Unsere Ozeane

  • Informationen zum Film
  • Unsere Ozeane

  • Originaltitel:
    Océans
    Genre:
    Dokumentation, Drama
    Produktionsländer:
    Frankreich, Schweiz, Spanien
    Produktionsjahr:
    2009
    Kinostart Österreich:
    19.03.2010
    Kinostart Deutschland:
    25.02.2010
    Kinostart USA:
    22.04.2010
    Verleiher Deutschland:
    Universum Film
  • Inhalt
  • Meer. Was ist das? Jeder hat für sich ganz simple Definitionen zurecht gelegt. Doch all diese Termini können nicht einmal ansatzweise jene Galaxie wiedergeben, die sich hinter den „Ozeanen“ verbirgt. Die blauen Universen bieten Untiefen, welche Giganten und Außerirdische beheimaten. Malerische Fantasien grotesktester Züge erhalten hier ein Leben. Wir sehen die Oberfläche, die unser eigenes Selbst reflektiert. Doch wir müssen erst hineinfallen, hineintauchen, um jene Spiegelwelt zu erkunden zu können …
  • Filmkritik
  • Mit der vierzehn-teiligen Fernsehserie Planet Erde präsentierte BBC die Perfektion ihrer Tendenz der letzten Jahre. Die Naturaufnahmen für das Fernsehen wurden in den Hochglanz der Träume versetzt. Eine himmlische Hymne an die Natur, die sogar unter den Titel Unsere Erde die Leinwand erobern vermochte. Ein Revival des Naturfilms, der sich einschrieb, fremde Welten zu bekundschaften. Das nächste Universum: Unsere Ozeane.

    Egal, wie man es dreht und wendet, der tierische bzw. pflanzliche Naturdokumentarismus ist kein Produkt für Massen. Sicherlich jeder von uns hat die eine oder andere Ausgabe der beliebten Universum-Reihe gesehen. Und auch die 3D-Vorstellungen, die das verschwundene IMAX-Kino und dessen Dokumentarismus des „Big is Beautiful“ ersetzen versuchte, verführen momentan seine Zuschauerschaft in die dreidimensionale Welt des Naturfilms. Aber dem Mainstream sind diese Bilder weitaus fremder. Somit erstaunte es besonders, dass 2006 eine Big-Budget-Fernsehproduktion gerade die gigantische Leinwand erobern konnte. Mit Unsere Erde, die Leinwandadaption der höchst erfolgreichen BBC-Reihe Planet Erde, zeugte das Genre von einem deutlichen Lebenswillen. Dieser neuartige Puls der Natur führt zu einem Momentum, der den Glauben an die Naturfilme erneut zum Leben erwecken konnte. Der politisch(-polemisch)e Ambush-Journalismus wird kurzzeitig auf die Seite geschoben, um unserer Welt zu huldigen. Hier werden neue Welten sichtbar, die besonders für den westlichen Stadtbürger verschollen sind. Statt auf Camerons höchst-artifizielles Pandora herumzuwandeln wird in den Tiefen unserer eigenen Welt Räume und Leben entdeckt, die einem anderen Universum entsprungen zu sein scheinen. Die beiden Filmemacher Jacques Perrin und Jacques Cluzaud präsentieren in ihrer zweiten Zusamennarbeit seit Normaden der Lüfte die traumhafte Zwischenwelt des Wassers. Eine All, welches uns mit seiner poetischen Bildsprache in den Bann zieht, uns nicht mehr loslässt. Kleinere Details mögen schon aus ähnlich gelagerten „Wasserproduktionen“ wie Die Reise der Pinguine oder auch Unsere Erde bekannt sein, aber es ist ein Vordringen in eine Materie, welche seine Vorgänger (bewusst) nur angekratzt haben. Unsere Ozeane ist ein träumerisches, verspieltes und auch packendes Eindringen in eine unscheinbare und doch wunderschöne Parallelwelt. Man möge meinen Pathos vergeben, aber: Vergesst den Hyperartifizialismus verschiedener Mainstreamproduktionen der letzten Jahre. In Unsere Ozeane werden wir selber zu Alice, die in die verquere Spiegelwelt blickt. In ein Universum – im geographischen Sinne so nah, doch träumerisch in einer anderen Dimension.

    Ein Punkt muss dem Zuschauer aber sofort klar sein. Die Welle der neuen Naturfilme sind keineswegs ein Revival des Kulturfilm aus den frühen Anfängen. Nein, viel mehr handelt es sich hierbei um geschickte Manipulationsversuche, die den Zuseher einer bestimmten Tendenz überzeugen soll. Denn die Aufnahmen des Films sind kein Selbstzweck, als vielmehr Bewahrung und Aufforderung. Es ist ein Dokumentarismus aus Angst. Die Furcht ist groß, dass jene Welten aus unserem Universum getilgt werden können! Biologen und Umweltschützer, Naturliebhaber und Greenpeaceaktivisten – sie alle predigen seit Jahrzehnten die katastrophale Lage unserer Natur. Den Niedergang der Schönheit durch Menschenhand. Eine Tendenz, die in den heutigen Naturfilmen ihren optimalen Output fand. Denn man kann noch so viel über graue Zahlen und dystopische Visionen in ihrer reinen Abstraktion sprechen – der Mensch wird es zur Kenntnis nehmen, doch sobald das letzte Wort der Rede gesprochen ist, die Botschaft vergessen haben. Wir sind halt eine sehr affekt-aufgeladene Spezies, die besonders durch die mediale Bilderwelt in Wallungen versetzt werden. Unsere Ozeane ist, so wie seine Gebrüder, die rein-visualisierte Ausformung eines „5 to 12“. Schon in den ersten Sekunden schmeckt der Seher den salzigen Meeresgeschmack der Öko-Message. Das ozeanische Werk ist sicherlich kein plumpes Aufzeigen, sondern baut geschickt eine Struktur auf, die den Zuschauer „einkerkern“ soll. Mit kindlich naiven Augen werden dem Zuschauer Bilder der reinen Schönheit dargeboten, Träume bauen sich vor ihm auf – und erlöschen im brutalsten Sinne. Unsere Ozeane kesselt den Zuschauer beinahe ein in einem Konstrukt der einfachen Schönheit der Natur, um in dem letzten Drittel die Moralkeule auf uns herunter zu fahren. Doch, zu recht. Wenn ein Film den Zuschauer mit einer Greenpeace-Botschaft aufwecken will, dann dieser hier! Der Zuschauer muss sich bei dem Betreten des Kinosaals im Klaren sein, was ihm bei Unsere Ozeane erwartet – oder zumindest dazu bereit sein, in den letzten 30 Minuten den Kinosaal zu verlassen.

    Fazit:
    Das Meer bildet eine faszinierende Zwischenwelt, die der Mensch nur in der Oberfläche erkennen vermag. Mit Unsere Ozeane lassen die Filmemacher Jacques Perrin und Jacques Cluzaud ihr Auditorium in die Tiefen eines träumerischen Alternativs steigen. Ein Film, der die Essenz des Lebens zu portraitieren vermag. Somit: Statt Avatars Pandora zu besuchen, sollte man erst die Schönheit unseres eigenen Planeten erkennen – und vielleicht auch retten!
  • Wertungen
  • Story
    3,0
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    3,5
    Spannung:
    3,5
    Gesamt:
    4,0
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