Der Fantastische Mr. Fox

  • Informationen zum Film
  • Der Fantastische Mr. Fox

  • Originaltitel:
    Fantastic Mr. Fo
    Genre:
    Komödie, Zeichentrick, Abenteuer, Familie
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2009
    Kinostart Österreich:
    25.06.2010
    Kinostart Deutschland:
    13.05.2010
    Kinostart USA:
    25.11.2009
    Verleiher Österreich:
    Centfox
    Verleiher Deutschland:
    20th Century Fox
  • Inhalt
  • Der Fuchs ist ein raffiniertes Wesen. Listig umschlängelt er die ausgetüftelsten Fallen. Und erscheint auch der Weg zum Opfer seiner Wahl unmöglich, so kann der Klügste im Tierreich doch seinen Willen durchsetzen – oder zumindest bis er einmal gefangen wird. Und dies geschieht dem listigen Mr. Fox. Wortwörtlich treibt ihn seine eigene Klugheit in den Käfig. Doch während er relativ schnell aus diesem realen Gefängnis ausbrechen kann, muss der Gewiefte schnell erkennen, dass er nicht allen Situationen so rasch entfliehen kann. Denn auf der Flucht erklärt ihm seine geliebte Jagdgefährtin, dass sie schwanger wäre. Sieben Fuchsjahre später findet sich Mr. Fox mit seiner Geliebten und einem Sohn in einem kleinbürgerlichen Milieu wieder. Seine wilden Tage sind schon längst vorbei. Nun schärft er seinen Stift anstelle seiner Zähne. Doch der Fuchs seiner Jugend ist nicht gestorben. In Fuchsjahren bleibt ihm nicht mehr viel Zeit. Und so geschieht es, dass ihn eine Midlifecrisis überkommt. Ein letzter Coup soll all diese Energie, die er seit Jahren unterdrückte, wieder freisetzen. Es ist die letzte Chance, sich zu beweisen – doch es scheint zur letzten Chance überhaupt zu werden …
  • Filmkritik
  • Das Normative in dem Normlosen


    Du sitzt allein. Nur deine eigenen Gedanken bei dir. Doch sie wollen sich nicht bilden, es sind unverständliche Wirrungen. Mentales, ewiges Geplapper – ohne Anfang und ohne Ende. Du weißt, du solltest dir gerade Gedanken machen. Du solltest Assoziationen bilden. Überlegungen aufstellen zu dem, was du gerade sahst. Plötzlich kommt ein unglaublich starkes Gefühl hoch. Ein Wort, das deinen ganzen Körper einzunehmen droht. Klein und doch passend: Genial.

    And so it begins...


    Mag dieser obige erste Absatz, dieser Start in meine Kritik auch ein wenig unkonventionell wirken, passt er für meine Thematik einfach, wie die Pfote aufs Auge. Sozusagen ist das natürlich auch ein Vorwegnehmen des Kommenden. Ich darf also sicherlich schon verraten: Fantastic Mr. Fox ist einfach nur fabelhaft geworden. Die neuste Arbeit von Wes Anderson besticht erneut mit subtil ruhigen, beinahe gelassenen Witz, welcher, ohne dass der Regisseur sich auch nur im geringsten um die Mainstreamnormen kümmert, den Zuschauer bis in die letzte Minute packt. Norm und Konvention – das sind wohl die ewigen Begleiter des Filmkritikers in dem Reden über Wes Anderson. Der amerikanische Auteur ist ein Verrückter seines Metier, der sich zum Ziel gemacht, hat das Medium für sich in dem Moment des „Anderseins“ zu erobern. Er reiht sich neben Jim Jarmusch und Igmar Bergman, neben David Lynch und Satoshi Kon, neben Jean-Luc-Gorard und Fritz Lang. Diese Filmkünstler sprengen in ihrem eigenen Wesen, jegliches kategorische Denken. Allein der Ansatz eines Solchen ist undenkbar. Erst durch die Einführung von eigenen Rubriken werden sie fassbar – und just in diesem Moment entwischen sie erneut dem Kategorismen. Im besten Fall definieren sie sich immer wieder neu, im schlechtesten kentern sie an ihrem eigenen Genie. Und nun bleibt eigentlich nur die wichtige Frage: What about Anderson? Denn sobald das Kontroverse zur Konvention wird, bricht ein Wunderkind unter der Last des eigenen Talents zusammen. Die inflationäre Entwertung von Andersons Können konnte ansatzweise in seinen vorangegangene Werken, The Life Aquatic with Steve Zissou und The Darjeeling Limited, schon erahnt werden. Doch plötzlich, aus dem Nichts heraus, tollt Anderson erneut voller Leben in alter, verrückter Manier durch die herbstfarbenen Landen seiner Vision. Der Energiezuschuss ist im Fall von Fantastic Mr. Fox auch schnell zu erklären: Die einfachste, offensichtlichste und schnellste Argumentationslinie führt zwangsläufig auf die Oberfläche zurück. Wes Anderson erklimmt mit der Roald Dahl-Adaption ein neues Format: Den Animationsfilm. Um genauer zu sein: Stop-Motion. Rauer Stop-Motion. Fantastic Mr. Fox ist keineswegs ein Werk, in welchen die Grenze zwischen Fiktion und Realität zu verschwimmen drohen. Anderson streichelt sein Medium wortwörtlich gegen den Strich. Die Glätte von Hollywood wird durchbrochen. Dem Regisseur gelingt es tatsächlich seinen Charme in das Filmische per se einzuschreiben.

