Gran Torino

  • Informationen zum Film
  • Gran Torino

  • Originaltitel:
    Gran Torino
    Genre:
    Drama
    Produktionsländer:
    USA, Deutschland
    Produktionsjahr:
    2008
    Kinostart Österreich:
    06.03.2009
    Kinostart Deutschland:
    05.03.2009
    Kinostart USA:
    09.01.2009
    Verleiher Österreich:
    Warner Bros.
    Verleiher Deutschland:
    Warner Bros.
  • Inhalt
  • Der muffige Kriegsveteran Walt ist ganz auf sich allein gestellt – und will es auch so. Hat er sich schon längst von seiner undankbaren Familie abgewendet, verliert er mit dem Tod seiner Gattin auch den letzten Kontakt. Umgeben von nur Fremden, grenzt sich der Miesmutige gänzlich von seinen Nachbarn ab. Doch als in der Nacht der junge Thao von einer asiatischen Gang brutal angegriffen wird, greift Walt zu seinem verstaubten Gewehr. Zornig scheucht er die Aufwiegler von seinen Rasen. Was eigentlich nur als egoistischer Schutz seines eigenen Hab und Guts gedacht war, wird von seiner Umgebung als Heldentat aufgegriffen. Ohne es zu wollen wird er in einer ganz fremden, exotischen Gesellschaft gezogen und fühlt sich wohler als erwartet …
  • Filmkritik
  • Knapp über einen Monat ist es her, dass Clint Eastwood mit seinem mysteriösen Thriller Changeling sein Publikum in die heimelige Stadt der Engel der 20er entführte, und schon lockt der Altmeister mit seinem neusten Werk seine Zuschauerschaft wieder in das Kino. Dieses Mal in die dreckigen Slums der Gegenwart.

    „Why didn’t you call the police?“
    „I prayed that they would show up, but … nobody answered.”


    Der fremde Sohn, der Titel, unter dem die letzte Regiearbeit Eastwoods in den heimischen Filmsälen zu begutachten war, widmete sich einem erschreckenden Thema: Die Polizei, welche durch medialen Druck zu erfolgen nicht motiviert, sondern gezwungen wird, kann sich keine Fehlmeldungen leisten. Kurzerhand wird aus der schönen Stadt der Engel eine faschistoide Welt der Staatsmänner. Scheinbar wendet sich der zynische Revolverheld der Vergangenheit nun erneut diesem Thema zu. Gran Torino spricht über die Ohnmacht der weniger schönen Gebiete, welche auch in den Vereinigten Staaten angesiedelt sind. Nicht amerikanische Bürger sind hier die Helden der Geschichte, sondern emigrierte „Schlitzaugen“. Gerade die USA scheint ein Land, in dem so ein Film weniger angenehm auffällt. Schon der vor einigen Jahren oscarprämierte L. A. Crash oder das humanitäre Babel demonstrierte jene hasserfüllten Gefühle, die in einem Land der Einwanderung entstehen. Eastwood kreiert ein interessantes Portrait einer Gegend, die jeder Tourist liebend gerne meidet. Ein leerer Fleck auf der Landkarte, ein Schatten in der Mentalität der USA. Klug setzt Drehbuchautor Nick Schenk den absolut patriotischen Walt in den Vordergrund seiner Parabel, der sich nicht scheut allerlei rassistische Äußerungen von sich zu geben. Doch gegen aller Erwartungen gerät keine Wiederbetätigung des Clint „Ditrty Harry“ Eastwood in das Zentrum des Geschehens. Gran Torino ist keine Rachegeschichte, sondern eine wunderschöne Allegorie über Freundschaft und über die Verhältnisse, denen viele Menschen einfach nicht entrinnen können. So darf auch das irrsinnig gute Drehbuch von Schenk gegen Ende die eine oder andere Wendung bereit halten, die so manch ein Zuschauer nicht erwartet hat.

    Waren es bisher immer die gekonnt gefilmten Szenarios, die in Eastwoods Filmen den Gipfel des jeweiligen Werks erstürmten, muss man bei Gran Torino sich eher dem klugen Drehbuch von Nick Schenk widmen. Natürlich bleibt auch die filmische Bebilderung der Vorlage absolut intensiv und glänzt besonders in den düsteren Momenten mit einer typisch grandiosen Beleuchtung, doch gelingt es Schenk mit seiner ersten Kinoarbeit ein Gefühl an sein Auditorium zu vermitteln, welches der Zuschauer nicht loslassen möchte. Die Dialoge sind keck, lebendig und verführerisch. Mit sehr viel Witz und Herz belebt das Drehbuch die unsichtbare Verbindung zwischen Eastwood und den eigentlich noch unerfahrenen Bee Vang, der sich aber überhaupt nicht hinter seinem großen Filmpartner verstecken muss. Immer intensiver fühlt der Zuschauer das durchdringende Verhältnis tief unter seiner Haut. Nur wenige Prädikate werden diesem kleinen Meisterwerk gerecht: Gran Torino ist absolut echt, absolut menschlich.

    Fazit:
    Eiskalt erwischt taumelt der Zuschauer nach Eastwoods neuestem Werk aus seinem Sitz. Ohne plakative Schießereien oder pathetischen Worten zeichnet der Regisseur hier ein emotionales Portrait einer Wirklichkeit. Gran Torino ist kein Monstertruck der sich brachial den Weg durch die Massen bahnt. Der Film schnurrt viel mehr sanft wie ein Kätzchen, hat eine zarte Haut und schleicht sich toll geschrieben und gut gespielt an die Herzen der Zuschauerschaft.
  • Wertungen
  • Story
    4,5
    Musik:
    4,0
    Unterhaltung:
    4,5
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    3,5
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
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geschrieben am 27.08.2011 um 16:02

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ø Wertung: 9,1/10 | Wertungen: 35 | Kritiken: 1

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