Der seltsame Fall des Benjamin Button

  • Informationen zum Film
  • Der seltsame Fall des Benjamin Button

  • Originaltitel:
    The Curious Case of Benjamin Button
    Genre:
    Romanze, Fantasy, Mystery, Drama
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2008
    Kinostart Österreich:
    30.01.2009
    Kinostart Deutschland:
    29.01.2009
    Kinostart USA:
    25.12.2008
    Verleiher Österreich:
    Warner Bros.
    Verleiher Deutschland:
    Warner Bros.
  • Inhalt

  • In einem Krankenhaus inmitten New Orleans liegt die ergraute und todkranke Daisy Williams im Sterbebett. Die TV-Nachrichten im Hintergrund vermelden aufgeregt, dass sich ein Hurrikan Stufe 5 unaufhaltsam nähert. Ihre Tochter Caroline steht der Mutter trauernd zur Seite, während der alten Dame noch gewichtiges auf dem Herzen lastet. Sie drückt der Tochter ein braunes Tagebuch in die Hände, und bittet sie, es laut vorzulesen. Gehorsam schlägt Caroline die erste Seite auf und beginnt die obersten Zeilen vorzutragen, obwohl Katrina bereits ihre Anzeichen in Form von Blitz und Donner schickt …

    Der erste Weltkrieg im Jahre 1918 liegt brach, als der kleine Benjamin in einem einfachen Stadtteil von New Orleans das Licht der Welt erblickt. Als die junge Mutter während der Geburt ihres Sohnes stirbt, und der Vater über das seltsame Aussehen des Knaben entsetzt ist, wird Benjamin kurzerhand auf den Stiegen eines Altersheims ausgesetzt. Dienstmädchen Queenie, die in ihrer Profession im Seniorenhaus wesentlich öfter mit dem Tod als mit einer Geburt konfrontiert wird, übernimmt die Sorge um das arme Baby. Und das, obwohl sich die Hautfarbe von ihrer deutlich unterscheidet. In einer Zeit in der Rassenunterschiede thematisiert werden, wächst der blasse Benjamin Button bei seiner schwarzen Ziehmutter mit einem unglaublichen Makel auf. Er wurde als cirka achtzigjähriger alter Mann, der aber nur so groß wie ein Säugling ist, geboren. Entgegengesetzt eines normalen Verlaufes wird der betagte Knabe nicht älter, sondern jünger. Er muss, genau wie normale Kinder, für das Leben vorbereitet werden. Nach einer gewissen Zeit, mittlerweile ist Benjamin schon größer und stabiler geworden, lernt er das hübsche Mädchen Daisy, die des Öfteren ihre Oma besucht, kennen. Obwohl zwischen den beiden Kinder die Chemie auf Anhieb stimmt, trennen sich im weiteren Verlauf immer wieder ihre Wege. Und auch wenn sie tausende Kilometer auseinander sind, denkt Benjamin an Daisy, und Daisy an Benjamin. Daher ist es kaum verwunderlich, das sie ihr Schicksal nach vielen Jahren wieder zusammenführt. Nur, besitzen sie eine gemeinsame Zukunft, oder lässt der Umstand dass die beiden Liebenden entgegengesetzt altern, ein “ Bis euch der Tod scheidet “ nicht zu.

    Im fortlaufenden Leseprozess findet Caroline schrittweise heraus, dass sie die Lebensgeschichte ihrer Mutter liest, und auch ihr bislang unbekannter Vater in dem Buch eine große Rolle spielt …

