Frontier(s)

  • Informationen zum Film
  • Frontier(s)

  • Originaltitel:
    Frontière(s)
    Genre:
    Krimi, Thriller, Horror, Drama
    Produktionsländer:
    Frankreich, Schweiz
    Produktionsjahr:
    2007
  • Inhalt
  • Die Pariser Vororte brennen, die Politik ist machtlos und gewählt werden Ultrarechte, die die Probleme der Vorstädte mit Gewalt lösen wollen. Fünf junge Menschen hingegen nutzen die Krawalle um selbst ans schnelle Geld zu kommen und dann nach Amsterdam abzuhauen. Doch der Plan geht nur teilweise gut: Geld erbeuten sie zwar in Hülle und Fülle, doch einer wird verletzt und stirbt wenig später im Krankenhaus. Übrig bleiben die im dritten Monat schwangere Yasmine (Karina Testa) sowie drei Jungs. Zwei von ihnen fahren bereits vor – und quartieren sich in einem verlassenen Landstrich in einem Hotel ein. Dort sitzen nicht nur zwei verführerische junge Damen an der Rezeption, sondern auch ein messerwetzender Hüne im Hinterzimmer. Und schon herrscht wieder Betrieb im familiengeführten Hotel. Als Yasmine und ihr Begleiter nachkommen, finden sie zwar ihre beiden Freunde nicht mehr vor, werden dafür aber umso „herzlicher“ von den Anwesenden in die Arme geschlossen. Denn bei dem Hotel handelt es sich um nichts anderes als einen gigantischen Folterkomplex, in dem eine verrückte Nazifamilie ihren sadistischen Neigungen nachgeht und vom „reinen“ Blut predigt. Ein brutaler Überlebenskampf beginnt…
  • Filmkritik
  • Besser gut geklaut, als schlecht selbst gemacht.

    … dachte sich wohl Regisseur Xavier Gens (mittlerweile auch für Hitman verantwortlich) und vermengte für sein gerade mal drei Millionen Dollar teures Projekt eine deftige Portion Texas Chainsaw Massacre mit einer Prise Hostel und schmeckte das Ganze noch mit etwas Haute Tension (schließlich ist man als Franzose auch Patriot) ab – fertig ist die neue Horror-Hauptmahlzeit. Und die mundet in jedem Fall vorzüglich und darf als eine der derbsten, spannendsten und härtesten Horrorproduktionen der letzten Jahre gelten. Selbst Luc Besson war von dem Projekt so angetan, dass er es kurzerhand mitproduzierte.

    Frontière(s) nimmt man zu keiner Zeit übel, dass er sich ziemlich offensichtlich bekannter Vorbilder des Genres bedient. Stattdessen zieht das unglaubliche Tempo, in dem der Film voranschreitet, mehr und mehr in seinen Bann. Das Wort Verschnaufpause kennt Frontière(s) nur in ganz seltenen Momenten, stattdessen wirft er den Zuschauer – wie der selige Dawn of the Dead - in die (Medien-) Realität der desolaten Zustände in Frankreichs Vorstädten, wo Verwüstung durch unzufriedene Jugendliche herrscht und ein „starker Mann“ in einer Fernsehansprache Recht und Ordnung verspricht, indem er die Säuberung ankündigt. Unsere Protagonisten sind genau solche jungen Menschen, Einwanderer wie Franzosen – auf jeden Fall höchst unzufrieden mit ihrer Situation und mit dem Traum vom besseren Leben vor sich.

    Schnell verlässt Frontière(s) diese trostlose Vor-hölle und führt die Protagonisten wie die Zuschauer in die (trügerische) ländliche Idylle. Dort scheint zunächst ein bisschen Paradies in Form von verführerischen und lasziven Damen zu herrschen, doch zumindest der Zuschauer erfährt schneller mehr als die designierten Opfer. Auch die Bösen an diesem Ort kennen kein Pardon, sprechen von „reinem Blut“ (Säuberung) und von der Erhaltung der Rasse, weshalb sie es vor allem auf Yasmine abgesehen haben. Als sie dann auch noch erfahren, dass sie schwanger ist, steigt die Freude beim Familienoberhaupt (blendend dargestellt von Jean-Pierre Jorris) selbstverständlich ins Unermessliche. Bis es so weit kommt, wird geneigte Aficionado aber Zeuge diverser Folter- und Tötungshandlungen übelster Sorte. „Highlights“ sind die Durchtrennung zweier Achillessehnen sowie eine Szene, in der ein Mann in einer Dampfkammer (o.ä.) Temperaturen jenseits von gut und böse ausgesetzt wird. Beileibe nur Kinkerlitzchen, wenn man bedenkt, was da noch folgt.

    Ohne zu viel verraten zu wollen: Gegen Frontière(s) wirken Kaliber wie die Saw-Reihe, Hostel oder gar Haute Tension wie Kindergeburtstage. Selbstverständlich tun sich im Lauf der Handlung die ein oder anderen Drehbuchlöcher auf und einige Momente wirken sogar etwas befremdend grotesk, doch nimmt man dies dem überaus stilsicher und stark inszenierten Film nicht übel. Frontière(s) lässt einfach die Fetzen fliegen und kümmert sich keinen Deut um diejenigen, die das vielleicht nicht sehen wollen. Xavier Gens schuf einen Film für die Horrorfans, ohne aber auf politische Subtexte zu verzichten, die er so besonders gekonnt verkaufen kann. Mühelos transferiert er den dreckigen Look eines Texas Chainsaw Massacre in die Neuzeit, verzichtet dabei aber (leider) nicht auf Videoclipästhetik, die zwar nicht in allen Szenen dominiert (Gens hält schon mal drauf, wenn es denn sein soll), aber bei manchen auch den positiven Eindruck etwas schmälert.

    Dennoch – blickt man auf die eintönige Überschwemmung durch zahllose nichts sagende, oftmals gar unprofessioneller Gewaltorgien der letzten Jahre zurück, so ist Frontière(s) einer der wenigen tatsächlichen Lichtblicke, die das Horrorgenre der letzten Jahre erfahren durfte. Diese abstoßend-faszinierende Bilderorgie erweist sich als Mutprobe für jeden gestandenen Freund des Makabren! Unbedingt vormerken.

    Österreichpremiere am Freitag, 25.04.2008 bei CROSSING EUROPE Filmfestival Linz
  • Wertungen
  • Story
    2,0
    Musik:
    4,0
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    2,5
    Spannung:
    4,5
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    4,5
    Verfasst von:
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