Friendship!

  • Informationen zum Film
  • Friendship!

  • Originaltitel:
    Friendship!
    Genre:
    Komödie
    Produktionsländer:
    USA, Deutschland
    Produktionsjahr:
    2010
    Kinostart Österreich:
    15.01.2010
    Kinostart Deutschland:
    14.01.2010
    Verleiher Österreich:
    Sony Pictures
    Verleiher Deutschland:
    Sony Pictures
  • Inhalt
  • Die Mauer ist gefallen. Doch das Gemäuer innerhalb der Köpfe bleibt starr. Da kommt aber den beiden besten Freunden Tom und Veit ein Plan, um sich endgültig von den Fesseln der sozialistischen Knechtschaft zu befreien: Um ihre private Revolution zu vollenden, reisen die beiden Ossis an den westlichsten Punkt der Welt: San Francisco. Ein Traumreich, das für all jenes steht, was sie in den letzten beiden Dekaden entbehren mussten. Die Grenzen der DDR durchbrochen, um die Vereinigten Staaten für sich zu gewinnen. Doch schnell merken die Kumpanen, dass der Kapitalismus nicht ganz so rosig ist, wie man ihn sich vorstellt. Denn ohne Geld läuft hier nicht viel. Somit beschließen die Beiden in New York angekommen per Anhalter an das andere Ende von den USA zu fahren. Eine Weltreise, welches zum größten Abenteuer ihres Lebens werden sollte …
  • Filmkritik
  • Am Anfang ward die Mauer. Am Ende ward die Freiheit. Und dazwischen liegen die verspielten Phantasmen der ewig Träumenden.

    „Herbst 1989: Die ganze Welt schaut auf die DDR - und David Hasselhof bringt die Mauer zu Fall!“


    Mit Friendship! erfüllt sich der deutsche Erfolgsproduzent Tom Zickler einen großen Traum seiner selbst: Als ganz besonderen Stoff tituliert er dieses autobiographische Erlebnis. Selber als blutjunger „Ossi“ stieg der Mittelstandlose in das Flugzeug, um mit seinem besten Freund die Welt – oder kurz gefasst: die Vereinigten Staaten – zu ergründen. Mit viel Geschick und den besten Kontakten reichte er seine Idee an den Regisseur Markus Goller weiter, und bevor er sich versah, erblickte sein Herzstück das blendende Licht der großen Leinwand. In der riesigen Welle der ostalgischen Werke – schon gleich nach der Wende begannen diese, doch seit dem letzten Jahrzehnt wirkt der Erfolg außer Rand und Band – scheint es nur allzu passend, dass jene Ossis irgendwann die Mauer durchbrechen würden, um den großen Teich zu überqueren. Schon in den frühen 1990ern kämpfte sich der tristkomische Armin Müller-Stahl in Jarmusch's Night on Earth durch die düsteren Straßen New Yorks. Doch nun verirren sich die ehemaligen Bürger der Deutsch-Demokratischen Republik im gesamten Komplex des US-Staates mit seinen Escher'schen Sackgassen. Und trotz all der finanziellen Schwierigkeiten, trotz all der sprachlichen Barrieren, trotz all der kulturellen Widersprüchlichkeiten, gelingt es den beiden Deutschen aus dem fernen Osten einfach alles. Realismus? Weit gefehlt. Denn obwohl das Team gen Ende mit Beweisphotos die Wirklichkeit in das Bild zu holen versuchte, ist ihr Ziel keineswegs der öde Realismuswahn. Statt diesem Fanatismus greift ein Phantasmus um die Leinwandoberfläche. In der tristen Wirklichkeit schreibt nämlich Regisseur Markus Goller ein ungemeines Erfolgskonzept ein. Denn all die wunderbaren Klischees des amerikanischen Traums, all die Stereotypen des ur-amerikanischen Genres werden aufgebaut, um das Gefühl, das Erlebnis des Reisen zu zelebrieren. Dabei wird das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu einem Reich der Träume. Goller dreht nicht primär einen Film über Freundschaft, sondern vielmehr einen essentiellen Beitrag über die Essenz des Phantasierens. Somit findet das Publikum das Herz von Friendship! nicht im Finale, sondern mittendrin. Die einzige Aufführung der selbstgedrehten Found Footage-Doku über die Heimat bzw. ihre eigene Sichtweise dieser. Die Protagonisten verwandeln hier den „unveränderbaren Staat“ zu ihrem Eigentum. Sie machen aus den Bildern des Staates, ihre eigene Vision. Die Klüfte des Systems zerrissen, die Seriösitäten vernichtet. Nur die Hoffnung der ewigen Weiten des Anderen, des Alternativen kann bestehen bleiben. Friendship! wird hier essentiell zu einem Expose, sich sich selber zu einem Träumenden zu machen. Ein Film über die Bedeutungs der Phantasmen in unserer Welt.

