Halloween 4

  • Informationen zum Film
  • Halloween 4

  • Originaltitel:
    Halloween 4: The Return of Michael Myers
    Genre:
    Thriller, Horror
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    1988
    Kinostart Deutschland:
    25.10.1999
    Kinostart USA:
    21.10.1988
  • Inhalt
  • Nach 10 Jahren ist er zurückgekehrt und mit ihm das Grauen. Michael Myers konnte aus dem Krankentransport, der ihn von einer staatlichen Anstalt für gefährliche Geisteskranke in ein öffentliches Krankenhaus überführen sollte, entfliehen. Seine blutige Spur führt erneut nach Haddonfield. Dr. Loomis, der aus seinem ersten Erlebnis mit Michael Myers gelernt hat, kann sich vorstellen, was er plant: Er will seine einzige noch lebende Verwandte – seine Nichte Jamie – töten. An Halloween startet er seine grausige Jagd auf alles, was sich ihm in den Weg stellt…
  • Filmkritik
  • Sieben Jahre sollte es dauern, bis Michael Myers erneut auf die Leinwand zurückkehrt. Trotz des Erfolges mit „Halloween 2“ entschied sich der „Erfinder“ der Serie – John Carpenter – einen künstlerisch anderen Weg einzuschlagen. So thematisierte „Halloween 3“ nicht eine erneute Rückkehr des Serienmörders mit der weißen Maske, sondern entwickelte eine völlig andere „Storyline“. Doch war diesem „Experiment“ nicht besonders viel Erfolg beschienen und Carpenter widmete sich erst einmal anderen Projekten.
    Zwar schrieb er dann noch einen Drehbuchentwurf für den vierten Teil, dieser allerdings wurde verworfen und somit betrachtete Carpenter sein kreatives Mitwirken an der Reihe endgültig für beendet. Mit den nachfolgenden Fortsetzungen und dem Remake wollte er jedenfalls nichts mehr zu tun haben.

    Dabei ist gerade „Halloween 4“ tatsächlich eine Ausnahme der Regel, dass Fortsetzungen immer schlechter sein müssen, als das Original. Denn wo Teil 5 und 6 tatsächlich vieles falsch machen und der Serie für längere Zeit den Todesstoß versetzten, kann „Halloween 4 – Michael Myers kehrt zurück“ konsequent an das legendäre Original anschließen.

    Zunächst muss man allerdings die fadenscheinige Erklärung schlucken, dass sowohl Michael Myers als auch seine Nemesis Dr. Loomis die Explosion am Ende von Teil 2 überlebt haben. Loomis mit schweren Brandnarben und auf einen Stock angewiesen, während der Serienmörder ins Koma fiel und seit inzwischen zehn Jahren vor sich hinvegetiert. Jamie Lee Curtis, die sich Carpenter anschloss und mit den Fortsetzungen ebenfalls nichts zu tun haben wollte (erst als man der Franchise eine Frischzellenkur verpasste, ließ sie sich auf den siebten Teil, „Halloween H20“ wieder ein), wurde elegant aus der Handlung gestrichen, indem man ihre Figur – Laurie Strode – bei einem Autounfall sterben ließ.
    Ihre Tochter – die kleine Jamie – wächst nun bei Pflegeeltern auf; natürlich in Haddonfield. Und so kommt es, wie es kommen muss: An Halloween erwacht Michael Myers aus seinem Koma (während eines Krankenhaustransportes) und macht sich auf die Jagd nach seiner letzten Verwandten.

    Was sich auf dem Papier noch als 08/15 Slasher anhört, wurde spannend und atmosphärisch auf die Leinwand gebracht. Denn Regisseur Dwight H. Little versucht, so viel wie nur möglich aus dem Stoff herauszuholen. Das merkt der geneigte Zuschauer schon gleich zu Anfang, wenn der Krankentransport Myers abholen soll und dazu tief in das Innere der Anstalt geführt wird. Inszenatorisch wie ein Abstieg in die Hölle, kreiert Little sofort eine unbehagliche, bedrohliche Atmosphäre. Myers wird wieder zu dem stilisiert, was er auch im Original für Dr. Loomis ist: Das pure Böse.
    Glücklicherweise verlässt man sich nicht mehr auf die puren Slasher-Elemente der Story, ein Fehler, den „Halloween 2“ beging und dessen Handlung sich zunehmend ins episodische verlagerte (Myers kommt zu einem Opfer, bringt es um, nächstes Opfer wird vorgestellt, Myers kommt und bringt es um, etc.). So sieht man den maskierten Serienmörder nur selten wirklich auf der Leinwand. Vielmehr ahnt man nur, dass er da ist. Der Fokus richtet sich vielmehr auf Myers` potenzielle Opfer und Loomis´ verzweifelte Versuche, diese zu retten. Ungewöhnlicherweise sind die Figuren dabei nicht bloße wandelnde Klischees, sondern Charaktere mit Hand und Fuß, mit denen man sich sogar identifizieren kann, mit denen man mitfiebert und ihnen wünscht, dass sie Myers` Wüten entkommen können. Diesem Umstand geschuldet, dass man eben nicht nur auf das Auftauchen des Bösewichtes wartet, entsteht eine packende Atmosphäre, die den Zuschauer (im besten Fall) auch mitreißen kann.

