Winter's Bone

  • Informationen zum Film
  • Winter's Bone

  • Originaltitel:
    Winter's Bone
    Genre:
    Thriller, Mystery, Drama
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2010
    Kinostart Österreich:
    01.04.2011
    Kinostart Deutschland:
    31.03.2011
    Verleiher Österreich:
    Filmladen
    Verleiher Deutschland:
    Ascot Filmverleih
  • Inhalt
  • Ozark Mountains ist ein unbedeutendes Kaff, welches irgendwo im südlichen Missouri liegt. Für die Einwohner gibt es in dieser Gegend nichts Wesentliches zu erleben. Ein wenig ländliche Musik mit billigen Fussel, oder noch billigeren Drogen konsumiert, stellt schon so etwas wie das Highlight der Woche dar. Ree, ein 17 jähriger Teenager, fristet ihr trostloses Dasein in dieser Einöde. Statt sich mit Gleichgesinnten zu umgeben, spielt sie Mama und passt auf ihre beiden Geschwister auf. Die eigentliche Mutter kann wegen ihrer psychischen Probleme schon lange nicht mehr für ihre Kinder sorgen. Der Vater, ein krimineller Drogendealer, ist seit Tagen verschwunden. Ein anstehender Gerichtstermin hat ihn wohl veranlasst vorerst unterzutauchen. Zum Unglück von Ree hat der missratener Vater das Haus als Sicherheit für die Kaution angegeben. Und ein nicht wahrgenommener Termin, lässt eine Pfändung wirksam werden. Ree bleibt eine Woche um ihren Vater zu finden. Ansonsten verliert die Familie das Haus, und wird somit obdachlos. Für die 17 Jährige steht außer Frage dass sie ihren „liebevollen“ Daddy aufstöbern muss. Auf ihrer unglaublichen Reise begegnet sie durch Drogen veränderte Menschen, nicht helfen wollende Familienmitglieder, und jede Menge weiterer gescheiterter Existenzen. Für Ree nichts außergewöhnliches, schließlich sind genau das ihre Nachbarn.

  • Filmkritik
  • Between what you see and what you hear lies the Truth you`re not meant to know



    Bei Oscar nominierte Filme handelt es sich zumeist um größer budgetierte oder glamouröse Hollywoodproduktionen. Manchmal nimmt „the Academy“ aber gerne einen Außenseiter mit ins Boot. Komödien wie JUNO oder LITTLE MISS SUNSHINE, oder das Drama FROZEN RIVER als Beispiel, durften sich mit der einen oder anderen Nominierung / Auszeichnung schmücken. Im heurigen Jahr gibt es wieder diesen typischen Individuallisten, der in den Kategorien BESTER FILM / BESTE WEIBLICHE HAUPTROLLE / BESTES DREHBUCH ins Rennen um die begehrten Oscars geschickt wurde.

    Wer im Vorfeld den Trailer zu WINTER`S BONE gesehen hat, durfte einen anziehenden Thriller erwarten. Die Aneinanderreihung der einzelnen Sequenzen in diesem „ Kurzfilm“ versprach einen Spannungsbogen, der eine Gänsehaut garantiert. Doch wer unter dem Vorsatz ins Kino geht, und eben ein intensives Genrewerk erwartet, könnte mit einer leichten Enttäuschung den Kinosaal verlassen. Denn dieses Intensive und Knisternde kommt in WINTER`S BONE nicht vor. Die Verantwortlichen versprachen sich durch das Vorspielen falscher Tatsachen ein größeres Zielpublikum. Mag dieses Vorhaben auch geglückt sein. Den Einen oder Anderen wird dadurch aber ein wenig die Laune getrübt. Denn der erwartende Thriller entpuppt sich als ein reines Drama, der seine intensiven Passagen viel eher aus den Dialogen bezieht.


    I ain't going anywhere.


    Dies bedeutet aber nicht gleichzeitig, dass WINTER`S BONE zu einem schlechten Film avanciert. Dieser Umstand besagt lediglich, dass der Zuseher statt ein schnelleres Werk, ein sehr sehr Ruhiges vorgesetzt bekommt. Aber hat man sich an die veränderten Umstände und das vorherrschende Tempo gewöhnt, wird schnell klar, dass diese Produktion durchaus ihre Klasse besitzt. Diese ländliche, und noch vielmehr Gott verlassene Gegend, vermittelt ein unbehagliches Gefühl, jenes in den bereits erwähnten „typischen“ Hollywoodproduktionen meist schmerzlich vermisst wird. Diese Welt, in der sich die Protagonisten bewegen, ist eine für uns fremde Region. Dazu kommt dass die Geschichte, so einfach sie auch gestrickt ist, durchaus ihre Reize besitzt. Und nicht zuletzt lebt WINTER`S BONE von der eindrucksvollen Leistung der Hauptdarstellerin.

    Zu Beginn ihrer noch kurzen Karriere tingelte Jennifer Lawrence in TV Serien wie MONK; COLD CASE oder MEDIUM herum, bevor sie Regisseur Jason Freeland für GARDEN PARTY ( 2008 ) engagierte. Im selben Jahr bekam Jennifer ihre erste „Leading Role“. THE POKER HOUSE entstand unter der Leitung von Lori Petty, die bislang eher als Darstellerin bekannt war. In THE BURNING PLAIN ( 2008 ) stand die 21 jährige in Kentucky geborene Amerikanerin gemeinsam mit Charlize Theron vor der Kamera. Mit WINTER`S BONE wird sie die Reihe der budgetärmeren Projekte ablegen, und sich ab sofort auf sogenannte „ Mayors“ freuen dürfen. Das Prequel für die X-MEN Serie, X-MEN: FIRST CLASS ( 2011 ), indem sie die junge Mystique verkörpert, dürfte hierfür als Beweis genügen.



    Fazit:

    Die ausdrucksstarke Performance von Jennifer Lawrence ist das essenziellste Puzzleteil des Gesamten. Das langsame Tempo muss vom Publikum, wie weiter oben besprochen, erst erarbeitet werden. Aber weder die Ausstattung, noch das schauspielerische Personal wirkt, als wäre es nur für den Film geboren. Alles in WINTER`S BONE scheint, als wäre es dokumentarisches Material aus einem realen Szenario. Und wie das Leben in dieser fremden und unbehaglichen Welt so ist, so fühlt der Zuseher während dem betrachten. WINTER`S BONE ist Realismus pur, und vielleicht gerade deshalb unbedingt sehenswert.

  • Wertungen
  • Story
    4,0
    Musik:
    3,0
    Anspruch:
    3,0
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    3,5
    Verfasst von:
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ø Wertung: 7,6/10 | Wertungen: 5 | Kritiken: 0

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