Drachenläufer

  • Informationen zum Film
  • Drachenläufer

  • Originaltitel:
    The Kite Runner
    Genre:
    Romanze, Drama
    Produktionsländer:
    USA, China
    Produktionsjahr:
    2007
    Kinostart Österreich:
    18.01.2008
    Kinostart Deutschland:
    17.01.2008
  • Inhalt

  • Amir und Hassan sind zwei Jungs, die in Kabul lebend, untrennbar ihre gesamte Freizeit verbringen. Amir, Sohn eines reichen Politikers, ist der Ruhigere der beiden. Hassans Vater arbeitet als Bediensteter für Amirs Familienoberhaupt. Gemeinsam mögen sie es in amerikanische Western zu gehen, und lieben es ihre Drachen steigen zu lassen. Ihre Faszination liegt darin, die Kites in schwindelnden Höhen, im halsbrecherischen Tempo, durch die Luft zu bewegen. Sie teilen ihre Kindheit miteinander und unbeschwert, bis eines Tages wie aus heiteren Himmel ein dramatischer Zwischenfall in ihr Leben drängt. Während Hassan von einer Bande älterer Jugendlichen bedrängt wird, sieht Amir im Hintergrund versteckt nur zu, als seinem Freund zu helfen. Dieser Zwischenfall spaltet ihre Freundschaft und beginnt zusehends zu bröckeln. Als sich die politische Lage im Land erneuert, muss Amir mit seinem Vater nach Amerika flüchten und ab sofort liegen Kontinente zwischen ihnen. Jahre vergehen ohne das Amir, der mittlerweile in Amerika ein bekannter Schriftsteller wurde, von seiner Vergangenheit eingeholt wird. Bis eines Tages ein Telefonat diesen Umstand auf drastische Weise ändert. Ein Verwandter Hassans bittet Amir wieder in seine fremd gewordene Heimat zu reisen um den Sohn seines ehemaligen Freundes aus den Fängen der Taliban zu befreien. Amir, noch immer von seinem schlechten Gewissen geplagt, nimmt eine abenteuerliche Reise, die ihn auch sein Leben kosten könnte, auf sich.


  • Filmkritik

  • Als Alleskönner erwies sich Regisseur Marc Forster als er in seiner filmischen Vergangenheit jedes Genre zum Gefallen der Filmliebhaber bediente. Die Komödie STRANGER THAN FICTION, das Drama FINDING NEVERLAND und auch der Thriller STAY sind die dafür schlagkräftigen Beweise. Er gilt als Perfektionist, mit dem gewissen Händchen etwas Besonderes zu schaffen. Die Verantwortlichen der JAMES BOND Reihe sind sich seiner Fähigkeiten derart bewusst, dass sie ihn für den neuen BOND 22 engagierten. Um uns die Wartezeit bis dahin für eine Marc Forster Regie zu verkürzen, kommt nun ein weiteres Werk aus seinen Händen in unsere Kinos. DRACHENLÄUFER oder KITE RUNNER im englischen Original, ist ein nochmaliger Beweis für seine Vielseitigkeit. Diesmal ist es eine Tragödie, die in das Herz einer fremden Welt blickt. Obwohl das Melodram ein weit reichendes Thema bietet, ist das Panorama der Geschichte begrenzt. Denn schließlich schildert der Film seine Erzählung aus den Augen zweier Kinder. Und daher sei diese beschränkte Sichtweise auch angebracht, obwohl sich seine Problematik in der Realität wesentlich vielschichtiger darstellt. Dieser Umstand bringt aber einen nicht zu vernachlässigten Vorteil mit sich. Denn durch die begrenzte Optik der kleinen Protagonisten wirkt DRACHENLÄUFER sentimental und übt weniger die Härte der dort stattfindeten Wirklichkeit aus. Der naive Blick zeigt ihr Land fröhlich und optimistisch, während sich die Betrachtung vom Winkel eines Erwachsenen ganz anders darstellt, und die katastrophalen Lebensbedingungen erst richtig zum Vorschein kämen. Aber vielleicht stellt sich KITE RUNNER gerade deshalb in ein optimistisches Licht, da durch Marc Forster Art diese verschiedenen Perspektiven variieren. Und möglicher Weise dadurch für eine hoffnungsvolle Stimmung sorgt.

    DRACHENLÄUFER ist wieder ein schlichtweg herausragendes Stück Filmgeschichte geworden. Der Regisseur hat es einmal mehr geschafft dass einer seiner Filme nachhaltig in Erinnerung bleibt und für Diskussionsstoff sorgt. Er beleuchtet eine Welt, die wir nur aus Nachrichtensendungen kennen mit seinen Augen, und erzählt fortwährend, qualitativ hoch stehend ein politisches Thema, anhand eines menschlichen Drama. Unvergessliche Landschaftsaufnahmen und sein berührend einfacher Score bestätigen den Eindruck, einen der ganz großen Filme des heurigen Jahres gesehen zu haben. Dieses Resultat erzielte im übrigen auch die Jury der Golden Globes, die KITE RUNNER in die Auswahl des besten fremdsprachigen Film nominierten. Fremdsprachig deshalb, weil seine Dialoge hauptsächlich in der vorherrschenden Landessprache gesprochen werden, obwohl es sich um eine amerikanische Produktion handelt. Marc Foster greift für seinen Film auf eine Literaturvorlage THE KITE RUNNER, geschrieben von Khaled Hosseini, zurück. Dessen Romane handeln im wesentlichen immer um Freundschaft, Toleranz und Ehrlichkeit. David Benioff zwängte das epische Werk im Auftrag der Produktion in ein dramaturgisches Konzept, ohne dass seine Erzählung darunter leiden musste. Da stört es in keiner Weise dass einige Nebenstränge wegen der simplen Strukturierung einfach weggelassen wurden. Denn die wesentlichsten Bestandteile des Romans und seine Aussage wurden eins zu eins übernommen, so dass eine emotionale Bindung zwischen dem Publikum und dem Buch erhalten bleibt. Die durchwegs unbekannten Darsteller darf man als solches nur im Allgemeinen bewerten, denn sie sind allesamt für ihre Rolle perfekt besetzt. Sie dürfen sich mühelos auf die selbe Ebene mit ihren berühmten Kollegen aus Hollywood stellen. Beginnend mit den großartigen Kindern bis hin zu den gereiften Charakteren ist jeder Part ideal belegt.

    Fazit:

    KITE RUNNER ist ein bewegendes und melancholisches Drama, dass auf einfühlsame Weise die Themen Freundschaft, Liebe, Reue und Toleranz aufgreift. Er ist ganz einfach einer jener Filme die man im diesen Jahr gesehen haben muss !


  • Wertungen
  • Story
    5,0
    Musik:
    4,5
    Anspruch:
    4,5
    Spannung:
    4,5
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    4,5
    Verfasst von:
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