische Truppe ist dafür nahezu nach einer Checkliste politisch korrekt inszeniert: Neben Morgan Freeman sind eine Frau und ein mexikanisch Stämmiger die engsten Vertrauten des Präsidenten. Was wirkt, als wollte man Quoten erfüllen, steht dann wiederum im Kontrast zu Bannings Handeln, der ohne mit der Wimper zu zucken zwei Terroristen foltert, um an Informationen zu kommen.

    Generell muss man bedenklich feststellen, dass das Publikum in Polit-Thrillern (beispielsweise in Zero Dark Thirty, wo mit Folter zwar nichts direkt erreicht wird, diese aber dennoch als notwendiges Übel hingenommen wird) immer mehr auf die Botschaft hin sensibilisiert wird, dass Folter im Notfall ein legitimes und wirksames Mittel zur Problemlösung darstellt. Langsam stellt sich ein Gewöhnungseffekt ein und so kann man auch schulterzuckend vergessen, dass es Obama nicht gelungen ist das amerikanische Ferienparadies Guantanamo zu schließen. In Olympus Has Fallen mag das nur eine kurze und relativ unbedeutende Szene sein, doch handelt es sich um eine Botschaft, die jeder und jedem im aufgeklärten Europa die Haare aufstellen müsste und auf die kritisch hingedeutet werden muss.

    Fazit:
    Diese düsterste Stunde eint die Vereinigten Staaten von Amerika stärker als je zuvor“ und ähnliche Sprüche regnet es, neben dramatisch fallenden Sternenbannern in Olympus Has Fallen und sie machen dieses Werk zu einem erstklassigen Propagandafilm, der sich leider auch in keinster Weise bemüht ironisch oder zynisch zu sein. Wer sich damit abfinden kann, bekommt aber einen solide inszenierten Action-Polit-Thriller, der durchaus zu unterhalten vermag, aber immer wie der kleinere und in wirklich jeder Hinsicht schlechtere Bruder des ersten Stirb Langsam Teils wirkt. Nimmt das Publikum indessen Olympus Has Fallen und seine inbrünstige Indoktrination mit Humor und der nötigen Distanz, vermag der Film durchaus kurzweilig zu unterhalten.

    „God bless the United States of America!“



  • Wertungen
  • Story
    2,0
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    1,5
    Spannung:
    3,5
    Darsteller:
    2,5
    Gesamt:
    2,5
    Verfasst von:
    Johannes Mayrhofer
    Bestellen bei:
    Jetzt auf Amazon bestellen

BILDER ZUM FILM

Komentare (0)

Um einen Kommentar verfassen zu können müssen Sie sich einloggen. Sollten Sie noch keinen DVD-Forum.at Account haben, registrieren Sie sich bitte hier.

 

Weitere Diskussionen zu diesem und vielen anderen Themen findest du im Forum von DVD-Forum.at.

Rechtliche Hinweise:
Die in den Kommentaren geäußerten Meinungen geben ausschließlich die Ansichten der User wieder, von denen sie gepostet wurden. Diese müssen sich nicht mit der Meinung der Redaktion von DVD-Forum.at sowie deren Partnern decken. Wir behalten uns vor, Kommentare die gegen unsere Nutzungsbedingungen oder gegen straf- oder zivilrechtliche Normen verstoßen bzw. dem Ansehen von DVD-Forum.at schaden können auch ohne Angabe von Gründen zu löschen. Gegen diese Schritte können keine Ansprüche geltend gemacht werden. Bei wiederholten Verstößen ist mit einem Ausschluss aus unserer Community zu rechnen, weiters behält sich DVD-Forum.at bei schwerwiegenden Verstößen wie strafrechtlich relevanten Tatbeständen vor Anzeige zu erstatten und/oder Schadenersatzansprüche geltend zu machen.

Userkritiken

Userkritiken

Um eine Kritik auf DVD-Forum.at abzugeben musst du angemeldet sein.

Der richtige Mann am falschen Ort oder wie es Gerard Butler schaffte in einem Stirb Langsam Remake, 30 Jahre nach dessen erscheinen immer noch zu unterhalten mit der simpelsten aller Formeln...

Wenn in den 80ern oder späten 90ern die Welt mal wi...

Weiterlesen...

geschrieben am 27.12.2013 um 03:07

Cover

Cover

Bewerte den Film!

Meine Wertung:


Community Wertung:

ø Wertung: 7/10 | Wertungen: 14 | Kritiken: 1

Anzeige

Anzeige