Enter the Void

  • Informationen zum Film
  • Enter the Void

  • Originaltitel:
    Enter the Void
    Genre:
    Drama
    Produktionsländer:
    Frankreich, Deutschland, Italien, Kanada
    Produktionsjahr:
    2009
    Kinostart Deutschland:
    26.08.2010
    Verleiher Deutschland:
    Wild Bunch
  • Inhalt

  • Dabei hatte Oscar seiner Schwester Linda hoch und heilig versprochen, dass sie in ihren Leben nie mehr entzweit werden. Doch seit dem schweren Autounfall, indem beide Elternteile ihr Leben ließen, kam es zur unweigerlichen Trennung. Nun ist Oscar erwachsen, und fristet in Tokio eher schlecht denn recht sein Dasein. Über Wasser hält er sich mit kleineren Drogengeschichten. Vieles von dem Gift verwendet Oscar für seine Selbsterfahrungen. Der Rest wird für gutes Geld in der nahe liegenden Diskothek angeboten. Im Hinterkopf haftet immer der Gedanken, dass er Linda schon bald wieder in seine Arme schließen wird. Das gesparte Geld wird sie demnächst zu ihm nach Tokio bringen. Doch kaum angekommen lässt sich die kleine Schwester mit zwielichtigen Asiaten ein, die ihr einen Job als Stripteasetänzerin anbieten. Viel davon bekommt Oscar nicht mit, immerhin entfremden die Drogen immer mehr sein Bewusstsein. Als Linda für ihren neu gewonnenen Arbeitgeber wieder Liebesdienste ableisten muss, steht für den bekifften Bruder ein Auftrag bevor. Er soll das gesamte Zeug, jenes er im Kühlschrank versteckt, in das anliegende Lokal bringen. Viel zu spät erkennt er, dass es sich hierbei um eine Falle handelt. In letzter Sekunde kann der aufgebrachte Bruder die verbotenen Mittel in der Toilette vernichten. Die Polizei, die bereits vor der Türe Aufstellung genommen hat, klopft unaufhörlich. Da fällt ein Schuss…

  • Filmkritik

  • Viele Filme hat der 1963 in Argentinien geborene Filmemacher Gaspar Noè bislang noch nicht gedreht. Nur einige Kurzfilme und drei Langspielfilme stehen in seiner Filmographie. Trotzdem ist dem Filminsider der Name Gaspar Noè ein respektabler Begriff. Denn sowohl sein Regiedebüt ( MENSCHENFEIND ), als auch der Zweite ( IRRÈVERSIBLE ) sind Werke, die einen unwiderlegbaren Ruf besitzen. Obwohl beide Filme schon 13 beziehungsweise 9 Jahre zurückliegen, spricht man über sie, als ob erst kürzlich Drehschluss war. Im vorigen Jahr entstand Gaspars neueste Produktion ENTER THE VOID. Und so viel gleich vorweg. ENTER THE VOID wird mit absoluter Sicherheit, so wie die Vorgänger auch, nicht vergessen. Der Filmemacher benötigte zwei Jahre an Vorproduktion, bis der Dreh selbst bevorstand. Danach ging es für mehrere Monate nach Tokio und Montreal um die unvergesslichen Bilder einzufangen. Und danach wurde noch knapp ein Jahr für die „Postproduction“ geopfert. Am Ende dauerte das Projekt ENTER THE VOID 3,5 Jahre.

    ENTER THE VOID – DER NEUE 2001 ??


    Spätestens nachdem der Betrachter diesen Film mehr oder weniger erfolgreich hinter sich gebracht hat, wird klar das Gaspar Noè ein Fan von Stanley Kubricks 2001 sein muss. Denn während der gesamten Laufzeit von 161 Minuten ist der Science-Fiction Film aus dem Jahre 1968 allgegenwärtig. Von Oscars Drogenerfahrungen, die Dr. Bowmans Erleuchtungen im Weltraum sehr ähneln, bis hin zum Neubeginn eines menschlichen Leben, jene beide Filme am Ende in sich tragen, gibt es viele Parallelen. Ob dies der Qualität des hier zu kritisierenden Werkes hilft oder schadet bleibt unbeantwortet. Fakt ist, dass diese Komponente etwas sehr interessantes darstellt.

