Sid & Nancy

  • Informationen zum Film
  • Sid & Nancy

  • Originaltitel:
    Sid and Nancy
    Genre:
    Musik, Biographie, Drama
    Produktionsland:
    UK
    Produktionsjahr:
    1986
    Kinostart USA:
    07.11.1986
  • Inhalt
  • "Sid & Nancy" erzählt die mörderische Liebesgeschichte zwischen Sid Vicious, dem Bassisten der legendären "Sex Pistols" und dem todessüchtigen Groupie Nancy Spugen. Eine Liebe zwischen Drogenexzessen und Musik. Eines Morgens wird Nany erstochen aufgefunden. Die Polizei verhaftet Vicious, doch zu einem Prozess kommt es nicht mehr: Sid Vicious stirbt kurz vorher an einer Überdosis Heroin.
  • Filmkritik
  • Punk. Müll, Abfall, Abschaum. So wird eine Jugendkultur beschrieben die Mitte/Ende der Siebziger aufkam. Punk war gekennzeichnet durch die Ausweglosigkeit der Jugend und dem Wunsch ein freies Leben in einer freien Welt zu führen ohne sich an die Regeln der Gesellschaft halten zu müssen. Durch bunte Haare und Löcher in der Kleidung wollte man ein Zeichen gegen die politischen Mißstände setzen. Die Musik der Punks ist agressive, schnell gespielte Rock Musik. Man wollte anders sein als die Gesellschaft es einem vorschrieb. Man wollte keinen Schreibtischjob, Haus, Auto oder Kinder. Das alles war für die Punkszene ein Szenario der Spiesser-Gesellschaft, der sie nie angehören wollten.

    Eine der ersten Bands, die den Soundtrack zu dieser neu entstandenen Jugendkultur lieferte waren die Sex Pistols. Zunächst als Band zur Mode gecastet, wurden die Pistols zum Inbegriff des Punks, was nicht zuletzt dem Bassisten Sid Vicious zu verdanken war. Er war das Statussymbol der Punkszene. Ein ewig genervter, abgefuckter Typ, der zwar nicht gut Bass spielen konnte, aber als Image-Träger der Sex Pistols und der ganzen Szene ungemein wichtig war. Zunächst waren die Sex Pistols jedoch anders besetzt. Am Bass spielte Glen Matlock, der die Band aber verliess, da er nicht ins Schema der Punks passte. Vicious´ Basspartien für das Album wurden von Steve Jones eingespielt und auf Konzerten wurde sein Instrument leise gemischt.

    Der Film beginnt in einem Hotelzimmer im berühmten Chelsea-Hotel in New York. Sid Vicious sitzt auf dem Bett und hält ein Messer in der Hand. Seine Freundin Nancy liegt tot im Badezimmer. Er wird von der Polizei verhaftet und verhört. Hier beginnt die Rückblende, in der Sid alles noch einmal Revue passieren lässt. Es geht anarchisch los. Sid und John Lyden demolieren gerade einen Rolls Royce um einen Hund umzufärben. Ein Besuch bei einer Prostituierten folgt, wo Sid das erste Mal Nancy Spungen kennenlernt. Auch wenn dieses Zusammentreffen Vicious nicht wirklich berührt, lädt er sie doch zu ihrem Konzert am selbigen Abend ein. Dort verprügelt Sid erst mal einen Kritiker, der die Sex Pistols nicht leiden kann. Als er dann auf die Bühne geht und den Bass spielen will, muss er feststellen, dass der Verstärker gar nicht aufgedreht ist. Am nächsten Tag treffen sich Sid und Nancy wieder, nachdem Nancy Sid Drogen besorgt, die sie dann in der Wohnung eines Freundes auch gleich ausprobieren. Was folgte, war eine der grössten Lovestorys der Rock-Geschichte.

    Die Schauspieler in diesem Film sind einfach umwerfend. Ich kannte Gary Oldman zwar schon aus einigen bekannten Filmen wie „Das Fünfte Element“ oder „Leon – der Profi“, allerindgs liefert er hier seine beste schauspielerische Leistung ab. Er verkörpert Sid Vicious, als wäre er schon sein ganzes Leben Punk. Er spielt den anarchischen Typen genauso gut wie auch sein Entsetzen, als seine Freundin Nancy stirbt. Chloe Webb spielt Sid´s Freundin Nancy und das mit einer Entschlossenheit, wie ich es selten gesehen hab. Vom drogenabhängigen Groupie bis hin zur drogenabhängigen Managerin, sie spielt phantastisch. Weiters wäre da noch Andrew Schofield zu erwähnen, der Sid´s Freund und Band-Kollegen Johnny Rotten spielt. Auch er spielt sowohl anarchisch, als auch ernst.

    Wer hier allerdings glaubt, dass es sich bei „Sid & Nancy“ um eine exakte Biografie der beiden handelt, der wird enttäuscht werden. John Lyden hatte sich damals von dem Film distanziert, und zwar weil eben nicht alles 1:1 so stattfand, wie man es im Film sieht. Der Film beschäftigt sich eher fiktiv mit den Geschehnissen, auch wenn einige Szenen wirklich so passiert sind, wie z.b. das TV-Interview oder die Schiffsfahrt auf der Themse. Mich persönlich stört das allerdings weniger, da der Film für mich keine Autobiografie ist, sondern mehr eine Hommage an die Legende Sid Vicious.

    Als ich das erste Mal von Sid Vicious hörte, wurde er als traurigste Gestalt der Rock-Geschichte beschrieben. Vielleicht stimmt das auch, allerdings steckte viel mehr dahinter. Vicious war für mich kein Musiker, er verkörperte vielmehr das Symbol einer gesamten Jugendkultur. Der Film spiegelt zwar nicht die genauen Geschehnisse wieder, aber er ist als gelungene Huldigung auf Sid Vicious zu betrachten. Die genialen Schauspieler, die punkige Musik und die Drama-Komponente machen den Film zu etwas besonderem. Wenn es diesen Film nicht geben würde, müsste er schnellstens gedreht werden. Auch wenn die Ex-Bandmitglieder der Sex Pistols den Film als Schund abtun, mir hat er dennoch gefallen und ich kann ihn nur jedem empfehlen, der sich auch nur etwas für Punk oder Sid Vicious interessiert.
  • Wertungen
  • Story
    2,5
    Musik:
    5,0
    Unterhaltung:
    5,0
    Anspruch:
    3,5
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    5,0
    Gesamt:
    4,5
    Verfasst von:
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