    "Wir sind Kommunisten...we're free communists. Free - Frei!"


    Doch natürlich sind Filme nicht nur die Essenz ihrer Aussagen. Denn, wenn dies so wäre, würde ein Film nach seinen Prämissen gemessen werden müssen – und eben nicht nach seinem Niveau. Trotz der guten und wohlwollenden Gedanken scheinen nicht alle Überlegungen so recht zu zünden. Die Wogen der Klischees und Stereotypen, die sich so gut in der Träumerei machen, zerren Friendship! aus seinem Himmelsreich. Zwar besteht das Interesse an dem Ansatz, doch endet die freudigen Gedankenspielereien in einem Sumpf der öden Wiederholungen. Denn beinahe nervig könnte man jene redundante Aneinanderreihung von stereotypen Ideen bezeichnen. Beginnend von der verblendeten Sichtweise einer künstlichen DDR-Realität, die es nie gab – etwa wenn Krieg der Sterne ins Bild gerückt wird -, endend mit der kaum variierenden Konstellationen des typischen Road Movies. Es scheint beinahe ohne, dass der Regisseur auch nur wenige Gedanken an die Problematik verschwendet, wird der Film visuell und inhaltlich von den Stereotypen der Mediensphären regiert. Gerade der Regie widerfährt immer wieder gewisse Hindernisse, welche er mit Brachialgewalt zu lösen versucht. Als ob Markus Goller, wenn er mal wieder nicht weiter wüsste, einfach archetypische Montagen gestaltete, um so die Zeit bzw. den Weg zu verknappen. Zur Folge befreundet sich Friendship! mit der Redundanz, die manchmal nur äußerst schwierig zu durchbrechen ist. Doch glücklicher Weise kann Drehbuchautor Oliver Ziegenbalg mit höchst grotesken und originellen Ideen aufkommen, die das höchst sympathische Hauptdarstellerduo gekonnt ergreifen. Es macht Matthias Schweighofer, der sowieso schon zu den Großen des jungen deutschen Kinos zählt, und Neuling Friedrich Mücke merklich Spaß ihre Freundschaft zu zelebrieren und mithilfe der einen oder anderen Verrücktheit (Höhepunkt hierbei sicherlich der Strip in einer Schwulenbar in sowjetischer Uniform) die Vereinigten Staaten auf dem Kopf zu stellen.

    Fazit:
    Wenn die Ostalgie im Osten gelassen wird. Zwar kann Regisseur Markus Goller in seinem zweiten Spielfilm nicht gänzlich auf die ostalgischen Spinnereien verzichten, doch präsentiert der Filmemacher seinem Publikum ein höchst amüsantes Werk, was im besten Sinne des Wortes "zeitlos" sein könnte. Denn trotz der einen oder anderen Schwäche ist Friendship! in erster Linie ein komödiantisches Aufrufen der Hoffnung und Träume, und ein deftiges Feiern des Freuens und der Freundschaft.
  • Wertungen
  • Story
    3,0
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    2,5
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    3,5
    Gesamt:
    3,5
    Verfasst von:
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