Vicky Cristina Barcelona

  • Informationen zum Film
  • Vicky Cristina Barcelona

  • Originaltitel:
    Vicky Cristina Barcelona
    Genre:
    Romanze, Drama
    Produktionsländer:
    USA, Spanien
    Produktionsjahr:
    2008
    Kinostart Österreich:
    05.12.2008
    Kinostart Deutschland:
    04.12.2008
    Kinostart USA:
    15.08.2008
    Verleiher Österreich:
    Filmladen
    Verleiher Deutschland:
    Concorde Filmverleih
  • Inhalt
  • Die beiden Freundinnen, Vicky und Cristina, verbringen ihren Sommer in Barcelona – in Vickys Fall, um die Kultur für ihre universitäre Ausbildung zu studieren, in Cristinas, um künstlerische Inspiration zu erhaschen. Zwei Frauen, deren Konzepte der Liebe nicht unterschiedlicher sein könnten. Die Eine will die leidenschaftliche Affäre, die den Liebenden emotionale Achterbahnen verspricht. Die Andere plädiert für die gesittete Moralvorstellung, welche den Partnern eine stabile Gemeinschaft bietet. Doch als die Damen den verruchten Juan Antonio kennen lernen, sollte sich ihre Welt auf dem Kopf stellen …
  • Filmkritik
  • Woody Allen, der Meister der Liebe, der Neurosen und der Perversionen, versucht in seinem neuesten Werk wieder seine eigene Vergangenheit zu negieren. Ähnlich wie er die Liebesvorstellungen der Fräuleins auf den Kopf stellt, will er sich selbst auch völlig neu orientieren. Seit Ende der 90er strebet der Stadtneurotiker schlechthin an, mit seinen Filmen in neue Horizonte zu segeln.

    Allens Regie ist erneut wie ausgewechselt. Der gängige, ruhige Charme seiner alten Filme wird von einem wilden Hin- und Herspringen der Szenerien verdrängt. Nun will der Maestro der schlüpfrigen Witze neue Gefilde für sich erschließen. Es ist die Erzählstruktur von Vicky Cristina Barcelona, die sich völlig von den Altwerken distanziert. Nicht mehr eine Geschichte um Liebende wird erzählt. Allen versucht vielmehr die Vorstellungen von Liebe zweier Frauen anhand des kurzen Besuchs in Spanien zu porträtieren. Die Nebenfiguren werden feinen Härchen der Damen, die Schauplätze sind Facetten ihrer Gesichter und die Handlungen ist das Blut, das durch ihre Adern fließt. Doch die Skizze ist nur schnell auf die Leinwand gefetzt. Die schönen Landschaftsaufnahmen dienen nur den knappen Inhalten zur Orientierung. Gerade die mysteriöse Erzählstimme, die versucht das Geschehen auf objektive Weise zu kommentieren, nervt nach kurzer Zeit schon sehr. Es scheint so, als ob Allen die wie immer eigens verfasste Geschichte nicht in Griff hätte. Stück für Stück entgleiten ihm die Fäden des eigentlich so simplen Plots. Nur die unbekannte Off-Stimme will dem Film gezwungener Maßen eine Struktur verleihen, die das Werk einfach nicht zu bieten hat. All diese gewalttätigen Methoden, um Vicky Cristina Barcelona zu einem geschlossenen Ganzes zu machen. Doch in echt ist der Film ein aufgeweichtes Gebilde, in dem der Zuschauer zu ertrinken scheint.

    Trotz dieser erzähltechnischen Flaute, der die nun schon dritte Zusammenarbeit mit der bezaubernden Scarlett Johansson erneut nicht an das grandiose Drama Match Point herankommen lässt, darf sich auch die neuste Arbeit des Meisters mit dem Prädikat Sehenswert schmücken. Es ist und bleibt einfach sein Genre: Die romantische Komödie, die eigentlich gar nicht so romantisch ist. Allens perfid geniale Weise der Behandlung der Liebe und all ihren Auswüchsen war vor 30 Jahren saukomisch und bleibt es bis heute. Vicky Cristina Barcelona besitzt den grotesken Humor von Manhatten, kann sich dabei mit den skurrilen Charakteren aus Annie Hall messen und liefert dabei noch dermaßen verschrobene Ansichten der Liebe, als wenn es eine Episode aus dem Meisterwerk Everything You Always Wanted to Know About Sex But Were Afraid to Ask entsprungen wäre. Jede der merkwürdigen Figuren mit Top-Darstellern besetzt – von Javier Bardem über Scarlett Johansson bis hin zu Penélope Cruz, die erneut eine wunderbare Darbietung liefert – sind die Lachanfälle, ausgelöst durch den typischen Woody Allen-Witz, schon vorprogrammiert.

    Fazit:
    Auch die Verlagerung des Setting von dem verregneten London in das sonnige Barcelona mündet nicht in der Erschaffung eines zweiten Match Point. Dennoch ist Vicky Cristina Barcelona erneut wunderbar unkonventionelle Unterhaltung der besonderen Klasse. Zwar kann sich Allen nicht voll in seinen New Yorker-Neurosen ausleben, aber auch die heißen Sommertage in Barcelona halten die eine oder andere Türe für Groteskes offen.
  • Wertungen
  • Story
    3,0
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    3,5
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    3,5
    Verfasst von:
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