Hesher

  • Informationen zum Film
  • Hesher

  • Originaltitel:
    Hesher
    Genre:
    Drama
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2010
  • Inhalt
  • Vor zwei Monaten hat TJ seine geliebte Mutter verloren. Dieses Ereignis hat den 13 Jährigen ganz schön aus der Bahn geworfen. Noch ärger hat es seinen Vater Paul erwischt. Seit dem Tod seiner geliebten Frau ist er schwer depressiv geworden und dank der Pharmazie verschläft er fast den gesamten Tag. Nun wohnen die beiden bei TJ`s Großmutter die vergeblich zu helfen versucht. Da es dem Jugendlichen etwas besser als seinen Vater geht, versucht er jene Verantwortung zu übernehmen, die eigentlich Paul zustehen würde. Als TJ eines Tages frustriert durch die Gegend wandert, steht er plötzlich vor einem scheinbar verlassenen Haus. Die große Scheibe an der Vorderseite ist für ihn genau das Richtige um etwas Dampf abzulassen. Er schnappt sich einen Stein und zerstört mit einem Wurf treffsicher das Glas. Aber plötzlich hört er Polizeisirenen, die zu seinem Entsetzen immer näher kommen. Auch bemerkt er dass sich ein Hausbesetzer auf diesem Grundstück befindet. So schnell sie können flüchten die beiden vor der eintreffenden Polizei. Kaum dem Gesetzeshüter entflohen wird TJ bewusst dass er stattdessen ein ganz neues Problem auf dem Hals hat. HESHER, knapp zehn Jahre älter als er, braucht jetzt ein neues Quartier und nistet sich ungefragt in TJ`s Familienhaus ein.

  • Filmkritik
  •  


    „Sometimes life gives you the finger and sometimes it gives you…“


    Wenn ein geliebtes Familienmitglied stirbt, dann spielt Zeit eine ganz wichtige Rolle um loslassen zu können. Wenn die Trauer dennoch bleibt, und man nichts mehr auf die Reihe bekommt, dann sollte Hilfe in Anspruch genommen werden. Sich auszuweinen, oder einfach mit Freunden etc, darüber zu sprechen, bleibt in vielen Fällen ein nutzvolles Hilfsmittel. Die wahrscheinlich unglücklichste Variante ist, wenn ein neuer Mensch wie zum Beispiel HESHER ins Leben tritt. Ein durchgeknallter Heavy Metal Freak, der statt Frieden jede Menge Chaos in die Familie bringt, dies kann doch nicht gut gehen. Aber in der Welt von Independent Regisseur Spencer Susser ist wohl vieles möglich.

    Nach den ersten miterlebten Minuten werden sich einige unter den Zusehern fragen, was sie da eigentlich sehen. Nun, es handelt sich mit Sicherheit um einen skurrilen Film der seine Akzente aus der Komödie zieht. Bleibt man aber länger am Ball, dann wird einem schnell bewusst, dass eine gewisse Tragik zum Vorschein kommt. Nicht dass es sich hier um ein ausgewaschenes Drama handelt, aber ein ernster Tiefgang ist immer konstanter vernehmbar. Der anfänglich geglaubte oberflächliche und etwas eigenartige Film entpuppt sich in weiterer Folge zu einem subtilen Werk, über das der Betrachter länger nachdenken könnte. Die unglaubliche Geschichte bleibt vom Start weg eine Interessante, und die Dialoge sind wohl durchdacht gewählt. Zwar sind sie laut, zuweilen auch von der herben Sorte, aber die gesprochenen Worte ergeben immer einen Sinn, wenngleich man die Substanz nicht immer sofort zu erkennen vermag. Schlussendlich, und nach dem Ende des Filmes bleibt der Eindruck, dass man etwas Neues, und vor allem etwas richtig Kreatives gesehen hat.

    Blickt der Filmliebhaber auf den Film HESHER zurück, dann wird vermutlich als allererstes Joseph Gordon Levitt ins Gedächtnis gerufen. Es ist klar dass der 30 jährige Schauspieler zu den populären Darstellern der Gegenwart zählt. Seine schauspielerischen Fähigkeiten in INCEPTION oder 500 DAYS OF SUMMER weisen eindeutig darauf hin. In HESHER beweist Joseph seine Vielseitigkeit. Hier darf er mit Mut zum Hässlichen, unbekümmert aufs Ganze gehen. Für die Rolle des TJ wurde Devin Brochu gefunden. Zwar hat Devin schon in Filmen wie IN THE VALLEY OF ELAH oder in RUBBER mitgewirkt. In HESHER wurde dem Jungen zum ersten Mal eine tragende Rolle zuteil. Es ist noch etwas früh um über seine Zukunft zu sprechen. Aber seine Performance war klasse und vieles deutet auf eine erfolgreiche Karriere als Schauspieler hin. Den weiblichen Part übernahm Natalie Portman, die einmal mehr beweist wie sehr sie ihr Talent einsetzen kann. Für Rainn Wilson, der den meist schlafenden Vater mimt, hat das Drehbuch zu wenig zu bieten. Daher ist seine Leistung nicht unbedingt weiter erwähnenswert. Eine ganz große Diva der Glammerwelt gibt sich in HESHER ebenfalls die Ehre. Piper Laurie, geboren 1932, weist mittlerweile eine Filmographie von 110 Filmtitel auf. Die oscarnominierte Schauspielerin war unter Anderem in HAIE DER GROßSTADT und CARRIE zu sehen. In HESHER spielt sie die etwas schrullige Madeleine Forney.

    Fazit:

    HESHER ist eine Low Budget Produktion, welche durch seine Eigenart und durch seine großartigen Charaktere funktioniert. Zwar braucht der Zuseher ein wenig Zeit der Eingewöhnung, aber mit Fortdauer gewinnt diese Komödie mit Tiefgang enorm an Sympathie. HESHER ist völlig berechtigt Stammgast auf verschiedenen Festivals. Den ViENNALE Fans sei verraten dass Spencer Sussers Werk auf „unserem“ Festival gezeigt wird.


     

  • Wertungen
  • Story
    4,0
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    3,5
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    3,5
    Verfasst von:
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geschrieben am 08.09.2011 um 23:46

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ø Wertung: 7,8/10 | Wertungen: 5 | Kritiken: 1

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