    GEWALTVOLLER BILDERRAUSCH ODER ALBTRAUMHAFTER WIRRWARR ?


    Einen Gaspar Noè Film zu sehen, ohne Vorkenntnisse über den Regisseur zu besitzen, dies wäre keine gute Idee. Nur mit „Vorwarnung“ sollte und kann man möglicherweise ENTER THE VOID gutheißen. Ansonsten wird sich eine Hilflosigkeit einstellen, die in ein „Überfordert sein“ endet. Gaspars 3,5 Jahre Projekt setzt seinen Vorgängern noch eines drauf. Wer denkt dass in IRRÈVERSIBLE die Grenzen der Tabus ausgetestet wurden, der irrt. Hier wird noch ein Level höher geschaltet. Optik, Handlung, und die Kreativität des Künstlers werden hier in ungesehenen Sphären katapultiert. Aber das immer noch mehr wollen geht in diesem Falle ein wenig in die Hose. Extreme austesten, sei einem jeden kreativen Kopf gestattet, dies sollte klar sein. Aber die Grenzlinien durchbrechen, und dieses Mal ist es passiert, kann schief gehen. Zuviel des Guten, quasi „Over the Edge“, ist niemals erträglich, selbst wenn der der Kopf hinter dem Regiepult Gaspar Noè heißt.

    So gibt es unzählige und sich ständig wiederholende Kamerafahrten, die von einer Person über die Dächer von Tokio, zur Zweiten hasten. Immer wiederkehrende Sequenzen, selbstverständlich vom gleichen Blickpunkt aus gedreht, verfolgen den Zuschauer über gut 160 Minuten. Der anfängliche Enthusiasmus, der sich wegen der sehr aktiven Kamera einstellt, verblasst wegen den Häufungen zusehends. Dazu gesellt sich das Thema Tabu, jenes aus jeder Ecke gekehrt, und in jedem Extrem gezeigt, ja sogar gefeiert wird. ENTER THE VOID wirkt im Gesamten wie eine Achterbahnfahrt, die wegen zu vieler Beruhigungsmittel nur vage, und aus einem seltsamen Gesichtspunkt, fast wie in einem Traum wahrgenommen wird. Wenn sich der Protagonist in einem Rausch befindet dann werden diese in viel zu langen Szenen zelebriert. Dem „nüchternen“ Zuseher wird in jenen Passagen der häufige Blick auf seine Uhr nicht erspart bleiben. Zugegeben sollte man diese visuellen Ergüsse einmal gesehen haben. Dennoch wird die Frage nach dem Warum nicht ausbleiben.

    YOU WANT ME TO SAY IT ? TIME DESTROYS EVERYTHING


    Ein weiterer Punkt, der zur eher negativen Bewertung führt ist die Tatsache, dass es für einen 160 Minuten Film kaum eine Handlung gibt. Etwas straffer erzählt könnte ein erfahrener Filmemacher diesen Stoff in gut 30 Minuten unterbringen. Klar könnten nun einige Stimmen laut werden und meinen, dass bei einem Regisseur dieser Klasse die Geschichte selbst nicht so wichtig ist. Viel essenzieller sei doch das was der Konsument vor das Auge bekommt. Diese Aussage stimmt, passt aber in diesem Falle nicht. Denn die Stimmung, die dieser Film erzeugt, trägt nicht unbedingt zum Wohlbefinden bei. Des Weiteren wird der Zuseher vom Optischen förmlich erschlagen. Gerade hier wäre ein wenig Inhalt als Ausgleich unbedingt von Nöten.

