Crazy Heart

  • Informationen zum Film
  • Crazy Heart

  • Originaltitel:
    Crazy Heart
    Genre:
    Romanze, Musik, Drama
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2009
    Kinostart Österreich:
    02.07.2010
    Kinostart Deutschland:
    04.03.2010
    Kinostart USA:
    05.02.2010
  • Inhalt

  • Früher war er in der Country Branche ein Star allererster Güte. Doch Bad Blakes ( Jeff Bridges ) Zeiten sind längst vorbei. Andere wie sein ehemaliger Schüler Tommy Sweet ( Colin Farrell ) haben ihm längst den Rang abgelaufen. Nun tingelt Bad durch kleinere Schuppen oder Bowlinghäuser. Er lässt sich vor, während, und nach der Show mit billigem Fussel vollaufen, und macht sich, so weit es ihm noch möglich ist, hinter den Groupies her. Als er eines Tages die junge und ambitionierte Journalistin Jean Craddock ( Maggie Gyllenhaal ) kennen lernt, ändert sich die Lage grundlegend. Er weiß mit einem Schlag warum er jeden Tag neu beginnt. Er sieht langsam wieder den Sinn des Lebens vor sich. Nur ist Bad Blake bereits zu tief im Sumpf des Alkoholismus gefangen. Und der Ausweg aus einem solchen kann nur über die Kolumnistin klappen, die ihm seit der ersten Begegnung nicht mehr aus dem Sinn geht. Jean mag den rüstigen Kerl trotz aller Schwächen. Sie bittet Bad nur vorsichtig im Umgang mit ihren Sohn zu sein, und schon gar nicht vor ihrem kleinen Kerl zu trinken. Bad willigt ein, schließlich will er ihre Nähe keineswegs missen. Langsam beginnen die beiden sich aneinander zu gewöhnen und ein gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Sogar überlässt sie dem Alkoholiker ihren kleinen Burschen für ein paar Stunden. Doch da passiert das Unvermeidliche …
  • Filmkritik

  • Wenn irgendjemand der Name Scott Cooper bekannt vorkommt, dann nur weil er in gut einem Dutzend Filme als Schauspieler mitwirkte. Als Drehbuchautor, Regisseur, sowie Produzent ist er ein absolutes Greenhorn. Daher sollte der Betrachter mit der Kritik für Scotts technischer Handhabe nachsichtig sein. Zudem kann CRAZY HEART nicht als mäßig inszeniert gelten, aber Luft nach oben ist reichlich vorhanden. Unbedingt positiv anrechnen kann man ihm aber, dass er seinem Star den nötigen Raum zur Entfaltung gibt.

    Jeff Bridges Charakterstudie eines abgehalfterten Musikers brachte ihm endlich jenen Erfolg, den er spätestens seit THE BIG LEBOWSKI verdient hätte. CRAZY HEART als Film ist als ein grundsolides Drama, ohne einen höheren Anspruch zu strapazieren, einzuordnen. Den Unterschied, quasi das nächste Level, wird allein durch die Schauspielkunst dieses fast einundsechzig jährigen Kaliforniers gemacht. Die Figur des Bad Blake passt wie maßgeschneidert, und auch der Ausdruck ist zu einhundert Prozent kompatibel. Zudem kommt, dass Jeff die Country Music liebt, und er selbst schon eine Platte auf den Markt brachte. Mit ein bisschen Mithilfe eines Gesangscoaches wurde an Jeffs Stimme so herum gedocktert, dass dieser unverkennbare und einmalige Bad Blake herauskam. Die Stilisierung des Gesamten hinterlässt keinen bleibenden Eindruck. Die Kameraeinstellungen, der Schnitt, und nicht zuletzt die Regie hält sich dezent im Hintergrund um den Star im Lichte erstrahlen zu lassen. Es wirkt fast so als würden alle Pfeiler in Richtung Jeff Bridges gestellt, um wiederholt zu betonen, um wem es hier primär geht. Seht nicht auf uns, konzentriert auch ausschließlich auf die eine Sache, scheinen hier die Verantwortlichen verdeutlichen zu wollen. Und dieses Vorhaben wurde 2010 mit dem Oscar für die beste männliche Hauptrolle belohnt.

    Aber da man nicht gänzlich mit einem Darsteller auskommt, und sei er noch so gut, wurden ihm ein paar namhafte Schauspieler zur Seite gestellt. Obwohl sie alle im Schatten des großen Jeff Bridges agieren müssen, erledigten sie ihren Job auf routinierte Weise. Maggie Gyllenhaal, dessen Charakter sich in dem grantigen und mit dem Leben abgeschlossenen Bad verlieben darf, hinterlässt wie eigentlich immer einen sympathischen Eindruck. Obwohl bei den beiden Protagonisten ihre Jahrgänge weit auseinander liegen, glaubt man ihnen diese Beziehung. Es liegt ja auch vielmehr an der Chemie, ob es stimmt oder nicht. Und hier scheint diese Chemie gepasst zu haben, denn es sind keine Reibepunkte spürbar. Colin Farrels Rolle ist im Großen und Ganzen nicht der Rede wert. Auffällig und erstaunlich ist nur wie professionell seine Gesangstimme für das Country Business passt. Er, so wie natürlich auch wie Jeff Bridges, stellen ihre eigenen Stimmen zur Verfügung. Ein Umstand, der nicht auf jeden „Musikfilm“ trifft. Robert Duvall der in CRAZY HEART sowohl als Nebendarsteller, als auch für die Produktion zuständig ist, agiert in seinem Part gewöhnt zurückhaltend und angenehm. Aber wie gesagt macht es hier nicht das Ensemble aus. In diesem musikalischen Drama spielt nur Jeff Bridges die einzig nennenswerte Geige.

    Ungewöhnlich bei einem „Musikfilm“ wie CRAZY HEART ist, dass selbst die Songs nicht von allererster Güte sind. Insgesamt sprechen wir hier von vier Kompositionen die dieses Drama musikalisch unterstützen sollen. „Hold on you“, „Fallin & Flyin“, „I`dont know“, und „The Weary Kind“ schaffen es aber in keinster Weise nachträglich in Erinnerung zu bleiben. Viele derartige Produktionen leben von ihren musikalischen Höhepunkten, und leisten so ihren Beitrag zum Gesamten. Hier wurde eine tolle Gelegenheit ausgelassen diesem Werk zusätzliche Klasse zu verleihen.

    Fazit:
    Selbsterkenntnis als Mittel zum Ziel. Mit der Prämisse, und exakter Ausführung dieser, gelang Jeff Bridges sein berufliches Ziel, das zum Gewinn eines Oscars führte, zu erreichen. Ohne ihn wäre CRAZY HEART ein durchschnittliches Ding geworden, dank ihm immerhin ein Sehenswertes!

  • Wertungen
  • Story
    2,5
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    3,0
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    3,5
    Verfasst von:
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ø Wertung: 8,1/10 | Wertungen: 9 | Kritiken: 0

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