Star Trek Into Darkness

  • Informationen zum Film
  • Star Trek Into Darkness

  • Originaltitel:
    Star Trek Into Darkness
    Genre:
    Action, Sci-Fi, Abenteuer
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2013
    Kinostart Österreich:
    09.05.2013
    Kinostart Deutschland:
    09.05.2013
    Kinostart USA:
    17.05.2013
    Verleiher Österreich:
    Paramount Pictures International
    Verleiher Deutschland:
    Paramount Pictures International
  • Inhalt
  • Nachdem die Crew der Enterprise zurück nach Hause geholt wird, findt sie eine unaufhaltsame Kraft des Terrors in ihrer eigenen Organisation, welche die gesamte Flotte und alles für das sie steht, zerstört. Die Welt befindet sich in der Krise. Eine persönliche Rechnung begleichend, führt Captain Kirk eine Verbrecherjagd an auf einem Kriegszonen-Planeten, um eine menschliche Massenvernichtungswaffe zu fangen. Als unsere Helden in ein episches Schachspiel von Leben und Tod gezogen werden, wird Liebe auf die Probe gestellt, Freundschaften auseinandergerissen. Kirk muss Opfer bringen für die einzige Familie, die ihm bleibt: seine Crew.

  • Filmkritik
  • Hollywoods Goldjunge Jeffrey Jacob Abrams treibt sich in vielerlei Genres herum und ist auch mutig genug und bereit Kultklassikern seinen eigenen Stempel und Willen aufzudrücken, was nicht unbedingt immer auf Gegenliebe stößt. Dieser Mann war der Kopf hinter den Mystery-Serien Alias, Lost und Fringe, dieser Mann produzierte Cloverfield und dieser Mann wagte sich an die Klassiker Mission Impossible und Star Trek. Letzteren führt er, zwei Jahre nach seiner letzten außerirdischen Regiearbeit Super 8, in die Dunkelheit. Allen seinen Werken ist gemein, dass sie seiner eigenen, ganz speziellen Ästhetik und Stilistik folgen, die bei der Wahl seiner durchwegs schönen Darstellerinnen und Darsteller anfängt und selbst in der ausweglosesten Situation eines Flugzeugabsturzes auf einer einsamen Insel – oder aktueller, eines Raumschiffs, das ohne Antrieb, berstend und knarrend mit Rissen in der Hülle, aus denen dampfend der letzte Sauerstoff entweicht, auf einen Planeten zu rast – dennoch seltsam abgeklärt und durchkonstruiert wie eine Hochglanzfotografie aus einer teuren Zeitschrift wirkt.


    Abrams arbeitet, gleich ob bei Lost, Alias oder Star Trek Into Darkness mit Symbolen und Metonymie: Jemand wird bei einem Kampf drei Meter durch die Luft geschleudert, landet gekrümmt vor Schmerz, wird weitere Male getreten, bevor er sich hochrafft und die Prügelei brachial weitergeht und dieser Jemand trägt nach jenem Kampf einen symbolhaften Kratzer auf Wange oder Stirn, der die Gefahren des Kampfes in sich vereint darstellt und möglichst wenig weitere Beeinträchtigung auf Abrams strahlend durchkonstruierte Gesamtkomposition hat. J.J. Abrams Kinematographie ist weit davon entfernt die Realität nachzubilden, weder in der Handlung seiner Abenteuer noch in der Darstellung, doch scheint dies auch niemals Abrams Ziel. Er will spannende und emotional berührende Geschichten in makellosen Bildern vermitteln und zumindest in der Illustration gelingt ihm dies völlig. Es wäre ungerecht, würde man seinen Stil lediglich auf den übertriebenen Einsatz von Blend-Effekten reduzieren, wenn diese auch auf der Brücke der Enterprise keinesfalls zu kurz kommen. Man muss sich vor der Sichtung eines Abrams-Films bewusst machen, ob man sich auf seine lediglich werkintern funktionierende Inszenierung der Realität einlassen kann, denn mit der Anerkennung oder Ablehnung von J.J. Abrams Filmstil steht und fällt viel seines Werks. Lässt man sich darauf ein, steht auch bei Star Trek Into Darkness einem vergnüglichen und köstlich amüsanten Weltraum-Abenteuer nichts mehr im Wege.


