Kinder des Zorns 2 - Tödliche Ernte

  • Informationen zum Film
  • Kinder des Zorns 2 - Tödliche Ernte

  • Originaltitel:
    Children of the Corn II: The Final Sacrifice
    Genre:
    Thriller, Horror
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    1992
    Kinostart USA:
    29.01.1993
  • Inhalt
  • Vor Jahren töteten alle Kinder in Gatlin ihre Erwachsenen – angeführt von dem fanatischen Jung-Prediger Isaac. Nun findet man die Massengräber und die „Kinder des Zorns“ werden in die benachbarte Stadt gebracht; doch noch weiß man nicht um ihr diabolisches Wesen. Angeführt von dem jungen Micah erheben sich die Kinder Gatlins ein zweites Mal. Nur der mutige Reporter John Garrett und sein Sohn Danny stellen sich ihnen in den Weg…
  • Filmkritik
  • Erfolg gebiert Fortsetzung, auch im Horrorgenre. Und das nicht nur bei den wirklich erfolgreichen Franchisen, wie „Halloween“, „Freitag der 13te“, „Nightmare on Elm Street“ oder „Hellraiser“ – nein, bei akzeptablem Erfolg sprießen die Fortsetzungen nur so aus dem Boden, sei es bei der „The Howling“ Reihe (die es immerhin auf sechs Fortsetzungen brachte) oder eben auch bei den „Kindern des Zorns“ (ebenfalls insgesamt siebenteilig). Mit den Worten des Regisseurs des Sequels, David Price: "Ein Film, der eine Million kostet und zwölf Millionen Dollar einspielt, ist doch besser als ein Dreißig-Millionen-Film, der letztendlich nur zwanzig Millionen einbringt“. Und da das Original (1984 von Fritz Kiersch inszeniert) ein veritabler Erfolg wurde und allein an den amerikanischen Kinokassen über vierzehn Millionen Dollar einspielte, entschloss man sich fast zehn Jahre später, die garstigen Gören ein weiteres Mal auf die große Leinwand zu bringen – es sollte dabei das letzte Mal werden, denn alle anderen Filme der Reihe wurden direkt auf Video veröffentlicht. Das hatte zwei Hauptgründe: Auf der einen Seite, um einem kommerziellen Flop an den Kinokassen aus dem Weg zu gehen, auf der anderen Seite aber auch, um den geistigen Vater der „Children of the Corn“ nicht zu verärgern. Denn Stephen King war schon mit dem Original unzufrieden und distanzierte sich öffentlich von dem fertigen Endprodukt, welches mit seinem Namen ja kräftig beworben wurde. Und auch die Fortsetzung entsprach nicht seinen Vorstellungen.
    „Children of the Corn 2 – The Final Sacrifice“ wurde für das sehr geringe Budget von circa einer Million Dollar gedreht und konnte allein in den Vereinigten Staaten über sechs Millionen an den Kinokassen akquirieren – wurde also ebenfalls zu einem handfesten (und wahrscheinlich auch recht überraschendem) Erfolg (was dann auch, ein Jahr später schon, eine zweite Fortsetzung nach sich zog).

    Nun war es aber so, dass man schon beim Vorgänger die kingsche Kurzgeschichte strecken musste, um einen abendfüllenden Spielfilm auf die Beine stellen zu können. Und eine literarische Fortsetzung stand für das Sequel nicht zur Verfügung. Was also tun? Und so entwickelte Drehbuchautor Al Katz eine Art „Sequel-Prequel“.
    Der Begriff des „Sequel-Prequel“ bedarf wohl näherer Erläuterung (und wurde auch vom Autor erdacht – also nicht im Duden nachschlagen): Innerhalb der Grenzen eines normalen Sequels (heißt: man verweißt auf den Vorgänger und die Fortsetzung passt in die filminterne Zeitchronologie) entwickelt sich ein Prequel: In diesem Fall wird gezeigt, wie die „Kinder des Zorns“ erst zu ihrem mörderischen Kult kommen, während im Original die Gören ihren Maiskult schon etabliert hatten. Und in „Tödliche Ernte“ tut sich ein Anführer der Gatliner Jugend erst nach zwanzig Minuten hervor und führt die Kinder dazu an, alle Erwachsenen auszurotten.
    Diese Grundhandlung ist natürlich nicht sonderlich innovativ, versucht aber, dem bekannten Stoff eine neue Facette aufzuzeigen (anders als die Fortsetzungen der „Freitag der 13te“ Reihe, die lediglich den Schauplatz und die Opfer variierten, ansonsten aber nur wenig Neues einbrachten), was allerdings nur teilweise gelingt, denn im weiteren Verlauf des Filmes verschiebt sich der Fokus mehr auf die Morde, denn auf die Mörder und so wird „Kinder des Zorns 2“ zu einem reinrassigen Slasher, der seine ursprünglichen und innovativen Ur-Motive etwas aus den Augen verliert.

