Demon’s Souls [PlayStation5]

Tödliche Tradition

Während From Software zwar schon seit den 80er Jahren besteht, bekam man eigentlich erst mit „Demon’s Souls“ im Jahr 2009 richtig viel Aufmerksamkeit. Zwar waren auch die „Armored Core“- und die „King’s Field“-Reihe zu diesem Zeitpunkt keine unbeschriebenen Blätter, allerdings waren diese eher nischiger Natur.

Doch als dann die ersten positiven Stimmen zu „Demon’s Souls“ das Netz fluteten, sprang das PlayStation3-Spiel sofort auf Rang 1 der beliebtesten Import-Titel und so nahm der ganze Hype um die Soulsborne-Reihe seinen Anfang. Alles andere sollte bekannt. Mit „Dark Souls“ schufen From Software eine der kultigsten Reihen der Neuzeit, anschließend brachte „Bloodborne“ das Blut von PS4-Besitzern zur Wallung. Mit „Sekiro: Shadows Die Twice“ zeigte man einmal mehr, dass man sein Handwerk beherrscht und räumte unzählige Preise ab.

Für das lang gewünschte Remake von „Demon’s Souls“ ist nun aber nicht das Studio aus Osaka verantwortlich, sondern Bluepoint Games. Diese haben in der Vergangenheit schon häufiger bewiesen, dass sie alte Spiele in ordentlicher Form als Remaster oder Remake veröffentlichen können, so zum Beispiel bei „Shadow of the Colossus“ oder den drei „Uncharted“-Teilen.

Wie ihnen die Neuauflage von „Demon’s Souls“ gelungen ist, lest ihr in unserem folgenden Review des PlayStation5-Launchtitels.

Chaos zieht über das Land

Im Gegensatz zu vielen anderen From Software-Spielen ist die Story bei „Demon’s Souls“ etwas klarer und auch recht übersichtlich, vernünftig erzählt wird sie dennoch nicht. König Allant XII. herrscht über das Reich Boletaria und bringt diesem dank dem Einsatz eigentlich verbotener Seelenkünste einen ungemeinen Reichtum ein. Doch der König ist immer noch der Meinung, dass es der Menschheit schlecht ginge und so will er sie einfach mal vernichten. Hierfür holt er sich Hilfe beim Uralten im Nexus, der aber nicht persönlich in die Welt der Lebenden zurückkehren kann, dafür aber seine untoten Schergen schickt. Diese und ein unwirklicher Nebel hüllen das Königreich in Chaos und Verderben.

Und da kommt ihr ins Spiel! Angetrieben von Legenden über mächtige Dämonenseelen betritt euer Held den Nebel und…scheitert kläglich. Daraufhin landet er im Nexus, wo er noch einmal die Möglichkeit bekommt als Hülle nach Boletaria zurückzukehren und sich dem Übel erneut zu stellen.

 

 

Live, die, repeat

Im Grunde handelt es sich bei „Demon’s Souls“ um ein klassisches Action-Rollenspiel in der Thirdperson-Ansicht. Zunächst legt ihr euch erst einmal für einen Charakter fest, bestimmt dessen Aussehen und seine Klasse. Vor allem letzteres sollte gut überlegt sein, da sich die Grundwerte doch deutlich voneinander unterscheiden. Wollt ihr zum Beispiel einem Ritter später noch Magie beibringen, müsst ihr dafür ordentlich Seelen investieren.

Um euch den Feinden zu erwehren, greift euer Held beziehungsweise eure Heldin auf eine leichte und eine schwere Attacke zurück, die dementsprechend Ausdauer kosten. Man sollte den grünen Balken unter der Energieanzeige also immer im Blick haben, nicht dass ihr euch plötzlich mitten in einer Auseinandersetzung nicht mehr bewegen könnt. Um feindlichen Attacken ausweichen zu können, habt ihr außerdem eine Rolle im Bewegungs-Portfolio oder ihr setzt auf ein Schild. Mit Hilfe dessen könnt ihr Angriffe auch parieren und mit einem heftigen Gegenangriff einiges an Schaden verursachen. 

In Sachen Waffen setzt „Demon’s Souls“ auf eine große Vielfalt. Von normalen Schwertern zu schweren Zweihändern, Pfeil und Bogen oder Zauberstäben…hier darf sehr viel genutzt werden. Mit Hilfe von Seelen und Materialien können diese auch immer weiter verbessert werden, so dass Standardgegner bald nur noch ein müdes Lächeln bei euch erzeugen.

Stichwort Seelen: diese sind Dreh- und Angelpunkt des Spiels. Für jeden erlegten Feind gibt es eine gewisse Menge an Seelen, die ihr dann entweder in Levelaufstiege oder in neue Items investieren könnt. Werdet ihr jedoch von einem Feind getötet…und das passiert definitiv sehr oft…verliert ihr die Seelen und müsst diese an der entsprechenden Stellen zurückholen. Sterbt ihr vorher, sind die Seelen für immer verloren.

Phantome, Scherben und Überreste

Neben euren Waffen könnt ihr auch eure Ausrüstung immer weiter verbessern. So verstärkt ihr diese beim Schmied im Nexus oder in der Spielwelt, kauft neue Teile oder findet welche beim Erkunden der einzelnen Level. Diese sind übrigens – bis auf eine Ausnahme – alle sofort aus dem Nexus heraus zugänglich, unterscheiden sich aber schon deutlich vom Schwierigkeitsgrad her. Generell lohnt es sich den Nexus etwas zu erkunden. So trefft ihr dort auf verschiedene Charaktere, kauft beim Händler ein oder lagert eure Items in einer Truhe ein. 