    Trotz aller sprachlicher Stereotypen, die man der international friedlich zusammen arbeitenden Besatzung der Enterprise zugeschrieben hat, überzeugt die Chemie der jungen Crew auf der Brücke. Der junge Kirk, dargestellt von einem oft in dieser Rolle kritisierten Chris Pine, ist, wie auch schon in Abrams vorangegangenem Star Trek, hin und her gerissen zwischen Aufopferungsbereitschaft, der Einhaltung von Regeln, moralischen Entscheidungen und den Konsequenzen, die seine Taten nach sich ziehen. Bei aller Kritik, die Chris Pine vorgeworfen wird, darf man bei seiner Darstellung Kirks nicht vergessen, in welchem gigantischen, hauptsächlich durch den Lauf der Zeit gewachsenen, Schatten und Kultstatus William Shatners dieser agieren muss. Als Neuzugang findet sich die Waffenexpertin Dr. Carol Marcus, gespielt von Alice Eve, auf der Enterprise, die, neben Uhura (Zoe Saldana) als zweite starke Frauenfigur mit eigenen moralischen Beweggründen inszeniert wird, dabei aber etwas blass bleibt. Wie auch schon im ersten Teil wird der vermeintliche Hauptdarsteller Chris Pine und mit ihm eigentlich die gesamte Crew, aber von einem jungen Spock, exzellent von Zachary Quinto in Szene gesetzt, in den Schatten gedrängt und auf darstellerischer Ebene hat Quinto in Benedict Cumberbatch in Star Trek Into Darkness einen mindestens ebenbürtigen Gegner gefunden.


    Im Vorfeld wurde ein großes Geheimnis um die Figur Cumberbatchs kreiert, eine Diskussion angezettelt, ob nun seine Rolle John Harrison nicht eigentlich der Ur-Antagonist Khan sei. Die Antwort auf diese Frage wird hier nicht gegeben, erübrigt sie sich doch in völliger Irrelevanz. Benedict Cumberbatch spielt John Harrison zunächst kühl, emotionslos und überlegen. Mit zunehmender Aufdeckung seiner Beweggründe verfällt Cumberbatch in eine Wut, wird aggressiver, furioser und manischer, zeigt auf schauspielerischer Ebene einen überzeugenden Bösewicht, wie ihn die Galaxie noch nicht gesehen hat. Die Besetzung Cumberbatchs ist zweifellos Abrams größter Geniestreich bei Star Trek Into Darkness gewesen. In Zeiten, in denen die Antagonisten oftmals versuchen hauptsächlich durch ihre digitale Bearbeitung in Erinnerung zu bleiben und dabei durch ihre belanglose Quantität in unzähligen Blockbustern zum Scheitern verurteilt sind, ist es schlicht großartig zu sehen, wie ein Bösewicht durch die brillante Charakterdarstellung im Gedächtnis bleibt. Fast möchte man Benedict Cumberbatchs Figur als die Weltraum-Interpretation des letzten Bond-Schurken (Javier Bardem) in Skyfall betrachten. Neben seiner Aura sind alle anderen Figuren auf der Leinwand zu einem gnadenlosenSchattendasein vergattert, einzig Zachary Quinto als Spock ist ansatzweise in der Lage aus diesem Schatten zu klettern und den Kampf mit Cumberbatch aufzunehmen und so sind in Star Trek Into Darkness auch die intensivsten Momente ein Zusammenspiel jener beiden Schauspieler.


    Fazit:
    J.J. Abrams hatte mit seiner Star Trek Neuauflage die schwierige Aufgabe einerseits alteingesessene Star Trek Fans zu begeistern, andererseits auch Menschen zu erreichen, die bisher mit Star Trek wenig anfangen konnten und nicht als zweite Fremdsprache Klingonisch sprechen. Erstere Gruppe könnte auch mit diesem, teils fast schon seifenopernartigen zweiten Abrams Star Trek Film ihre Schwierigkeiten haben, alle anderen bekommen ein gelungenes Science Fiction Epos, das neben exzellenten digitalen Effekten vor allem von den beiden brillanten Darstellern Zachary Quinto und Benedict Cumberbatch lebt, deren Duell auch über kleinere Drehbuchschwächen hinwegblicken lässt. Star Trek Into Darkness mag auf lange Frist nicht in die Science Fiction Annalen eingehen, mit anderen aktuellen Blockbuster-Produktionen hält dieser Film aber mühelos mit. Wer sich mit Abrams Ästhetik abfinden kann, bekommt einen kurzweiligen, aber unterhaltsamen und gut inszenierten Ausflug in die unendlichen Weiten, der teils auch spannende Themen wie moralisches Handeln und Pflichtbewusstsein anschneidet.
    Abschließend bleibt zu ergänzen, Abrams hat mit Star Trek Into Darkness bewiesen, dass er bestens mit Science Fiction umgehen kann und so ist auch die Vorfreude auf seine Interpretation von Star Wars geweckt. Und näher an den Weltfrieden, als die beiden Gegensätze Star Trek und Star Wars unter einem Regisseur zu vereinen, wird die Menschheit wohl auch in den nächsten zwei Millennien nicht kommen.

  • Wertungen
  • Story
    3,5
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    2,5
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    3,5
    Verfasst von:
    Johannes Mayrhofer
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Userkritiken

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Das zweitet Abenteuer in der neuen Zeitlinie der Enterprise bringt einiges neues und vor allem viele Anspielungen an den zweiten Film der alten Reihe. Doch immer eins nach dem anderen. Es ist 4 Jahre her dass wir das erste Abenteuer erleben durften....

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geschrieben am 09.05.2013 um 11:29

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ø Wertung: 8,2/10 | Wertungen: 20 | Kritiken: 1

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