Halloween 6 - Der Fluch des Michael Myers

  • Informationen zum Film
  • Halloween 6 - Der Fluch des Michael Myers

  • Originaltitel:
    Halloween: The Curse of Michael Myers
    Genre:
    Thriller, Horror
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    1995
    Kinostart Deutschland:
    30.05.1996
    Kinostart USA:
    29.09.1995
  • Inhalt
  • In Haddonfield ist wieder Halloween. Zum ersten Mal seit dem Horror vergangener Tage wagt man es wieder, das Fest zu feiern. Vor zweiunddreißig Jahren brachte der sechsjährige Michael Myers hier auf bestialische Weise seine Schwester um und wurde danach für alle Zeit im Sanatorium für kriminelle Geisteskranke interniert – bis er seinen Bewachern entkam. Sukzessiv löschte er seine ganze Familie aus, bis nur noch seine neunjährige Nichte Jamie übrig war. Vor sechs Jahren kehrte Michael nach Haddonfield zurück, um seine letzte lebende Verwandte zu finden und zu töten. Als man ihn endlich fassen konnte, wurde er von einem geheimnisvollen Fremden aus dem Gefängnis befreit. Danach verschwanden Jamie und er – wie vom Erdboden verschluckt.
    Im ehemaligen Haus der Familie Myers lebt jetzt Kara Strode mit ihren Eltern und ihrem kleinen Sohn Danny. Seltsame Ereignisse beginnen Kara zu beunruhigen. Danny hat nachts schlimme Alpträume. Er hört Stimmen, die ihm befehlen zu töten. Dieselben Stimmen, die der kleine Michael damals gehört hat. Und dann kehrt Michael zurück, um alle, die nicht an die Existenz des schwarzen Mannes glauben, auf blutige Weise vom Gegenteil zu überzeugen…
  • Filmkritik
  • Nach dem mediokren fünften Teil vergingen diesesmal ganze sechs Jahre, bis sich Produzent Moustapha Akkad dazu entschloss, Michael Myers ein weiteres Mal auf die Leinwand zu bringen. Auch Donald Pleasence konnte man ein weiteres Mal dazu bringen, den Psychiater Dr. Loomis zu mimen; nach der Aussage von Pleasence tat er dies vor allem wegen der vielen Fans der erfolgreichen Franchise. Mit dem Werbeslogan „The only thing more terrifying than how it began, is how it will end” erhoffte man sich ein großes Publikum – und wurde nicht enttäuscht. „Halloween 6“ wurde ein veritabler Erfolg an den Kinokassen. Leider sollte „Der Fluch des Michael Myers“ Donald Pleasences letzter Beitrag zur Franchise werden; er verstarb noch während den Dreharbeiten des Filmes.

    Die Dreharbeiten selber standen dabei unter einem schlechten Stern. Und damit sind nicht unbedingt kreative Differenzen oder Setunfälle gemeint, sondern eher die Drehbucharbeiten selber, so musste dieses noch während der Dreharbeiten mehrere Male umgeschrieben werden. Diese Drehbuchprobleme resultieren direkt aus dem Ende des Vorgängers. Denn Drehbuchautor Daniel Farrands hatte es sich zur erklärten Aufgabe gemacht, alle losen Fäden des letzten Teiles aufzugreifen und nun zu erklären: Wer ist der Schwarze Mann? In welcher Verbindung steht er zu Michael Myers und wieso verhilft er ihm zu Flucht?
    Statt diese Ereignisse zu ignorieren und vielleicht noch einmal von vorne anzufangen (eine Idee, die dann „Halloween H2O“ aufgriff und gelungen umsetzte), wurde versucht, Erklärungen zu finden. Und das war ein großer Fehler, der vor allem das letzte Drittel des Filmes arg aus dem Takt bringt.
    Dabei fängt „Halloween 6“ gar nicht mal schlecht an. Eine, zwar rätselhafte aber atmosphärische Anfangssequenz, in der Jamie ein Baby zu Welt bringt und dann sofort vor Michael Myers fliehen muss, ihm dann aber nur wenige Filmminuten später zum Opfer fällt – das alles ist ein spannend inszenierter Einstieg in die Geschichte. Auch die Ereignisse in Haddonfield sind noch atmosphärisch solide, auch wenn die handelnden Charaktere ein weiteres Mal eher klischeehaft denn realistisch sind. Aber man befindet sich ja auch in einem Slasherfilm und keinem Arthouse-Kino. Von daher kann der geneigte Zuschauer noch recht zufrieden sein – zumal auch Dr. Loomis wieder ganz der Alte ist und kein fanatischer Jäger mehr, wie noch im Vorgänger. So vergehen die ersten 50 Minuten des Filmes unterhaltsam…

    Bis, ja bis sich der Drehbuchautor genötigt fühlt, seine Erklärungen einzubauen. So wird aus Michael Myers plötzlich ein, durch druidische Runensternbilder beeinflusster Serienmörder, der nur deswegen mordet, weil er in einer bestimmten Sternenkonstellation zufällig geboren wurde. So weit so schlecht. Dann entpuppt sich der Schwarze Mann als ein alter Kollege von Dr. Loomis, der mit Myers` Genen gar Schreckliches vorhat. Was genau verschweigt uns der Film allerdings – beziehungsweise sind die Erklärungen so schwammig und undurchsichtig, dass man sie als Zuschauer nicht versteht. Es hat irgendetwas mit dem ursprünglichen Bösen, Gentechnik und Macht zu tun – ach ja und Jamies Baby spielt darin auch irgendwie eine wichtige Rolle. Versucht man den Hintergründen der Handlung zu folgen, wird man schon bald frustriert aufgeben. Das sah wohl auch der Regisseur und drückt kräftig aufs Gaspedal: In den letzten zwanzig Minuten schießt der Film nur so am Zuschauer vorbei, Handlungsorte werden wild gewechselt, inszenatorisch noch einiges geboten (so eine schöne Stroboskop-Sequenz, in der Myers ein ganzes Ärzteteam umbringt) und dann ist der Film auch schon wieder vorbei – allerdings mit einem ähnlichen merkwürdigem (oder krasser formuliert: blöderem) Ende, das mehr Fragen aufwirft als wirklich erklärt.