    Dabei ist der Anfang noch überaus ansprechend, als einige Männer die dutzenden Leichen der toten Erwachsenen entdecken und die „Children of the Corn“ im Bus in die Nachbarstadt gebracht werden, um dort ein neues Leben anfangen zu können. Doch kaum hat man den Jugendlichen eine neue Location verpasst, und einen neuen Anführer etablieren können, geht auch schon das Morden los. Was dabei besonders auffällt ist, dass die eigentlichen Hauptfiguren – John Garrett und sein Sohn Danny plus jeweils eine „Love-Interest“ – zunehmend in den Hintergrund rücken. Je weiter die Handlung voranschreitet, desto episodenhafter wird das Ganze: Die Kinder bringen einen Erwachsenen um, John und Danny recherchieren ein bisschen oder nähern sich ihren Freundinnen an, dann töten die garstigen Gören wieder einen Erwachsenen, John guckt sorgenvoll in die Kamera, und so weiter.
    Auf der einen Seite ist das zunehmend Episodische natürlich nicht besonders spannend oder atmosphärisch, auf der anderen Seite aber wird das Gesehene gerade deswegen nicht langweilig, weil die mörderischen Angriffe der Kinder wirksam über die gesamte Spiellaufzeit verteilt wurden und deswegen immer wieder kleine Highlights darstellen, sodass der Zuschauer nicht das Interesse am Film verliert (z.B. das wohl tödlichste Nasenbluten der Filmgeschichte).
    Erst im letzten Drittel wird etwas mehr auf Danny eingegangen, der vom Anführer des Maiskultes verführt wird (sich aber natürlich letztendlich gegen die „Kinder des Zorns“ stellt und zusammen mit seinem Vater den Kampf gegen den Maisgott aufnimmt).

    Ebenfalls schade, beziehungsweise ärgerlich ist, dass nicht auf die Wirkungsweise des Maiskultes eingegangen wird. Wieso die Kinder jetzt gerade den, „der-hinter-den-Reihen-wandelt“ anbeten, wird nur ansatzweise angerissen, wieso aber die innere Verbundenheit dieses Kultes so schnell zerstört werden kann (wie man im Finale sieht) bleibt völlig im Dunkeln – und wenn man sich schon mit den „Anfängen“ beschäftigt, dann sollte man auch Gründe für dessen Entstehen und den Fanatismus der „Teilnehmer“ finden – etwas, was Teil 3 dann löblicherweise aufgreift (auch wenn die Erklärung abstrus ist; es gibt wenigstens eine).

    Die Fokussierung der Handlung auf den Slasher Anteil der Story, und die damit verbundene starke Präsenz der jugendlichen Darsteller, hat natürlich auch zur Folge, dass diese mehr „Screentime“ bekommen, und hier offenbart sich, dass die Wahl der Schauspieler im Gegensatz zu dem noch sehr gut gespielten ersten Teil, nicht immer ganz gelungen ausfällt. Vor allem Micah – dem neuen Anführer der garstigen Kiddies – kann an Isaac (den Jung-Prediger aus Teil 1) nicht heranreichen. Mehr als die Augenbrauen zusammenziehen, böse gucken und schwarze Sachen tragen, sollte man nicht erwarten – und was die ganze Sache dazu auf ironische Weise tragisch macht: Die Darsteller der eigentlichen Hauptdarsteller sind im Gegensatz zu den Kinderschauspielern wirklich gut, füllen ihre Charaktere mit Leben und wirken sehr sympathisch – nur, sie sind halt nicht im Fokus des Filmes. Hier ist ein Rückschritt gegenüber des ersten Teiles zu konstatieren, den man leicht hätte vermeiden können, wenn man die Handlung mehr auf die Hauptfiguren bezogen hätte.

    Musikalisch bleibt „Kinder des Zorns 2“ solide, ohne wirklich groß in Erinnerung zu bleiben… ganz anders als in den Effekten, die im Gegensatz zum Original um einiges zugenommen haben: Die Special-Effects wurden von Bob Keen umgesetzt, der Effekt-Macher hinter den ersten „Hellraiser“-Teilen. Da sich „Children of the Corn 2“ noch mehr als sein Vorgänger den Traditionen des Slasher-Filmes verschreibt, gibt es zwar auch hier keine ausufernde Blutbäder zu bewundern, aber doch eine gute Handvoll an effektvollen Gemeinheiten, die allesamt überzeugend in Szene gesetzt wurden und so die Morde zusätzlich interessant machen.

    Fazit:
    „Kinder des Zorns 2 – Tödliche Ernte“ ist, noch mehr als das Original, ein fast reinrassiger Slasherfilm, nur eben mit dem Pluspunkt der interessanten Hintergrundgeschichte. Diese wird allerdings im weiteren Verlauf eher fallen gelassen und man konzentriert sich mehr auf den Mord-Anteil der Story, sodass sich der Film zunehmend ins Episodische verliert. Dazu wird den eigentlichen Hauptfiguren zu wenig Raum gegeben. Darstellerisch wurde ein Rückschritt gemacht, da die Kinderschauspieler längst nicht so überzeugend sind, wie noch im Vorgänger. Dafür wurde „Children of the Corn 2“ solide inszeniert, die Morde wirksam über die ganze Handlung verteilt, sodass nie wirklich Langeweile aufkommt. Doch das war es auch schon. Die erste Fortsetzung der langlebigen Horror-Reihe bleibt hinter ihren eigentlichen Möglichkeiten zurück und bietet lediglich solide Slasher-Unterhaltung für den gemütlichen Abend.
  • Wertungen
  • Story
    2,5
    Musik:
    2,0
    Unterhaltung:
    2,5
    Anspruch:
    0,5
    Spannung:
    2,5
    Darsteller:
    2,0
    Gesamt:
    2,5
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