Idiocracy

  • Informationen zum Film
  • Idiocracy

  • Originaltitel:
    Idiocracy
    Genre:
    Komödie, Thriller, Sci-Fi, Abenteuer
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2006
    Kinostart Deutschland:
    25.01.2007
    Verleiher Deutschland:
    20th Century Fox
  • Inhalt
  • Die US-Army sucht Wege zur effizienteren Kriegsführung und startet ein Pilotprojekt, bei dem Soldaten eingefroren werden, um sie bei späteren Bedarf wieder aufzutauen. Der durchschnittliche Joe Wilson und die Prostituierte Rita werden als Versuchskaninchen auserkoren und vorerst für 12 Monate eingefroren. Das Projekt genießt die höchste Sicherheitsstufe, kaum jemand weiß davon. Ein Pech, dass der zuständige Offizier aus dem Dienst ausscheidet und die Army auf die beiden Experimente vergisst. Im Jahre 2503 tauen Joe und Rita durch Zufall auf und müssen feststellen, dass sie nur von Idioten umgeben sind.
  • Filmkritik
  • Es war das Jahr 1859, als der britische Wissenschaftler Charles Darwin mit On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life ein Werk publizierte, das zu einem Meilenstein der Wissenschaft werden sollte. Die Evolutionstheorie wurde von da an kontinuierlich weiterentwickelt und versucht den Werdegang allen Seins nachvollziehbar zu machen. The Survival of the Fittest ist die darin logische Konsequenz der Evolution. Doch was bedeutet „fittest“? Sind es die anpassungsfähigsten Lebewesen die überleben? Sind es die stärksten, die schönsten, die intelligentesten? Weder noch. In Idiocracy sind es die Vermehrungsfreudigsten und um diese Gruppe genauer zu definieren beginnt Regisseur Mike Judge seine beißende Satire mit einer Gegenüberstellung zweier amerikanischer Familien.

    Da wäre zum einen ein junges, gut situiertes Paar in der Therapie, das den Kinderwunsch zu Gunsten von Karrierezielen erstmal aufschiebt– und aufschiebt und aufschiebt. Als Kontrast ist eine einfache, ärmliche Familie aus der unteren Bildungsschicht zu sehen. Das Vater trinkt, schreit mit seiner Frau, weil sie schon wieder schwanger ist, da sie darauf vergessen hat die Pille zu nehmen. In einer Gegenüberstellung der beiden Stammbäume im Zeitraffer zeigt sich rasch: Das erfolgreiche, intelligente Paar bleibt kinderlos, die einfache Familie bekommt stetigen Zuwachs. Spinnt man diesen Gedanken weiter, liegt der Schluss nahe, dass die Menschheit Stück für Stück in der Unbildung verkommt. Im 26. Jahrhundert ist es dann soweit: Die Bürokratie weicht der Idiokratie und mitten drin ist ein – per Zeitmaschine aus dem Jahre 2005 angereister durchschnittlicher US-Soldat, der in der umformierten Gesellschaft klar als das intelligenteste aller Individuen auszumachen ist.

    Ein überaus interessanter Ansatz, den Mike Judge da verfolgt. Vergleicht man die demographischen Statistiken aus den Industrie- und Entwicklungsländern ist der Gedanke, dass die Ärmeren und Ungebildeteren denen zahlenmäßig überlegen sein werden, die sich im Wohlstand suhlen und sich Bildung leisten könnten. Leider übersieht der Regisseur dabei, dass Bildung nicht gleich Intelligenz ist. Zugegeben, seine skizzierte Zukunft ist zu Beginn überaus amüsant. Grenzdebile Charaktere, der Homie-Slang und ansich bizarr anmutende Situationen, dass beispielsweise ein Staatsanwalt sein Plädoyer mit Sprüchen wie ya honor, you gotta be shittin me. Peace. eröffnet oder der Oscargewinner für das beste Drehbuch der Film „Ass“ ist, der über Spielfilmlänge nicht anderes als ein entblösstes, furzendes Hinterteil zeigt. Diese Art von plattem Fäkalhumor ist jedoch mit Fortdauer des Films aufgrund kaum vorhanderer Abwechslung zunehmend enervierender und wird nur in seltenen Fällen – etwa durch die Einführung neuer Charaktere wie den aktuellen Präsidenten der USA – kurz aufgelockert.

    Natürlich birgt Idiocracy als Satire auch gesellschaftskritische Elemente in sich. Übermäßiger und abstupfender Medienkonsum, Großkonzerne und Unbeliebtheit der Bildung werden mal vorübergehend an den Pranger gestellt und machen Judge's Zukunftsvision für wenige Momente ein wenig unbequem anzusehen. Leider zu selten. Da die beiden Figuren, die aus der Gegenwart in die Zukunft reisten, absolute Durchschnittspersonen sind, die nur aufgrund der „neuen Welt“ besonders werden, ist das Schauspiel für Hauptdarsteller Luke Wilson und Maya Rudolph einerseits alles andere als eine Herausforderung, andererseits findet sich aber kaum die Möglichkeit zur Profilierung. Der Score ist unauffällig bis abgedroschen und wird auch sparsam eingesetzt. Lediglich in Momenten, in denen das Drehbuch wieder einmal eine „Moral der Geschichte“-Passage vorsieht, werden die Protagonisten – wie beim Aufruf, doch mehr Bücher zu lesen – von bereits zig-fach gehörter „aha-Moment-Musik“ unterstützt. Das ist nicht nur nervend, sondern legt auch die Vermutung nahe, dass der Regisseur meint, mit „Idiocracy“ durch seinen derben Witzchen und seiner stupiden Handlung bereits auf den Zuseher abgefärbt zu haben.

    Idiocracy ist ein Satire, wie sie im Buche steht und so gut wie jedes formale Kriterium dafür erfüllt. Wohl ist der Ansatz bemerkenswert und doch nur kurz interessant. Der seichte Humor unterhält nur sporadisch, das Interesse an den Charakteren ist so kurzweilig wie der oben erwähnte Oscar-Gewinner. Idiotie in Spielfilmlänge ist ja auch wenig interessant. Satirefreunde können mit Idiocracy dennoch ihre Freude haben.
  • Wertungen
  • Story
    3,0
    Musik:
    2,0
    Unterhaltung:
    2,5
    Anspruch:
    1,0
    Spannung:
    1,5
    Darsteller:
    2,5
    Gesamt:
    2,5
    Verfasst von:
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