Exitus 2 - House of Pain

  • Informationen zum Film
  • Exitus 2 - House of Pain

  • Originaltitel:
    Exitus II: House of Pain
    Genre:
    Horror
    Produktionsland:
    Deutschland
    Produktionsjahr:
    2008
    Kinostart Deutschland:
    22.05.2008
  • Inhalt
  • 2 Jahre sind seit den schrecklichen Ereignissen in dem Exitus-Haus vergangen. Sophie, die Schwester der getöteten Monique, leidet darunter, dass man die Leiche ihrer Schwester nie gefunden hat. Zusammen mit ihrer Freundin Lena stellt sie eigene Nachforschungen an und entdeckt in dem ehemaligen Mordhaus ein schreckliches Geheimnis!
  • Filmkritik
  • Andreas Bethmann dürfte zumindest in den Fankreisen, die Olaf Ittenbach, Timo Rose und Andreas Schnaas kennen, bekannt sein und schaffte es 2007 mit Exitus Interruptus, sich selbst neu zu erfinden. Sein bisheriges Schaffen war neben der drastischen Gewalt stets durch explizite Sexszenen geprägt, die dafür sorgten, dass der deutsche Regisseur treue Käufer für sich gewinnen konnte. Ein größeres Publikum konnte Bethmann jedoch auch mit plakativen Titeln nicht ansprechen. Notgeile und zur Unzucht erzogene Knastjulen und die Mischung aus Hardcore und Hardgore machten einen größeren Erfolg unmöglich. Mit voranschreitendem Alter und damit steigender Reife war es für ihn wohl fast unumgänglich, neue Wege zu gehen. Exitus Interruptus, den man als eine Art Selbsttherapie und Neustart beschreiben kann, blieb jedoch auf halber Strecke stehen und schaffte den großen Sprung nicht. Exitus 2 – House of pain stellt nun den zweiten ernstzunehmenden Versuch dar, die Pornoecke zu verlassen und setzt die Geschichte konsequent fort: Manuela (Renee Pornero) ist seit ihrer Vergewaltigung vor 5 Jahren in psychischer Behandlung. Einzig und allein ihre Freundin Monique (Anja Gebel) gibt ihr Halt und spendet neuen Lebensmut. Als die beiden Freundinnen von einem kranken Psychopathen entführt werden, müssen sie um ihr Überleben kämpfen. Obwohl Manuela den eiskalten Sadist töten kann, kommt für Monique jede Hilfe zu spät (hier endet Teil 1). 2 Jahre später ist der Fall noch immer nicht gänzlich geklärt und Moniques Schwester Sophie hält die Ungewissheit nicht mehr aus. Zusammen mit ihrer Freundin Lena stellt sie eigene Nachforschungen an und betritt das Haus, in dem ihre Schwester verschwunden ist. Was mit ihr passiert ist, kann sie nicht einmal erahnen…

    Deutsche Amateur- und/oder No-Budget-Horrorfilme teilen oft die gleichen Schwächen: Es mangelt ihnen an einem guten Drehbuch, die Schauspieler agieren selten über Laienniveau und fehlende Spannung sowie fehlendes Talent werden oftmals mit anderen Mitteln kaschiert – ein Vorwurf, den man dem zweiten Teil von Bethmanns Neuanfang nur schwer in allen Punkten machen kann. Grundgerüst jedes Films ist die Geschichte mit seinen handelnden Figuren, die der Kunstform Film erst einen Inhalt gibt. Exitus 2 – House of pain spielt gerade hier mit Licht und Schatten, denn der Film hält sich ab der zweiten Hälfte damit über Wasser, dass aus einem typischen Spukfilm ein comichafter Terrorfilm wird, der etwas an „The Texas Chainsaw Massacre 2“ erinnert. Beide Teile wären für sich allein stehend zu wenig gewesen, doch Bethmann hat dazugelernt: Immer dann, wenn der Film droht, an Schwung zu verlieren, nimmt Exitus 2 wieder an Fahrt auf und bleibt dadurch zumindest unterhaltsam. Dass das Drehbuch – nach eigenen Aussagen – in einer Woche niedergeschrieben wurde, lässt sich damit jedoch nicht verstecken. Es fehlt der nötige Feinschliff, der aufkeimende Logiklücken sinnvoll verhindert hätte. Von besonderer Bedeutung ist hier allerdings die Einstellung des Rezipienten. Bethmann ist als Regisseur gereift genug, um sein eigenes Werk reflektiert zu betrachten. Exitus 2 sollte keineswegs als Film verstanden werden, der eine vollständig glaubhafte Geschichte erzählen will. Gerade der für den Film irrelevante Spukhausteil ist mit all seinen Irritationen dennoch dafür da, die Figuren einzuführen und Spannung zu erzeugen, bevor der Film zum fast schon humorvollen Terrorstreifen wird, der dann allerdings auch einige Tabus bricht und Szenen zeigt, mit denen man so nicht rechnet.

