Der Sternwanderer

  • Informationen zum Film
  • Der Sternwanderer

  • Originaltitel:
    Stardust
    Genre:
    Komödie, Abenteuer, Familie, Fantasy
    Produktionsländer:
    USA, UK, Island
    Produktionsjahr:
    2007
    Kinostart Deutschland:
    18.10.2007
    Kinostart USA:
    10.08.2007
  • Inhalt
  • Es war einmal vor vielen, vielen Jahren…

    Da schrieb ein kleiner Junge aus einem englischen Dorf einen Brief an einen Wissenschaftler und berichtete ihm von einem seltsamen Loch in einer Mauer, welche angeblich die Grenze zu einer Fantasiewelt markiert. Doch dem Jungen wird keine Beachtung geschenkt. Jahre später ist der junge Mann erwachsen und wagt das Experiment: Er überlistet den Wächter des Lochs (David Kelly) und betritt das Königreich Stormhold, wo er auf einem Markt die wunderschöne, aber leider von einer bösen Frau versklavte Una (Kate Magowan) trifft und die Nacht mit ihr verbringt. Neun Monate später überbringt ihm der Wächter allerdings das „Ergebnis“.

    Es vergehen wieder Jahrzehnte und aus dem Baby wurde ein stattlicher junger Mann namens Tristan (Charlie Cox), der in einem Lebensmittelgeschäft arbeitet und sich unsterblich in die bildhübsche Victoria (Sienna Miller) verliebt hat. Doch die würdigt ihn keines Blickes und steht auf einen anderen. Eines Abends schafft Tristan es doch, sie zum Rendezvous zu überreden und offenbart ihr seine Gefühle…
    Zur gleichen Zeit bestellt der altersschwache König von Stormhold (Peter O’Toole) seine Söhne zu sich, um die Nachfolge zu regeln. Es herrschen raue Sitten, denn die Brüder metzeln sich, wie es so Brauch ist, gegenseitig nieder, bis der letzte übrig bleibt. Bis sich die königliche Halskette gen Himmel aufmacht, einen Stern fängt und wieder in einem entlegenen Winkel von Stormhold landet.
    Diesen Stern beobachten Tristan und Victoria und der junge Mann verspricht seiner Angebeteten, ihr diesen Stern zu holen.
    Doch nicht nur Tristan ist hinter dem hübschen Stern Yvaine (Claire Danes) her, auch die böse Hexe Lamia (Michelle Pfeiffer) und ihre Schwestern erhoffen sich, durch das Herz des Sterns wieder zu Jugend zu gelangen. Und auch die verbleibenden Königssöhne machen sich auf die Suche…

    Tristan findet Yvaine schließlich als erster – und begibt sich mit ihr auf eine fantastische und abenteuervolle Reise…
  • Filmkritik
  • Filme, wie Der Sternenwanderer sind etwas ganz Besonderes. Sie versprühen Magie mit jedem Atemzug, in ihrer fantastischen Geschichte, in ihren skurrilen, wie absolut liebenswerten Charakteren, in ihrer tadellosen formalen Umsetzung. Im Kinojahr 2007 durfte wohl bisher kein Film auf so hohem Niveau alle Altersklassen angesprochen haben. Layer Cake-Regisseur und Claudia Schiffer Ehemann Matthew Vaughn zaubert eine detailreiche und faszinierende Welt auf die Leinwand, welche auf dem Erfolgsroman von Neil Gaiman aus dem Jahr 1998 basiert.

