Babel

  • Informationen zum Film
  • Babel

  • Originaltitel:
    Babel
    Genre:
    Drama
    Produktionsländer:
    Frankreich, USA, Mexiko
    Produktionsjahr:
    2006
    Kinostart Österreich:
    22.12.2006
    Kinostart Deutschland:
    21.12.2006
    Kinostart USA:
    10.11.2006
    Verleiher Österreich:
    Warner Bros.
    Verleiher Deutschland:
    Warner Bros.
  • Inhalt
  • Ein Vater zweier Söhne bekommt in Marroko ein fast neues Gewehr, das bis zu zwei Kilometer zielsicher sein Ziel finden soll. Um das herauszufinden schießen die Jungs wahllos durch die Gegend. Da eine Böschung, dort ein Stein, alles zu geringe Entfernungen um diese Knarre zu testen. Also werden die Ziele wesentlich weiter gelegt, zum Beispiel auf fahrende Autos ganz unten auf der Landstraße. Als sich nach ein paar Schüssen auf die Fahrzeuge nichts tut, denken die Beiden das Gewehr sei nichts wert. Doch das stellt sich sehr bald als fataler Irrtum heraus. Denn eine der Patronen verirrt sich in die Schulter einer amerikanischen Touristin Namens Susan ( Cate Blanchett ). Für ihren Mann Richard ( Brad Pitt ) beginnt ein Kampf mit Sprachbarrieren um das Leben seiner Frau. Ein anliegender Veterinär kann die Blutung nicht stoppen und Susan droht zu verbluten, sollte die Regierung den angeforderten Helikopter nicht umgehend entsenden.

    Eine Nanny muss auf das Hochzeitsfest ihres Sohnes. Da sie derzeit aber auf zwei Kinder aufpasst, deren Eltern wegen eines Unfalles nicht nach Hause kommen können, entschließt sie sich kurzer Hand die Sprösslinge nach Mexiko mitzunehmen. Erst läuft alles wie geplant, alle unterhalten sich toll. Bis auf der Rückreise an der Staatsgrenze nach Amerika der Grenzpolizist die Situation sehr seltsam findet. Schnell findet er heraus das der Lenker schwer alkoholisiert sei. Um eine Verhaftung zu verhindern, türmt Santiago mitsamt Fahrzeug und Insassen in die nahegelegene Wüste Mexikos. Um möglicher Weise allein geschnappt zu werden lässt er die Nanny und die beiden Kinder inmitten der Wüste allein und versucht auf sich gestellt, zu flüchten.

    Chieko, ein japanischer Teenager ist taub. Daher wird sie in ihrer Umwelt als Aussätzige behandelt. Nur in der kleinen Gruppe untereinander fühlt sie sich wohl. Seit die Mutter Selbstmord begangen hat, bleibt Chieko nur mehr ihr Vater, der sich neben seiner Geschäftsreisen um seine Tochter kümmern sollte, dies aber nicht immer schafft. Chieko ist trotz ihrer Behinderung auf sich alleine gestellt und entgegnet ihren Alltag frech und aufmüpfig. Auch nimmt sie ihre Sexualität um zu provozieren, eventuell um auf sich aufmerksam zu machen. Am japanischen Mädchen nagt noch dazu ein böses Geheimnis. Der Tot ihrer Mutter, den sie im übrigen mitsah, verlief ganz anders, als sie der Polizei dargestellt hatte. Ihre Mutter sprang nicht aus dem Balkon eines Hochhauses, sondern....
  • Filmkritik
  • Eine geradlinige Erzählstruktur mit Beginn, Mittelteil und Ende ist Regisseur Alejandro González Iñárritus Sache nicht. Denn wie schon in Amores Perros und 21 Grams webt er scheinbar zusammenhanglose Fäden und setzt Diese in seine zielsichere Bahnen. Diese Form der Erzählweise ist zwar nicht neu, in seiner Art dennoch begnadet. Scheinbar haben diese drei Geschichten nichts gemeinsam, aber mit Fortdauer des Films verdichten sich einzelne Stränge und das anfangs trübe Bild wird klar und in seiner Reinheit unübertroffen. Ein Stein über den Anderen ergibt den Turm von BABEL und in dieser Art erbaut Iñárritu sein BABEL, sein Werk. Er verwendet kraftvolle Bilder mit fast nahen berührenden Szenen in dem der Zuseher den Atem der Protagonisten spürt. Alejandro erhebt die Hand und zeigt auf das wir, die Menschheit, scheinbar nicht mehr in der Lage sind, mit uns umzugehen. Die Barrieren sind differenziert und detailliert. Sprachliche, rassistische und das Miteinander mit sogenannten nicht normalen Menschen. Taube, blinde und gebrechliche Menschen werden an vielen Orten und von einem großen Teil der Zivilisation leider noch immer belächelt, schief angesehen oder, was noch viel schlimmer ist, am Rande gestellt und ausgruppiert. Regisseur Alejandro González Iñárritu weist auf diesen Umstand in seiner unnachahmlichen Art und Weise auf diese vorherrschende Misere in aller Deutlichkeit hin. Er verweist aber auch auf politische Missstände die er in Form von drei Geschichten in drei verschiedenen Kontinenten aufzeigt. Schicksale in Extremsituationen werden in voller Farbgewalt auf die Leinwand gepinselt und mit exzellenter zurückhaltender Musikalität untermalt. Hier leitet der Minimalismus die Szenerie und jeder Ton, und jeder Klang will gut überlegt werden. Ausnahme bietet hier die Tokio Geschichte die im Gegensatz zur stillen Welt der Hauptprotagonistin eine wahre Notenflut der schnellen hektischen Töne wählt. Iñárritu erklärt mit dem Umstand das er beide Seiten, die Stille und die laute Seite zeigt, das Grundthema. Nämlich jenes der Barrieren auf vortreffliche Art mit enormer Qualität.

