The Lady - Ein geteiltes Herz

  • Informationen zum Film
  • The Lady - Ein geteiltes Herz

  • Originaltitel:
    The Lady
    Genre:
    Biographie, Drama
    Produktionsländer:
    Frankreich, UK
    Produktionsjahr:
    2011
    Kinostart Österreich:
    06.04.2012
    Kinostart Deutschland:
    05.04.2012
    Verleiher Österreich:
    Constantin Film
    Verleiher Deutschland:
    Universum Film
  • Inhalt
  • Gemeinsam mit ihrem Ehemann Michael Aris ( David Thewlis ) und ihren beiden Söhnen genießt Aung San Suu Kyi ( Michelle Yeoh ) in Oxford ein glückliches Leben. Einzig die stets schlimmen Nachrichten über ihr Heimatland Birma lassen sie kurz erschaudern. Als sie eines Tages vom Gesundheitszustand ihrer Mutter erfährt, muss sie ins krisengeschüttelte Rangun reisen. Ihre Ankunft wird von den verschiedensten Seiten wahrgenommen, da Suu Kyi die Tochter eines Volkshelden ist, und vor allem für das regierende Militär eine Gefahr darstellen könnte. Als sie im Krankenhaus ihre Mutter besucht wird sie Zeugin eines dramatischen Zwischenfalls. Studenten wurden nach einer friedlichen Protestkundgebung von der Miliz durch die Straßen gejagt. Diejenigen die zu langsam waren, oder sich ein wenig zur Wehr setzten, wurden brutal erschossen. Auch als ein Arzt sich schützend vor einen verwundeten Studenten stellte, wurde ohne zu zögern exekutiert. In diesem Moment wusste Aung San Suu Kyi dass sie ihrem Land helfen muss. Ihr Familienleben wird schweren Herzens nach hinten verschoben. Sie gründet eine Partei für ein demokratisches Birma und stellt sich zur Wahl. Obwohl die Regierung der tapferen und aufopfernden Mutter jede Menge Steine in den Weg legen wollen, prasselt jeder Einschüchterungsversuch von ihr ab. Das Volk steht hinter ihrer neuen Heldin und wählt Aung San Suu Kyi zu ihrer Premierministerin. Jedoch anerkennt die Regierung diese Wahl nicht an und stellt THE LADY unter Hausarrest.

  • Filmkritik
  • Vor einigen Jahren ließ der Filmemacher Luc Besson der Öffentlichkeit wissen, dass er nicht öfter als zehn Mal den Regiestuhl benützen würde. Viel lieber seien dem Franzosen das Schreiben von Drehbüchern, sowie das Produzieren von Kinofilmen. Nun, zu Beginn seiner Karriere als Regisseur schien er sich an sein Konzept zu halten. Nur spärlich und mit großen Zwischenräumen entstanden seine Filme. Dabei verwöhnte er sein Publikum mit Werken, die der Filmfan nie wieder vergessen sollte. Von LE DERNIER COMBAT, SUBWAY, IM RAUSCH DER TIEFE, NIKITA über die Dokumentation ATLANTIS, bis hin zu LEON DER PROFI, DAS FÜNFTE ELEMENT, JOAN OF ARC und ANGEL-A stehen diese „All Time Favoriten“ in vielen privaten Sammlungen. Für die ARTHUR UND DIE MINIMOYS TRILOGIE warf Luc sein Vorhaben, nur zehn Regiearbeiten abzuliefern, über Bord. Das dreizehnte Projekt DIE ABENTEUER DER ADELE BLANC SEC nahm Luc Besson mit, da er dafür keinen geeigneten Filmemacher fand. Schuld für seine viertzehnte Arbeit war die Schauspielerin Michelle Yeoh, als sie bei Luc mit einem Drehbuch zu THE LADY vorstellig wurde.


    Bei THE LADY handelt es sich um die wahre Geschichte einer Politikerin, die noch bis zum heutigen Tag um den Frieden in ihrem Land kämpft. Aung San Suu Kyi aufopfernde Tätigkeiten und ihre uneingeschränkte Konsequenz brachte ihr im Jahre 1991den Friedennobelpreis für gewaltlosen Kampf für Demokratie und Menschenrechte. Suu Kyi, die mehr als 15 Jahre unter Hausarrest gestellt und erst 2010 entlassen wurde, erhielt im Jahre 2000 von Bill Clinton die Freiheitsmedaille, die höchste zivile Auszeichnung der USA. Am 29. Januar 2012 gab Aung San Suu Kyi bekannt, wieder bei künftigen Parlamentswahlen teilnehmen zu wollen.