    Groß schwebt natürlich der Schatten der Jackson’schen Herr der Ringe-Trilogie über dem Projekt. Sowohl der breite wie treibende Soundtrack als auch einige epische Kamerafahrten über die unberührten Naturlandschaften Stormholds erinnern an die durch Peter Jackson zum Standard avancierten „musts“ in jedem Film, der das Prädikat „episch“ in welcher Form auch immer für sich beanspruchen will. Dennoch wäre es unangebracht, von Abkupferei zu sprechen. Der Sternenwanderer beweist weitaus mehr Eigenständigkeit als ihm manche vielleicht zugestehen möchten. Man bemerkt sofort die Liebe und den Respekt, die Vaughn dem Genre darbringt – auf der anderen Seite gibt es auch jede Menge Platz für gelungenen und treffsicheren Humor. Robert de Niro dürfte ziemlich sicher alle Lacher auf seiner Seite haben, denn seine Darstellung des Kapitän Shakespeare, der alles andere als ein gefürchteter Piratenkapitän sein will, darf als schauspielerisches Highlight des Films bezeichnet werden. Er segelt in einem Traumschiff durch die Lüfte, welches eine Mischung aus dem Ideenfundus eines Terry Giliam und Hayao Miyazaki darzustellen scheint. Zu viel sei an dieser Stelle nicht verraten – aber de Niro Fans sollten, nachdem es doch einige Zeit dauert, bis sein Charakter eingeführt wird, voll auf ihre Kosten kommen. Nicht anders ergeht es den Fans von Michelle Pfeiffer, die als böse Hexe auf der Suche nach ewiger Jugend ist. Sie beherrscht jede Szene, in der sie zu sehen ist, mit unglaublich souveräner Präsenz und zeigt sich trotz ihrer schlechten Taten auch hin und wieder von der humorvollen Seite (wenn auch unfreiwillig). Dagegen bleiben Charlie Cox und Claire Danes etwas farblos. Beide machen ihre Sache zwar sehr gut, werden aber von den „Altstars“ an die Wand gespielt. Vor allem Claire Danes Charakter scheint von Haus aus etwas weniger Bandbreite entfalten zu dürfen, doch leuchtet keine so schön wie sie. Nicht nur bei den Hauptcharakteren wurde Wert auf die Besetzung gelegt, auch kleine Nebenrollen werden von hochkarätigen Schauspielern verkörpert – Peter O’Toole ist beispielsweise als alternder König zu sehen.

    Sind nun Cast und Ideenreichtum bereits auf der Seite der Filmemacher, so fehlt nur noch die Umsetzung. Und auch an diese ist tadellos ausgefallen. Besonders lobenswert ist vor allem die wunderschöne Filmmusik von Ilan Eshkeri, die zwar zitiert (nicht nur Herr der Ringe sondern auch eine Titanic-Anspielung ist in Ton und Bild erkennbar und beabsichtigt), aber nicht kopiert und somit eine eigenständige und wunderschöne Arbeit abliefert, die den Charakter des Films zu jedem Zeitpunkt perfekt unterstreicht. Und schließlich das Wichtigste: Der Sternenwanderer wird und wird einfach zu keiner Zeit langweilig. Und das hat er den Jackson-Filmen voraus, die zugegebenermaßen hin und wieder doch an ihrer Länge zu kämpfen hatten. In 120 Minuten erzählt Der Sternenwanderer kompakt eine komplexe Geschichte ohne auch nur jemals in Stillstand zu verharren oder gar vorhersehbar zu werden, da einige Twists doch immer wieder auf Trab halten.

    Fazit: Robert Vaughn ist mit Der Sternenwanderer ein wahrlich großer Coup gelungen, der eine liebevolle Hommage an das Genre des Fantasy- und Märchenfilms ist und somit den perfekten Spaß für Groß und Klein darstellt. Wenn der Film am Schluss mit dem sehr schönen Bild der vereinigten Sterne und den Worten „und sie lebten glücklich bis in alle Ewigkeit“ endet, blickt man mit Wehmut auf die vergangenen zwei Stunden zurück und wünscht sich, es möge doch noch nicht zu ende sein. Das Märchen, das aus dem siebten Himmel zu kommen scheint.
  • Wertungen
  • Story
    5,0
    Musik:
    4,5
    Unterhaltung:
    5,0
    Anspruch:
    2,0
    Spannung:
    4,5
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    4,5
    Verfasst von:
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