  • Filmkritik

  • Zu erklären warum Regisseur David Fincher zu den ganz Großen seiner Zunft gehört, gestaltet sich zunächst diffiziler als angenommen. Er ist nicht einer wie zum Beispiel David Lynch, dessen subtilen Stil man schon nach wenigen Sekunden erkennt. Auch verfährt der Filmemacher nicht wie ein Peter Greenaway, dessen Produkte sich mit einem Gemälde vergleichen lassen. Dennoch schafft es David Fincher, sein Handwerk auf das selbe Niveau wie die eben Genannten zu heben, indem er wie kaum ein Anderer vermag eine Atmosphäre zu schaffen. Beginnend mit seinem Regiedebüt ALIEN 3 ( 1992 ), über SIEBEN ( 1995 ), FIGHT CLUB ( 1999 ), PANIC ROOM ( 2002 ) bis hin zu ZODIAC ( 2007 ) besaßen alle das typische Fincher Flair. Ausnahme bildet eventuell THE GAME ( 1997 ), welcher nicht ganz die qualitative Sprosse erreicht. David Fincher choreographiert seine Bilder auf hervorragende Weise. Der Rahmen beinhaltet die wesentlichsten Dinge, auf die es ankommt. Er überlegt genau wie seine Charaktere ins Licht gesetzt werden. Farben, Licht und Schatten ergeben eine Symbiose und tragen gewichtig zum Endergebnis bei. Die Anweisungen für die Darsteller werden klar und deutlich gezeichnet, sodass sie an der Umsetzung erfolgreich arbeiten können. David Fincher ist ein Perfektionist, dem ein solider Film definitiv zu wenig ist.

    LIFE CAN ONLY BE UNDERSTOOD BACKWARD


    DER SELTSAME FALL DES BENJAMIN BUTTON beinhaltet eine Geschichte, die das Dasein von der Geburt, bis hin zum Tode führt. Doch diesmal läuft die Lebensuhr in die andere Richtung. Die Idee zu diesem bizarren Kuriosum stammt aus der Feder von F. Scott Fitzgerald und wurde von THE INSIDER ( 1999 ), ALI ( 2001 ) oder MÜNCHEN ( 2005 ) Autor Eric Roth leinwandtauglich gemacht. Nun lag es in David Finchers Hand, das Skript so eindrucksvoll wie möglich zu inszenieren. Und es darf nun endlich verraten werden, wie sensationell diese Umsetzung gelang. BENJAMIN BUTTON ist ein leises, faszinierendes und berührendes Meisterwerk geworden. Schon zu Beginn wenn das WARNER BROS. Logo mit samt seiner hunderten Buttons ( Knöpfe ) erscheint, weiß der Besucher dass er im einzig richtigen Kinosaal sitzt. Die Bestätigung, dass der Film die enorme Erwartungshaltung mühelos trägt, gibt umgehend ein behagliches Gefühl. Und in dieser Stimmung werden die folgenden 166 Minuten zum absoluten Filmgenuss. Wieder wird bestätigt das David Fincher, sei es im Thriller, im Horrorbereich, oder wie diesmal im skurrilen Drama, der absolute Meister in Sachen Feeling ist. Gänsehaut sei garantiert ! Szenen die qualitativ allesamt als Oscarclips vorzeigbar wären, werden auf fast spielerische Weise aneinander gereiht. Die Filmmusik vermag, mit den behutsamen Orchestralkompositionen, den passenden Rahmen zu schaffen.

    YOU CAN SWEAR AND CURSE THE FATES, BUT IN THE END, YOU HAVE TO LET GO


    Gute Filme gibt es viele. Welche wie BENJAMIN BUTTON laufen uns nur ganz selten über den Weg. Produktionen mit so vielen Reformen wie hier, eigentlich gar nicht. Neben der schon erwähnten völlig neuen Geschichte, die es in dieser Art bis jetzt nicht mal annähernd gab, sei die Handhabe mit dem MAKE UP zu erwähnen. Dieses ermöglicht den beiden Hauptdarstellern ihre Rollen fast über alle Epochen selbst zu verkörpern. Vom Teenager bis ins greise Alter sehen sie mit Maske unglaublich authentisch aus. Natürlich musste hier geringfügig mit dem Computer nachgeholfen werden. Da sich der Film inhaltlich über mehrere Jahrzehnte erstreckt, verwendet David passende Farbtöne für jede Ära. Auch wird, je nach Gebrauch, zwischen Fein und Grobkörnigkeit gewählt. Lange Zeit musste verstreichen bis sich New Orleans endlich wieder als Location für einen Hollywoodfilm zeigen darf. Perfekt in das Drehbuch eingebunden, bietet diese krisengeschüttelte Stadt auch in optischen Belangen ein absolutes Highlight.

