Schmetterling und Taucherglocke

  • Informationen zum Film
  • Schmetterling und Taucherglocke

  • Originaltitel:
    Le scaphandre et le papillon
    Genre:
    Biographie, Drama
    Produktionsländer:
    Frankreich, USA
    Produktionsjahr:
    2007
    Kinostart Österreich:
    28.03.2008
    Kinostart Deutschland:
    27.03.2008
    Verleiher Österreich:
    Polyfilm
    Verleiher Deutschland:
    PROKINO Filmverleih GmbH
  • Inhalt

  • Als Jean Dominique Bauby nach einem zweiwöchigen Koma erwacht, stellt er fest dass er sich in einem Krankenhaus befindet. Durch einen plötzlichen Schlaganfall wird der Chefredakteur eines Modemagazins aus seinem erfolgreichen Leben gerissen. Dieser Vorfall hinterlässt eine ziemlich seltene Krankheit die sich in Fachkreisen das Locked In Syndrom nennt. Von nun an kann sich der 42 Jährige weder bewegen noch sprechen. Einzig das linkes Auge setzt die Muskeltätigkeit fort und tut, was das Gehirn verlangt. Und da auch sein Gehörgang funktioniert, kann er sich über das Blinzeln verständigen. Erst fällt ihn dieser Umstand äußerst schwer. Doch mit Fortdauer der Regeneration findet er eine Aufgabe die sein Leben für eine gewisse Zeit erfüllt. Er beginnt einer Schreibkraft das eingetretene Schicksal zu diktieren, so dass sein bewegendes Leben niedergeschrieben werden kann.

  • Filmkritik

  • Das Locked-In-Syndrom, auch Eingeschlossensein, bezeichnet einen Zustand, in dem ein Mensch bei erhaltenem Bewusstsein fast vollständig unfähig ist, sich sprachlich oder durch Bewegungen verständlich zu machen. Die Kommunikationsmöglichkeiten nach außen ergeben sich meist nur durch die erhaltene vertikale Augenbeweglichkeit. ( Wikipedia )


    Dies ist eine wahre Geschichte…


    Jean Dominique Bauby war ein erfolgreicher Autor und Chefredakteur des Modemagazins ELLE. Aus der geschiedenen Ehe wuchsen zwei Kinder hervor. Er liebte das Leben, reiste gerne um die Welt, und verbrachte sein Dasein regelmäßig in Begleitschaft diversesten Schönheiten. Plötzlich, am 08. Dezember 1995, erleidet Jean einen beträchtlichen Anfall während eines Ausfluges mit seinem Sohn. Mit sehr viel Glück überlebt er die Attacke, doch die Begleiterscheinungen sind erheblich. Von nun an ist Jean nicht nur stumm, sondern kann den gesamten Körper nicht bewegen. Gerade sein linkes Augenlid bleibt vom Unfall unbeeinträchtigt. Nach anfänglichen Depressionen fängt sich Jean, und sieht sich einer neuen Aufgabe bewusst. Mit bloßen Augenzwinkern kommuniziert der vom Schicksal gezeichnete Bauby über Monate hinweg, drei Stunden täglich, um SCHMETTERLING UND TAUCHERGLOCKE entstehen zu lassen. Nächtens überlegt er sich den Inhalt, lernt diesen auswendig und gibt es, Buchstabe für Buchstabe, wieder. Für ihm wurde das Alphabet nach Häufigkeit der einzelnen Buchstaben verändert. Er diktiert insgesamt 28 Kapitel in dem es um seine Erfahrungen, seine Sehnsüchte und seine Illusionen geht. Das Buch wurde binnen kürzester Zeit in mehreren Länder zum Bestseller.

    Regisseur Julian Schnabel, verantwortlich für Filme wie, BASQUIAT und BEFORE NIGHT FALLS, schuf mit seinem dritten Werk SCHMETTERLING UND TAUCHERGLOCKE einen gravierend nachwirkenden Film. Sein stilistisches Handwerk prägt sich über längere Zeit in den Köpfen fest. Egal ob man diese Richtung mag oder nicht. Seine abnormen Bilder werden in eigenwilligen nie gesehenen Rahmen gezeigt. Des öfteren fühlt sich der Zuseher durch diese künstlerische Argumentation ins Innere des Protagonisten versetzt. Nahe an der Realität vermag es Julian den Betrachter in Baubys Welt zu führen. Wie in einer Taucherglocke eingeschlossen, und trotzdem frei wie ein Schmetterling zu sein. Diesen Umstand glaubhaft in einem Film zu verpacken, dass gelang Julian Schnabel. Er zeigt den Sieg des Geistes über den Körper !

    Ob SCHMETTERLING UND TAUCHERGLOCKE eine Mission verbirgt ? Ist ein Leben in solcher Situation noch lebenswert ? Beide Fragen müssen mit einem eindeutigen JA beantwortet werden. Natürlich lohnt es sich in jedem Fall seinem Schicksal ein Schnippchen zu schlagen und zu kämpfen. Obwohl man selbst nie in eine derartige Konstellation kommen möchte, so soll uns dieser Film diese optimistische Botschaft näher bringen. LE SCAPHANDRE ET LE PAPILLON im Original, ist ein Film der rigoros eine Grundsatzfrage stellt, und in einem Zug versucht sie zu beantworten. Es entstand ein lebensfrohes und “ fühlsames “ Werk das zum intensiven Nachdenken anregt.

    Leider verbirgt das Gesamte einige, nicht stimmige Sachlagen, die sich geringfügig im Gesamteindruck niederschlagen. Da wäre zum Beispiel die Optik des Protagonisten. Obwohl er an einem Auge unbeschadet sieht, zeigt die Kamera zwar aus seiner Sicht, aber mit visuell falscher Brennweite, das Vernommene. Das Gesehene ist viel zu nah im Bild und wirkt fast so als hätte der Hauptcharakter ein Teleobjektiv eingebaut. Möglicher Weise empfindet es Bauby in seiner Lage intensiver und näher. Trotzdem wirkt dieser Umstand störend. Auch das ständige Wiederholen des “ neuen “ Alphabets, dass gewiss ein notweniges Übel darstellt, nervt. Es sind aber keine wesentlichen Dinge, die aus einem guten Film einen Schlechten machen könnten. Aber eventuell welche, die einen Herausragenden zu einem Guten degradieren.

    Fazit:

    SCHMETTERLING UND TAUCHERGLOCKE ist wegen seiner eigentümlich speziellen Regie und dem außerordentlich berührenden Buch ein sehenswertes Stück Filmgeschichte. Über geringe Schwächen darf, mit einem Auge, hinweggesehen werden.

  • Wertungen
  • Story
    4,5
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    3,0
    Anspruch:
    4,0
    Darsteller:
    3,0
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
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