Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel

  • Informationen zum Film
  • Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel

  • Originaltitel:
    Gone Baby Gone
    Genre:
    Krimi, Thriller, Mystery, Drama
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2007
    Kinostart Deutschland:
    29.11.2007
    Kinostart USA:
    19.10.2007
  • Inhalt

  • Schon an den hier befindlichen Personen erkennt man dass es sich um ein Arbeiterviertel handelt. Dorchester, Boston besteht hauptsächlich aus zerrütteten Familien die in schäbigen alten Häuser leben. Die Arbeitslosigkeit regiert die Gegend und der Umgang untereinander ist schroff. Immer wieder wird die Nachbarschaft von Kriminalität bestimmt. Als eines Tages die vierjährige Amanda spurlos verschwindet, wird die Umgebung aufgerüttelt. Die gesamte Polizei ist für diesen speziellen Fall in Aufruhr, doch es gibt keinerlei Spuren. Bea und Lionel sind Amandas Großeltern. Die Arbeit der Polizei scheint ihnen zu wenig Erfolg versprechend. Daher beschließen sie ein junges Detektivpaar zu engagieren. Patrick und Angela leben selbst in dieser Gegend und erfahren möglicher Weise mehr als die Gesetzeshüter. Sie versuchen mit jenen Individuen zu reden die nichts mit Offiziellen zu tun haben wollen. Vielleicht erfahren sie dadurch ein Detail das zur Lösung des Falles dienlich sein kann. Und schon bald stellt sich der Schachzug der Großeltern als ein Glücklicher heraus, denn Patrick weiß seine Person in der Unterwelt gut zu bewegen. Er trifft die richtigen Leute und kurzerhand befindet er sich auf der ersten seriösen Spur. Amandas drogensüchtige Mutter arbeitet nebenbei als Drogenkurier und weiß über das Verschwinden ihrer Tochter wahrscheinlich wesentlich mehr als sie zugibt. Das aber ist erst der Beginn einer Reise die minutiös zur dramatischen Lösung führt.


  • Filmkritik

  • Mit GONE BABY GONE hat Ben Affleck seine wahre Berufung gefunden und auf den Regiestuhl platz genommen. Die Geschichte für sein Erstlingswerk basiert nach einem Roman von Dennis Lehane, der in Kinofachkreise vor allem für MYSTIC RIVER Aufsehen erregt hat. Ben selbst nimmt sich diesen heiklen Stoff an und schreibt ein effizientes Drehbuch, in dem es um das Verschwinden eines Kindes geht. Parallelen mit dem derzeit echten Fall aus England sind rein zufällig, da es das Buch schon wesentlich früher gab. Ben schafft mit seinem Regiedebüt einen immens spannenden und realitätsnahen Film, der sich zu jeder Sekunde intensiv anfühlt. Seine Charaktere von der kleinsten Statistenrolle an geben gänzlich das Umfeld wieder in dem die Geschichte spielt. Abgesehen von den Hauptpersonen wird die Besetzung exakt an eine Arbeiterstadt angepasst. Hier sind keine magersüchtige Modelfiguren zu sehen. Vor allem überbeleibte und auch heruntergekommen wirkende Personen geben den Ton an. Diesen Umstand verdankt der Film zu einem Teil auch seine Authentizität.

    GONE BABY GONE thematisiert zum einen Kidnapping. Zum anderen lotet der Film die Grenzen von Gut und Böse aus. Was ist richtig und was falsch. Oder, kann sich etwas erst falsches als nachträglich richtig erweisen ? Aber erst nachdem der Zuseher die Produktion gesehen hat, wird mit den eben geschriebenen Zeilen etwas anfangen können. Und, so viel darf versprochen werden, wird den Betrachter dieses andere Thema wesentlich wichtiger erscheinen als das Vordergründige. Anschließend wird mit Sicherheit die Botschaft des Filmes mehr diskutiert als das eigentliche Thema selbst. Wie auch immer; in beiden Fällen lohnt es den Film zu sehen. Er ist mit jeder Faser wichtig und trotz seiner ruhigen Art sehenswert. Er erscheint als vielschichtiges Puzzle das es Schritt für Schritt aufzuarbeiten gilt. Mit jedem Teilchen ist der Zuschauer schlauer und der Auflösung einer Stufe näher. Das Ende, das sei an dieser Stelle bemerkt, ist zudem äußerst geglückt und geht mit Sicherheit nicht so bald aus den Gedanken.

    Ben Affleck tauscht seine Position von VOR nach HINTER die Kamera. Das sein Konterfei nicht ganz von der Leinwand verschwindet, dafür sorgt sein ähnlich aussehender jüngerer Bruder. Und der stellt mit seinem darstellerischen Können seinen großen Gefährten in den Schatten und lässt Ben, den Schauspieler, in einer Sekunde verschwinden. Casey Affleck darf spätestens nach dieser Performance zu einen Actor der ersten Kategorie zählen. Seinen einzigen Fehler werden nur jene feststellen die GONE BABY GONE in der Originalfassung sehen. Caseys Aussprache neigt in seinen leiseren Tönen zu leiern. Und dadurch ist seine Stimme zuweilen akustisch schwer verständlich. Dennoch ist seine Leistung im Gesamten nur mit einer glatten Eins zu bewerten. Das gilt natürlich auch für die weitere Riege der ausgezeichneten Darsteller im Film. Michelle Monaghan, Morgen Freeman, Ed Harris, Amy Ryan und Amy Madigan gestalten ihre Parts auf höchsten Niveau. Sie verleihen den Thriller zusätzlich die gewisse Note um qualitativ auf oberster Stufe zu glänzen. Insgesamt betrachtet gibt es nur kleine Abzüge wegen gewisser Längen im Mittelteil. Ansonsten sind keinerlei Mängel feststellbar, in dem die grandiose Regie des “ Neulings “ Ben Affleck als Trumpfkarte sticht.

  • Wertungen
  • Story
    4,5
    Musik:
    4,0
    Anspruch:
    3,5
    Spannung:
    4,0
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
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Userkritiken

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Ben Affleck startete seine Karriere als Drehbuchautor, feierte Erfolge als Schauspieler und fand mit "Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel" auch zur Regie. Seine Leistung in diesem Film ist als meisterlich zu bezeichnen. Das ebenfalls von ihm (mit)gesch...

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geschrieben am 25.07.2011 um 01:11

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ø Wertung: 7,4/10 | Wertungen: 9 | Kritiken: 1

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