    Fazit:

    Natürlich sollte im Fazit mit dem Positiven begonnen, und mit jeder Menge Respekt müssen die vielen Geistesfunken, mit dem dieser extravagante Regisseur agiert, behandelt werden. Gaspar Noe wird, wie auch immer der Betrachter ENTER THE VOID findet, wieder für Gesprächsstoff sorgen. Aber warum er so wenig Inhalt in eine so lange Lauflänge steckt, und uns Filmliebhaber mit den ständigen Wiederholungen nerven muss, wird immer sein Geheimnis bleiben. ENTER THE VOID wird, und davon kann ausgegangen werden, nur für eine kleine Fangemeinde funktionieren.

  • Wertungen
  • Story
    1,0
    Unterhaltung:
    1,0
    Anspruch:
    5,0
    Spannung:
    2,0
    Darsteller:
    2,5
    Gesamt:
    2,0
    Verfasst von:
    Bestellen bei:
    Jetzt auf Amazon bestellen

Komentare (0)

Um einen Kommentar verfassen zu können müssen Sie sich einloggen. Sollten Sie noch keinen DVD-Forum.at Account haben, registrieren Sie sich bitte hier.

 

Weitere Diskussionen zu diesem und vielen anderen Themen findest du im Forum von DVD-Forum.at.

Rechtliche Hinweise:
Die in den Kommentaren geäußerten Meinungen geben ausschließlich die Ansichten der User wieder, von denen sie gepostet wurden. Diese müssen sich nicht mit der Meinung der Redaktion von DVD-Forum.at sowie deren Partnern decken. Wir behalten uns vor, Kommentare die gegen unsere Nutzungsbedingungen oder gegen straf- oder zivilrechtliche Normen verstoßen bzw. dem Ansehen von DVD-Forum.at schaden können auch ohne Angabe von Gründen zu löschen. Gegen diese Schritte können keine Ansprüche geltend gemacht werden. Bei wiederholten Verstößen ist mit einem Ausschluss aus unserer Community zu rechnen, weiters behält sich DVD-Forum.at bei schwerwiegenden Verstößen wie strafrechtlich relevanten Tatbeständen vor Anzeige zu erstatten und/oder Schadenersatzansprüche geltend zu machen.

Userkritiken

Userkritiken

Um eine Kritik auf DVD-Forum.at abzugeben musst du angemeldet sein.

Der Argentinier Gaspar Noè ist wohl einer der umstrittensten Skandalregisseure unserer Zeit. Mit Irreversible sorgte er für ein kontroverses Filmerlebnis das in der ein oder anderen Szene kaum an Intensität zu übertreffen wäre, aber dennoch nich...

Weiterlesen...

geschrieben am 18.08.2011 um 13:12
Bewertung: 10/10 Punkte

Boom! Enter The Void hat einen umgehauen und man füllt sich im ersten Moment "leer". Es ist ein psychedelischer Trip, den es so zuvor noch nicht gegeben hat. Dazu eine Kameraführung die man schon aus Noé's bisheriger Nummer Eins, Irreversibel, kan...

Weiterlesen...

geschrieben am 26.07.2011 um 20:17

Gaspar Noes „Enter the Void“ ist vor allem eines: schwer zugänglich. Noe hat 15 Jahre an dem Drehbuch gearbeitet, bevor der Film in die Produktion ging – alleine das zeigt, wie viel Kleinstarbeit und Detailverliebtheit in diesem Projekt steckt...

Weiterlesen...

geschrieben am 24.07.2011 um 23:33
Bewertung: 10/10 Punkte

Es gibt Dinge im Leben die können wir nicht erklären oder verstehen. Dazu die frage was wird aus uns nach dem Tod? Nun das Tibetanische Toten Buch gibt dafür ein paar Erklärungen. Jedenfalls wenn man an so was glaubt. Genau diese Ideen nimmt „E...

Weiterlesen...

geschrieben am 24.07.2011 um 20:53

Cover

Cover

Bewerte den Film!

Meine Wertung:


Community Wertung:

ø Wertung: 6,8/10 | Wertungen: 17 | Kritiken: 4

Anzeige

Anzeige