    Zudem erweitern Little und sein Drehbuchautor Alan B. McElroy die eigentliche Geschichte gekonnt weiter. Zu ihren besten Einfällen gehören die Szenen, in denen die aufgebrachten Bewohner von Haddonfield selber Jagd auf Myers machen und dabei einen der ihren erschießen. Solch kritische Beobachtungen von Panik und ihren Folgen hätte man der Serie nicht zugetraut und so ist man als Zuschauer natürlich positiv überrascht.

    Und was wäre Myers ohne seinen Gegenspieler Dr. Loomis? Donald Pleasence liefert eine glänzende Performance, als resignierter, sichtlich gealterter Mann, der verzweifelt versucht, Myers` bestialischem Treiben Einhalt zu gebieten. Als er ihm zum ersten Mal gegenübersteht, bietet er sich selber als Opfer an, nur damit der Serienmörder nicht nach Haddonfield geht und die dort lebenden Menschen bedroht. Konsequenterweise ist es auch nicht Loomis, der Myers am Ende stoppen kann, sondern Jamies Adoptivschwester Rachel, die dem Killer erst schwer zusetzt, bevor die Polizei von Haddonfield ihn schließlich unschädlich machen kann. Loomis ist an seiner Aufgabe zerbrochen, sieht sich selber auch als Schuldigen und kann diese Schuld nicht überwinden. Erst die Unschuld, die durch Rachel (eine Jungfrau) perfekt verkörpert wird, kann sich dem Bösen stellen und es gemeinsam mit den Bewohnern, deren Stadt Myers zu lange schon terrorisierte, zerstören.

    Schauspielerisch tun sich Slasherfilme ja eher selten besonders positiv hervor und auch keiner der Darsteller aus „Halloween 4“ wird wohl ernsthaft auf einen Oscar spekuliert haben. Dennoch machen sie ihre Sache mehr als gut. Gerade die jungen Darsteller können in ihrem Spiel überzeugen, ebenso wie Donald Pleasence und Beau Starr (als Sheriff von Haddonfield). Und auch der Mann hinter der Maske kann seiner Figur bedrohliches Leben einhauchen, auch wenn er natürlich nicht besonders viel zu tun hat.

    „Halloween 4“ ist auch in sofern eine deutliche Annäherung an das Original, als das Gewalt und Blut keine besonders große Rolle spielen. Der vierte Teil hat nur einige, wenige Gewaltspitzen (und viele davon wurden erst nachgedreht, nachdem die Produzenten den Film nicht „hart“ genug fanden – ein Schicksal übrigens, dass auch „Halloween 2“ schon ereilte; Carpenter drehte dort ebenfalls einige blutige Morde nach, nachdem ihm die „Originalfassung“ nicht gefiel) und konzentriert sich mehr auf Atmosphäre und Spannung, als auf Gore und Innereien.

    Fazit:
    Michael Myers zweite Rückkehr ist ein rundum gelungener Horror-/ Slasherfilm und der einzige Film der „alten“ Reihe („Halloween H20“ und „Halloween Resurrection“ werden hierbei exkludiert, da sie einen Neustart der Franchise waren und auch thematisch keinen Bezug zu den Teilen 4, 5 und 6 haben) der dem Original das Wasser reichen kann. Sowohl story-technisch wie auch inszenatorisch kann der Film überzeugen (solange man den faden Aufhänger ignoriert), bietet viel Spannung, eine düstere Atmosphäre und ist damit ein würdiger Nachfolger.
  • Wertungen
  • Story
    3,0
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    1,5
    Spannung:
    4,0
    Darsteller:
    3,0
    Gesamt:
    4,0
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geschrieben am 11.09.2013 um 00:11

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ø Wertung: 6,8/10 | Wertungen: 22 | Kritiken: 1

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