    Es ist und war wohl ein persönliches Anliegen von Luc Besson dieses Werk auch selbst zu inszenieren. Leider ist dieser Einsatz im Film selbst nicht so sehr erkennbar. Ließ sich der Regisseur in seinen vergangenen Werken Zeit und Raum um ein persönliches Flair zu präsentieren, so wirkt THE LADY in gesamten Verlauf viel zu gehetzt und zu gedrängt. THE LADY erzeugt den Verdacht als müssen all die erlebten Geschichten der Protagonistin auch filmtechnisch untergebracht werden. Zu wichtig erschien es wohl den Verantwortlichen, genau die Punkte der Geschichte abzuarbeiten. Dabei wäre es gar nicht nötig gewesen all die Telefonate zwischen zweier Personen zu zeigen. Auch hätte es nicht alle Zusammenkünfte der Familie gebraucht. Stattdessen wäre an einigen Stellen das Tempo rauszunehmen, und dabei die hörbare Filmmusik von Eric Serra verstärkt einzusetzen, wesentlich besser gewesen. Luc ist an und für sich berühmt eine unsagbare Atmosphäre zu schaffen. Hier allerdings ist ihm das nicht ausreichend gelungen.


    Auch gesellen sich fragwürdige Passagen in das Gesamte, die möglicherweise an einer falschen Übersetzung liegen, oder auch der unrunden Schnitttechnik zu Grunde liegen. In einer Passage war zu hören, dass während eines Hausarrestes nur der eigene Mann und ihre zwei Söhne in ihre Nähe dürfen. Ab der nächsten Einstellung war in jeder zweiten Sequenz ihre Haushälterin im selben Raum zu sehen. Oder als sie wegen der inhaftierten Kollegen in den Hungerstreit getreten war, gab sie bekannt, dass sie bereits seit drei oder vier Tagen ohne Essen auskommt. Dabei wurden die Kollegen erst am gleichen Morgen abgeholt. Oder als letztes Beispiel mehrerer Merkwürdigkeiten sei erwähnt, dass Suu Kyi bereits Mitte der neunziger Jahre aus dem Hausarrest entlassen wurde. Am Ende steht noch vor dem Abspann, dass THE LADY erst Ende 2010 entlassen wurde. Nur meinen Recherchen während dieser Kritik zur Folge konnte ich dieses Rätsel knacken. Aung San Suu Kyi wurde mehrmals entlassen und wieder arretiert. Aber dies geht aus dieser Produktion nicht hervor.


    Aber trotz dieser eklatanten Schwächen darf man THE LADY nicht zu den schlechteren Filmen in diesem Jahr zählen. Zu attraktiv ist die schauspielerische Fähigkeit einer Michelle Yeoh, die mit viel Hingabe diese charismatische Figur wiedergibt. Zu schön ist der Soundtrack von Eric Serra, und zu professionell ist die Handhabe der Kamera. Letztere beweist, dass man auch in schnelleren Passagen nicht nah am Geschehen sein muss, um wirkungsvolle Bilder abzuliefern. Auch die Regie ist für „normale“ Verhältnisse vorzeigbar. Nur ist der Kinokenner und Bewunderer seiner Arbeiten „mehr“ oder auch „Besseres“ von einem Luc Besson gewohnt. Ganz klares Ausrufungszeichen setzt das Drehbuch. Aber hier punktet die wahre Geschichte mehr als die Liste aller Gegebenheiten, die es abzuarbeiten galt.


    Fazit:


    Wer bei einer wahren Geschichte alle wichtigen Stationen im Leben der Protagonistin gebraucht, der wird mit THE LADY seine helle Freude haben. Dem Kinobesucher, der sein Ticket wegen dem Regisseur löst, sei gesagt, dass seine ansonsten immer vorhandene Atmosphäre und somit auch das Gefühl, hier ein wenig auf der Strecke bleiben. Insgesamt ist THE LADY, auch trotz aller Mankos, ein solides Werk geworden, welches auch in der enormen Laufzeit von 130 Minuten funktioniert.

  • Wertungen
  • Story
    3,5
    Musik:
    4,0
    Unterhaltung:
    2,5
    Anspruch:
    3,0
    Darsteller:
    3,5
    Gesamt:
    3,0
    Verfasst von:
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