    Obwohl es sich bei BABEL um einen Regiefilm par Excellenze handelt darf die Besetzung, die ohne einen Hauptdarsteller auskommt, wahrlich glänzen. Und obwohl hier namhafte Profis am Werk waren, sind es die scheinbar Unbekannten, die ohne großen Namen eindrücklich auf ihr Talent verweisen.
    Als erstes und mit großen Abstand sei das japanische Mädchen Rinko Kikuchi erwähnt die zur ihrer Rolle folgendes bemerkt: „ Meine Rolle war nicht die Nacktheit selbst. Aber nur so konnte man die emotionale Seite ihres Typus am besten beschreiben....“ Mit ihrer Ausdruckskraft konnte Rinko dem Regisseur jene Paroli bieten, die der Charakter letztendlich benötigt um sich talentvoll ins rechte Licht zu rücken.
    Adriana Barraza verkörpert ihren Part als Kindermädchen mit viel Liebe zur Theatralik ohne jedoch, und das sei an dieser Stelle extra erwähnt, jemals in eine kitschige Ecke gedrängt zu werden. Das filmische Schicksal das sie erleidet erträgt sie mit jeder Faser ihres Körpers. Sie wirkt dabei unheimlich ehrlich und originalgetreu. Die Rolle der Amelia lebt Adriana förmlich und deshalb wirken ihre Szenen rational und logisch.
    Diese Beiden sowie die restliche Besetzung wissen nur zu gut bei wem sie sich zu bedanken haben. Regisseur Alejandro González Iñárritu sein Name, dem es erneut gelungen ist eine Meisterleistung zu erbringen. Und nur in so einem perfekten Gesamtpaket kann auch der Darsteller zeigen an welche Schallmauern er zu gehen versucht. Weiter zu erwähnen wäre der Autor Guillermo Arriaga, der auch für das Skript zu Amores Perros verantwortlich zeichnet. Seine drei Geschichten zu BABEL wäre jede für sich einen Spielfilm wert. Außerdem und zu guter letzt hebt sich der Cutter Stephen Mirrione aus dem grandiosen Werk hervor. Dessen Schnitttechnik wurde gemeinsam mit Alejandro mit viel Liebe und scharfer Klinge für BABEL perfektioniert.


    Fazit:

    Mit BABEL wurde ein 142 Minuten kurzes Prachtexemplar in die Welt gesetzt. Ein Film der wie Irre für lange Zeit im Gedächtnis haften bleiben wird !


  • Wertungen
  • Story
    5,0
    Musik:
    4,5
    Anspruch:
    4,5
    Spannung:
    5,0
    Darsteller:
    5,0
    Gesamt:
    5,0
    Verfasst von:
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geschrieben am 29.10.2012 um 16:26

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ø Wertung: 8,5/10 | Wertungen: 11 | Kritiken: 1

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