    Während der Film es schafft, gewisse Mängel der Geschichte mit dem Finale zu relativieren, wird Bethmann seine Altlasten nicht los. Die vorliegende Fassung, die so auch veröffentlicht wird, ist bereits eine Schnittversion, die um die Hardcoreelemente erleichtert wurde. Das Ziel, aus der Schmuddelecke herauszukommen, wird nicht erreicht, da der Film noch immer zu viel Sex enthält, wenn der durchaus lernwillige Regisseur das Publikum erreichen will, das er in seinem Interview, welches auf der kommenden DVD enthalten sein wird, erwähnt. Für den geneigten Horrorfan ist der Film noch immer zu explizit und verliert dadurch seine eigentlich vorhandene Atmosphäre. Eine Szene verliert die intendierte Grausamkeit, wenn sich 2 Frauen lediglich waschen sollen, der Schwamm aber ohne großen Umweg zur Scheide der Frau wandert. Derartige Momente durchziehen den ganzen Film. Deutliche Fortschritte gibt es hingegen bei der Inszenierung des Films. Die Ausleuchtung der einzelnen Szenen und der Räume des Hauses wurde wieder verbessert und trägt in der ersten Hälfte viel zur Atmosphäre bei, die durch die sehr gelungene Filmmusik zusätzlich gefördert wird. Auch die Kameraeinstellungen und Fahrten wurden sorgfältiger durchdacht – sie fangen das Geschehen besser ein und heben den Film dadurch von den früheren Werken deutlich ab. Des Weiteren scheinen schlecht gesetzte Schnitte der Vergangenheit anzugehören. Die Verbesserung kommt besonders den Effekten zu Gute, die weitestgehend überzeugend und gegenüber Exitus Interruptus ebenfalls verbessert sind.

    Bei den Schauspielern setzt Bethmann auf bekannte Gesichter und hat mit Renee Pornero und Mia Magic zwei recht talentierte Schauspielerinnen auf der Habenseite. Beide geben sichtlich ihr Bestes und schaffen es, die geforderten Emotionen auszudrücken. Etwas weniger überzeugend, aber auch mit einer kleineren Rolle versehen, ist die Schauspielerin von Sophies Freundin Lena. Sollte Andreas Bethmann den Sexanteil weiter senken, wird er in Zukunft vielleicht auch für Nebenrollen bessere Schauspieler engagieren können.

    Fazit:

    Exitus 2 – House of pain hat sicherlich noch Schwächen, beweist jedoch deutlich, dass Andreas Bethmann talentiert und lernfähig ist. Sollte Exitus 3 noch etwas mehr Feinschliff bei der Geschichte und bei den Dialogen bekommen, könnte er wirklich den großen Sprung schaffen und den guten zweiten Teil hinter sich lassen. Technisch ist der Film, wenn man das Budget bedenkt, über fast jeden Zweifel erhaben. Wer sich nicht an dem noch immer recht hohen Sexanteil stört, kann an Bethmanns bisher bestem Film durchaus seine Freude haben.
  • Wertungen
  • Story
    2,0
    Musik:
    4,0
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    0,5
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    2,5
    Gesamt:
    3,0
    Verfasst von:
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Schwester Monique, welche vor zwei Jahren in einem alten Haus von einem verrückten Psychopathen ermordet worden ist. Ihre Leiche wurde nie gefunden. Auch die beiden Frauen verschlägt es in dieses Haus, in dem sie schon erwartet werden…

Die For...

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geschrieben am 25.07.2011 um 14:22

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ø Wertung: 2,3/10 | Wertungen: 3 | Kritiken: 1

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