    I LOOK A LOT OLDER THAN I REALLY AM


    Als ein weiterer Glanzpunkt ist das gesamte Ensemble zu erwähnen. Aus Platzmangel sollten wir uns aber nur den drei wichtigsten Charakteren widmen. Beginnen wir mit Brad Pitt als BENJAMIN BUTTON. In dem dritten gemeinsamen Film setzt Brad die Forderungen des Filmemachers virtuos um. Im typischen Südstaatenslang wandelt der Darsteller souverän durch jedes zu spielende Alter. Besondere Attraktionen gelangen den Sonnyboy wenn er trotz hinderlichen Maske seine Mimik ins Spiel bringt. Selten hat man Brad mit solch einem starken Ausdruck gesehen. Ihm unterstützend zur Seite, aber nicht minder attraktiv, verkörpert Cate Blanchett die Rolle der Balletttänzerin Daisy Williams. Ihre Bewegungen lassen darauf schließen dass entweder eine Tanzausbildung vorhanden war, oder die Vorbereitung sehr professionell verlief. Natürlich darf nicht vergessen werden, dass es Mittel und Wege gibt, Stunts einzusetzen, oder den Computer spielen zu lassen. Dennoch bietet Cate qualitativ höchst anspruchsvolle Kost, und beweist einmal mehr, dass sie derzeit zu den besten Schauspielerinnen der Gegenwart zählt. Als Dritte im Bunde und garantiert in der Erinnerung haften bleibt Taraji P. Henson als Haushälterin Queenie. Die 38 jährige Afroamerikanerin überzeugt in dem sie ihrem Charakter Wärme und Menschlichkeit verleiht. Das diese Produktion weitere interessante Schauspieler in der Besetzungsliste führt, sei hiermit mit Julia Ormond, Tilda Swinton und Elias Koteas erwähnt.

    Fazit:

    DER SELTSAME FALL DES BENJAMIN BUTTON erobert von erster Minute an die Herzen des Publikums. Und wenn man Gefühlskälte an den Tag legen will, und nur rein objektiv die Klasse des Films analysiert, dann wird der Beurteiler feststellen, dass er hier rein gar nichts von der Höchstnote abziehen kann. David Fincher vermag es, mit seinem neuesten Streich die Messlatte für weitere Werke, wenn überhaupt möglich, noch höher zu legen !

    SOME PEOPLE WERE BORN TO SIT BY A RIVER, SOME GET STRUCK BY LIGHTNING, SOME HAVE AN EAR FOR MUSIC, SOME ARE ARTISTS, SOME SWIM, SOME KNOW BUTTONS, SOME ARE MOTHERS, AND SOME PEOPLE … DANCE ( closing monologue )


  • Wertungen
  • Story
    5,0
    Musik:
    4,5
    Unterhaltung:
    5,0
    Anspruch:
    4,5
    Darsteller:
    5,0
    Gesamt:
    5,0
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Userkritiken

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Als DER SELTSAME FALL DES BENJAMIN BUTTON 2008 in die Kinos kam wurde mein Kinokalender um einen Pflichttermin bereichert. Ich konnte mir damals schon nicht erklären was mich an dem Film faszinierte, aber der Trailer hat mich binnen Sekunden schon i...

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geschrieben am 18.08.2011 um 12:42

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ø Wertung: 7,3/10 | Wertungen: 18 | Kritiken: 1

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