Während ihr so durch die unterschiedlichen Spielwelten streift, müsst ihr euch also nicht nur um die Gegner kümmern, es gibt auch immer wieder einiges zu entdecken. Mal findet man da einen Ring mit einer tollen Wirkung, mal dort einen NPC in Not, dessen Rettung ein hilfreiches Item einbringt. Es lohnt sich also ein bißchen zu forschen und zu entdecken. 

Ein echtes Highlight und eine riesige Herausforderung sind aber immer wieder die Endbosse, die meist riesengroß und sehr tödlich sind. Hier heißt es Angriffsmuster studieren und dann zuschlagen, wenn für euch möglichst wenig Gefahr herrscht. Eine der besten Online-Komponenten des Spiels ist das Heraufbeschwören anderer Spielerinnen und Spieler, die euch dann beim Bosskampf unter die Arme greifen können. Ihr könnt aber auch hilfreiche Notizen hinterlassen und lesen oder schaut anderen dabei zu, wie und wo sie gestorben sind.

 

 

Wunderschön, trotzdem tödlich

Als Launchtitel zeigt „Demon’s Souls“ eindrucksvoll was auf der PlayStation5 so alles möglich ist. Auch wenn man auf Spielereien wie Ray Tracing verzichtet, ist es hier vor allem die Beleuchtung, die eine einzigartige Atmosphäre erzeugt. Lichtquellen wie Feuer wirken sehr echt und realistisch. Achtet auf der Brücke mit dem Drachen mal auf die Banner, die nach und nach verbrennen!

Ergänzt wird diese tolle Stimmung durch den hohen Detailgrad des Spiels. Jeder Stein, jeder Zweig und jeder Feind sind voller so vieler Details…man kann sich kaum sattsehen. Da hat Bluepoint Games einen richtig tollen Job gemacht und das Original ansprechend in die Moderne transportiert.

Die Animationen sind etwas feiner als beim Original, halten sich aber dennoch nah genug an der Vorlage, was sicherlich den ein oder anderen Fan glücklich machen wird. Bestimmte Aktionen wie das erfolgreiche Parieren eines Angriffs werden dank dem neuen DualSense-Controller nochmal eindrucksvoller und spürbar.

„Demon’s Souls“ lässt sich in zwei verschiedenen Grafikmodi spielen, einmal mit Fokus auf 60fps und beim zweiten mit Blick auf eine konstante 4K-Auflösung. Außerdem lassen sich einige Farbfilter einstellen sowie ein neuer Kameramodus, der eher die opulenten Außenareale toll einfängt. Das ist aber alles optional, es gibt auch die bewährte Kamera. Die übrigens fast die gleichen Zicken wie beim Original macht und vor allem in engeren Räumen manchmal die Übersichtlichkeit vermissen lässt.

 

  • Story
  • Grafik
  • Gameplay
  • Spielspaß
4.5

FAZIT: Toller Start für die PS5!

Auch wenn „Demon’s Souls“ sicherlich spielerisch nichts für die breite Masse ist, kann man zumindest technisch erahnen was man von einer PlayStation5 in den kommenden Jahren erwarten kann. Bluepoints Remake ist wahrlich ein beeindruckender Launchtitel!

Spielerisch ist „Demon’s Souls“ über alle Zweifel erhaben, schon kurz nach dem Start wird man von der Atmosphäre und dem fordernden Gameplay eingesogen. Natürlich sollte man zum einen frustresistent sein, zum anderen aber auch Zeit in das Spiel investieren wollen. Hier kann man nicht einfach mal schnell durch die Level rennen und am Ende den Boss legen. Jeder Feind kann der letzte sein!

Trotz seines Alters von elf Jahren spielt sich das Action-Rollenspiel sehr gut, beim Remake wurde einfach an den richtigen Schrauben gedreht. Immer noch enthalten ist auch das umstrittene Tendenz-System, das nun aber etwas klarer sein soll. Im Test konnten wir das allerdings nicht unbedingt bestätigen.

„Demons’s Souls“ ist ein großartiges Remake und überzeugt auf der PlayStation5 spielerisch als auch technisch. Neben den schon erwähnten Punkten überzeugen auch die Ladezeiten dank SSD mit schnellen Respawns in Sekundenschnelle. Top!

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Über Christian Suessmeier 1504 Artikel
Nachdem ich schon in jungen Jahren Prinzessinnen aus den Klauen bösartiger Reptilien rettete und mich mit einem kleinen Raumschiff durch das Weltall ballerte, ließ mich die Faszination Videospiele nicht mehr los. Besonders japanische Spiele haben es mir angetan, außerdem war ich auch immer ein großer Fan von spezielleren Konsolen wie dem Sega Saturn. Ein Herz für Außenseiter quasi! In Sachen Spielen verehre ich die "Yakuza"-Reihe, mag filmische Abenteuer wie "The Last of Us" und absolviere gerne mal eine Partie "PES" zwischendurch. Ansonsten schlägt mein Herz aber auch für den japanischen Film, Regisseure wie Shion Sono, Shinya Tsukamoto oder Takeshi Kitano sind einfach Gold wert. Weiterhin investiere ich meine Zeit aber auch gerne in Comics und dem kreativen Arbeiten(Schreiben, Zeichnen...).

2 Kommentare

  1. Sehr gutes Spiel. Spielt sich, auch wegen der identischen Gegner-KI, wie das Original und sieht dabei einfach fantastisch aus. Allerdings kann ich einige der Designänderungen nicht nachvollziehen, die die Lore auch ein Stück weit torpedieren. Deshalb sehe ich es auch nicht nur als ein reines Remake sonden als Neuinterpretation an.

1 Trackback / Pingback

  1. "Demon's Souls" - Entwickler hatten Hilfe von Gummienten - DVD-Forum.at

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