    Dass man als Zuschauer danach ,gelinde gesagt, verwirrt zurückgelassen wird, hat sicherlich viel mit dem Drehbuch zu tun – allerdings, und dies sollte als Ehrenrettung des Autor erwähnt werden, ist die Kinofassung nicht unbedingt die „ursprüngliche“ Fassung. Regisseur Chappelle musste den Film nach Auseinandersetzungen mit den Produzenten, miesen „Test-Screenings“ und dem frühen Tod von Donald Pleasence mehrere Male umschneiden, bearbeiten, und nachträglich weitere Szenen drehen, die in den Film inkludiert wurden, sodass von dem ursprünglich gedrehten Stoff nicht mehr viel übrig blieb (vieles betrifft allerdings wirklich nur die letzte konfuse halbe Stunde). Ein so genannter „Producer`s Cut“ existiert als Bootleg, ebenso wie das originale Drehbuch im Internet zu finden ist, sodass man sich als interessierter Halloween-Fan auch über die Unterschiede informieren kann. Um das aber klar zu stellen: Selbst im Drehbuch ist die ganze Sache sehr schwammig und merkwürdig, letztendlich auch nur unwesentlich besser und logischer als die Kinofassung (nur das Ende ist wirklich besser – wenn auch nicht wirklich gut).

    Zusätzlich zu den Nachdrehs wurden auch einige Gewaltspitzen nachgedreht und in den Film eingebaut, sodass „Halloween 6“ einer der härtesten Teile der Serie wurde (auch hier gibt es alternative Fassungen, die vor allem in der berüchtigten „Gitter-Quetsch-Szene“ mehr zeigen). Nur retten Blut und abgehackte Köpfe einen verquasten Film eben auch nicht – auch wenn das Gezeigte gut gemacht wurde.

    Darstellerisch geht in „Halloween 6“ alles in Ordnung. Donald Pleasence wirkt zwar sehr lustlos, aber immerhin hatte der Mann den Zenit seines Lebens auch schon überschritten. Und besonders häufig ist er eh nicht auf der Leinwand zu sehen – Regisseur Chappelle schnitt viele seiner Szenen aus dem fertigen Film heraus, da er ihn zu „langweilig“ fand. Der Rest der Darsteller ist weitestgehend unbekannt (bis auf Mitch Ryan, den man vielleicht aus der Sitcom „Dharma und Greg“ kennt und der auch das ein oder andere Mal in größeren Hollywood Produktionen mitwirkte), macht seine Sache allerdings recht gut. Größere Ausfälle gibt es keine.

    Fazit:
    „Halloween 6“ ist einer der schwächeren Teile der erfolgreichen Franchise, dabei aber noch besser als sein direkter Vorgänger. Das wohl schwerwiegendste Problem dürften dabei die völlig konfusen und unlogischen letzten zwanzig Minuten sein, die einen eigentlich sehr soliden Film völlig demontieren und den Zuschauer unbefriedigt zurücklassen. Weder die Kinofassung, noch das originale Drehbuch sind in der Lage, die Exposition zu einem gelungenen Ende zu führen. Auch der Umstand, sämtliche aufgeworfenen Fragen des Vorgängers erklären zu wollen, wird dabei zur Stolperfalle, denn die gefundenen Antworten sind, gelinde gesagt, suboptimal. Die Mängel versucht Regisseur Joe Chappelle mit einem hohen Tempo (der fertige Film geht mit Abspann gerade einmal 84 Minuten) und gelungenen inszenatorischen Einfällen zu überspielen, leider gelingt ihm dies nicht völlig. Die Darsteller sind allesamt überzeugend und meistern ihre Rollen gut. Auch die Effekte und die gelungene Musikuntermalung (das altbekannte Thema neu aufgelegt) machen Spaß.
  • Wertungen
  • Story
    2,0
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    2,5
    Anspruch:
    1,0
    Spannung:
    2,0
    Darsteller:
    3,0
    Gesamt:
    2,0
    Verfasst von:
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Userkritiken

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Halloween 6

Sechs Jahre ist es her, seit Michael von dem Mann in Schwarz aus dem Gefängnis geholt worden ist. In der Zwischenzeit wurde Jamie verschleppt und hat ein Kind geboren - Michaels Kind. Mit diesem flieht sie zurück nach Haddonfield, wo...

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geschrieben am 13.02.2014 um 03:33

"Halloween V" endete ausgesprochen mysteriös und hat für den Fortgang der Halloween-Saga viele Fragen offen gelassen.
Die Hinweise über den eigentlichen Urgrund des mörderischen Antriebes von Michael Myers verblieben äußerst wirr und nebulös....

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geschrieben am 01.02.2013 um 17:16

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