    Pure, wild, animal Craziness.


    Fantastic Mr. Fox ist wie ein wildes Tier. Wes Anderson greift sich das Moment der Animalität als Besonderheit seiner neuesten Arbeit auf. Zwar bleibt weiterhin seine Lieblingsthematik bestehen – die Familie –, doch statt den exzentrischen Verhalten der heutigen Gesellschaft findet das Animalische Einzug. So wie die Animation rau und ungezähmt wirkt, scheint auch der Stil des Filmemachers. Anderson erkennt den Zaun der Konventionen und reißt, erneut von den Großen der Musikgeschichte unterstützt, eben diese Mauern mit animalischer Wildheit ein. Dies beginnt bei der schon angesprochenen Anti-These zum gängigen Verwischen zwischen Realität und Filmischen und endet bei dem ent-humanisierten Verhalten der humanoiden Tierwesen. Zwar erklärt Anderson Roald Dahl zu der Vorlage von Fantastic Mr. Fox, erkennt der Zuschauer doch recht schnell, dass sich das literarische Werk nur ein Anstoßpunkt für das Schaffen von Anderson ist. Jedes Härchen des Fells von Mr. Fox, jeder Grashalm in der Landschaft – für sich alleine mögen sie nicht besonders erscheinen. Jedoch in der Bewegung, in der Weise ihrer Darstellung, in ihrer Aura. In jedem noch so kleinem Detail pulsiert Anderson. Der Regisseur ist und bleibt einfach nur erfrischend in der tristen Kinomainstreamlandschaft. Obwohl er erneut auf die üblichen Verdächtigen seines Schauspielfundus zurückgreift, strahlt Fantastic Mr. Fox eine Einzigarkeit sondergleichen aus. Zwar erinnert der Charme, der sich im Aufbau und der Bildsprache einnistet, sehr an seine vorangegangenen Arbeiten, aber das, was passiert – oder vielmehr wie es passiert – stellt die Erwartungshaltung von den Zuschauern erneut auf dem Kopf. Die dystopische Angst, es handle sich nur um einen Aufguss des Ewiggleichen, kann begraben werden. Denn Anderson zählt wohl noch immer, völlig zu Recht, zu den Ausgefuchsesten im Tierreich Hollywoods!

    Fazit:
    Das neueste Wes Anderson-Opus verdient das größte Kompliment überhaupt: Selbst in der deutschen Synchronfassung ist der Film einfach nur einmalig. Fantastic Mr. Fox stellt in unserer heutigen Filmlandschaft ein schon selten gewordenes Phänomen dar: Der Film beschreibt keinen Seh-Prozess, sondern ein Erlebnis. Der Zuschauer geht gänzlich in dem perfekten Hybrid aus Musik und Bild auf, kann das Erlebte zunächst nicht einmal ansatzweise fassen. Doch dann, wenn das durchdringende Licht den Kinosaal erhellt, spürt man es ganz deutlich. Das erhabene Gefühl breitet sich im ganzen Körper aus: Man sah möglicherweise einen der besten Filme der letzten Zeit!
  • Wertungen
  • Story
    4,0
    Musik:
    4,5
    Unterhaltung:
    5,0
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    4,0
    Animation:
    4,5
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    4,5
    Verfasst von:
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Regisseur Wes Anderson gelingt mit "Der fantastische Mr. Fox" ein absolutes Highlight des Animationsgenres. Dass der Film (fast) ausschließlich mit Puppen gedreht wurde lässt sich an den etwas fahrigen Animationen zwar feststellen, dennoch bietet d...

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geschrieben am 25.07.2011 um 01:13

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ø Wertung: 8,3/10 | Wertungen: 8 | Kritiken: 1

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