Beste Zeit

  • Informationen zum Film
  • Beste Zeit

  • Originaltitel:
    Beste Zeit
    Genre:
    Komödie, Drama
    Produktionsland:
    Deutschland
    Produktionsjahr:
    2007
    Kinostart Deutschland:
    26.07.2007
  • Inhalt
  • Kati (Anna Maria Sturm) und Jo (Rosalie Thomass) sind beide siebzehn Jahre alt und schon von Kindesbeinen an beste Freundinnen. Beide wachsen in Tandern, einem kleinen Dorf in Oberbayern auf und durchleben gerade ihre „Sturm und Drang“-Phase. Vor allem Kati, bei der scheinbar alles auf einmal über sie hereinbricht: Erste große Liebe, Krach mit den Eltern, Partys, ein Auslandsjahr in Amerika…
    Doch sie ist auch unsicher: Denn wenn sie ein Jahr lang im Ausland verbringt, verpasst sie ein Jahr zu Hause, und vielleicht die große Liebe? Ob allerdings Mike (Florian Brückner), der Bundeswehrsoldat und passionierte Fußballspieler der Richtige ist? Für Kati geht es um die „beste Zeit“ ihres Lebens…
  • Filmkritik
  • Marcus H. Rosenmüller landete mit seiner bayerischen Komödie Wer früher stirbt ist länger tot einen Überraschungshit sondergleichen, der seinen Siegeszug auch in den österreichischen Kinos antrat. Mit Beste Zeit präsentiert er gewissermaßen den „Nachfolger“ – nur dass diesmal eben Frauenpower groß geschrieben wird.
    Das Setting: Ein bayerisches Kuhdorf, in das technische Errungenschaften wie Mobiltelefone noch nicht durchgedrungen sind und die Leute immer noch mit Wählscheibentelefonen hantieren. Man möchte fast meinen, zwanzig Jahre in der Zeit zurückversetzt zu sein, dagegen sprechen jedoch Kleidungsstil, Musik, Autos etc. Beste Zeit erzählt eine moderne wie auch altbackene Geschichte. Hier liegt im wahrsten Sinne des Wortes der „Hund“ des Films begraben: Aufbruch ins Ungewisse oder „Dahoambleim“ in der märchenhaften Idylle ist der Gewissenskonflikt der bayerischen Jugend, die sich dieser Frage zwar mehr oder weniger zwingend stellen muss, ihre Beantwortung aber regelrecht aufzuschieben versucht. Mehr oder weniger zwingend? Ja, denn einen Großteil des Films verbringen die Charaktere mit der Ausformulierung von bedeutungsschwangeren und doch hohlen philosophischen Grundsätze wie „Leben – Liebe – Tod. Mehr gibt’s ned“ – „Fernweh und Freiheit“, oder „Liebe is, wenn’s größer is als Freiheit“. Das geht nicht nur auf Kosten des Erzähltempos, sondern schlicht und einfach auf die Nerven, weil im Endeffekt doch nichts dahinter steckt. Die oberflächliche Symbolik des Films trägt dazu ebenfalls ihr Scherflein bei: Der blaue Volkswagenbus steht für die Unabhängigkeit der beiden Mädels, die Flugzeugspuren im Himmel für die Freiheit und so weiter und so fort – alles schon mal gesehen.
    Einen Gutteil seiner „besten Zeit“ widmet sich der Film den Konflikten, welche die junge Kati mit ihren Eltern auszufechten hat. Der Papa (gespielt vom famosen Kabarettisten Andreas Giebel) ist ein typischer bayerischer Grantler mit wenig Verständnis für das Wertesystem seiner Tochter, während die Mutti das zerrüttete Verhältnis zu kitten versucht und auch mal wegschaut, wenn sie eine Zigarettenschachtel in der Jean der Tochter findet. Denn auf dem Bauernhof herrscht Rauchverbot, vor allem, weil’s der Papa sagt.
    Einzig positiv am sonst so löchrigen Script des Films findet man lediglich die wirklich akkurate Schilderung des jugendlichen – und wahrscheinlich auch ländlichen - Zusammenhaltgefühls, das in vielschichtigen Facetten aufgearbeitet wird und zur Sprache kommt.
    Beste Zeit könnte aufgrund vieler verschiedener Faktoren (sehr charmante Schauspieler, passende Musikuntermalung etc.) also eigentlich ganz nette „beste Zeit“ bieten, doch der Funke springt kaum über. Und sollte eine derartig stilisierte, völlig überzeichnete Darstellung des (bayerischen) Landlebens tatsächlich sinnbildend sein für das, was man unter der „nouvelle vague“ des Heimatfilms versteht, so kann man eigentlich nur hoffen, dass dieses Unterfangen nicht weiter Schule macht. Denn den Schluss des Films (Kati springt in letzter Sekunde aus dem Bus, um einem Leben voller Liebe und Geborgenheit in heimischen Gefilden nicht entsagen zu müssen), der zudem den Freiheitsgedanken des Films verrät und konstatiert, dass es am besten halt doch noch „dahoam“ ist, könnte man so als furchtbar reaktionär verstehen

    Fazit: Nach großen Komödienerfolgen widmet sich Rosenmüller ernsthafteren Themen, wie dem Erwachsenwerden. Heraus kommt ein nach außen charmanter, aber innen völlig durchhöhlter Film, dessen Zielgruppe (junge Menschen, die am Land leben), nur ihre märchenhafte Idylle bestätigt sehen und dadurch lernen, dass „Ausbrechen“ gar nicht nötig ist.
  • Wertungen
  • Story
    2,0
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    3,0
    Anspruch:
    1,0
    Spannung:
    2,5
    Darsteller:
    3,5
    Gesamt:
    2,5
    Verfasst von:
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