Deathloop [PlayStation5 – Review]

Kreativer Entwickler

Arkane Studios haben ihre Heimat im französischen Lyon und gehören seit dem Jahr 2010 zu Zenimax, dem Mutterkonzern von Bethesda. Nachdem man vorher unter anderem an der Entwicklung von „BioShock 2“ beteiligt war, veröffentlichte man 2012 das ambitionierte Spiel „Dishonored“, das den Spieler*innen viele Freiheiten in Sachen Gameplay gab.

Und genau diesen Weg ging Arkane immer weiter, veröffentlichte so weitere „Dishonored“-Spiele und wurde spätestens mit „Prey“ zum absoluten Kritiker-Liebling. Leider konnte man mit „Wolfenstein: Youngbloods“ die hohen Erwartungen nicht ganz erfüllen, doch dafür weckte Arkanes letztes Projekt „Deathloop“ die Aufmerksamkeit der Spielerschaft.

Denn der Titel war nicht nur als PlayStation5-exklusives Spiel angekündigt, es sollte auch Teil von Bethesdas Abschiedstournee auf Sony-Konsolen sein. Denn vor gut einem Jahr wurde der Publisher von Microsoft aufgekauft, was für eine unklare Zukunft von Bethesda-Titeln in Sachen Multi-Plattform-Dasein sorgt.

Doch wie gut ist „Deathloop“ wirklich geworden? Ist es wieder so beeindruckend wie „Dishonored“ oder hat Arkane wieder einen eher mittelmäßigen Titel abgeliefert?

Und täglich grüßt Julianna

In der Rolle von Colt erwacht ihr an einem Strand und wisst nicht genau wo, wer und wie ihr seid. Doch recht schnell meldet sich die geheimnisvolle Julianna bei euch und erzählt irgendetwas von einem Loop, Blackreef und irgendwelchen Visionären. Zu Beginn geht es euch sowohl als Spieler*in als auch Colt wohl gleich: ihr versteht erstmal nur Bahnhof!

Und als ihr nach eurem ersten Bildschirmtod erneut an dem Strand vom Start aufwacht, ist die Verwirrung noch größer. Ausgestattet mit einer Schusswaffe und einem Störsender für gegnerische Überwachungssysteme, stürzt ihr euch erneut ins Geschehen und erfahrt nach und nach was hier auf der Insel Blackreef eigentlich Sache ist. 

Um nichts von der Spannung vorweg zu nehmen, sei so viel gesagt: um den Loop zu durchbrechen, müsst ihr die Visonäre töten. Und das alles an einem Tag! Nur so könnt ihr der Zeitschleife und Julianna entkommen.

 

 

Shooter mit Kniff

Im Grunde handelt es sich bei „Deathloop“ zunächst um einen klassischen Arkane-Titel. So könnt ihr euren Feinden auf ziemlich kreative Weise das Licht auslöschen und dabei entscheiden, ob ihr eher als Rambo-Verschnitt durch die Level pflügt oder ihr heimlich, still und leise vorgeht. Neben allerlei Schusswaffen stehen euch hierfür auch Gadgets wie Granaten oder eben die Übernahme feindlicher Geschütze zur Verfügung. 

Aber was macht „Deathloop“ so besonders? Nun, hier kommt die Zeitschleife zum Einsatz. Denn das Spiel unterteilt sich in vier Tageszeiten und sobald diese vorbei sind – oder ihr gestorben seid – erwacht ihr wieder am Morgen des selben Tages am Strand und das auch noch ohne eure Ausrüstung. Glücklicherweise schaltet ihr schon recht früh im Spiel die Möglichkeit frei, die Waffen, Gegenstände und Fertigkeiten anzureichern und somit für den nächsten Durchlauf zu sichern. Dies betrifft auch die Tafeln, die ihr durch das Erledigen der Visionäre bekommt. Durch diese erlangt ihr besondere Kräfte wie Teleportation oder Unsichtbarkeit, die euch das Leben einfacher machen.

Hinweise und Siegel

Die vier Level unterscheiden sich deutlich voneinander und sind je nach Tageszeit auch anders gestaltet. Mal sind mehr Feinde unterwegs, mal ist hier eine Brücke passierbar oder eine bestimmte Tür endlich zugänglich. Man muss also immer abwägen, wann der Besuch welches Levels am meisten Sinn macht.

Zum Glück findet Cole hierfür zahlreiche hilfreiche Informationen in den Level. Es lohnt sich die vielen Dokumente zu lesen, anzuhören oder einfach den Feinden mal zu lauschen. So erfahrt ihr oft auch mal einen Zugangscode für einen Safe oder wann ein bestimmter Bereich zugänglich gemacht wird. Zum Glück müsst ihr euch das alles aber nicht merken, sondern Cole speichert die Infos alle in seinem Archiv ab. Dieses kann man vor und während des Levels nochmal studieren und sich somit auf ein bestimmtes Ziel konzentrieren.

Habt ihr eine Mission erfolgreich absolviert und kehrt davon zurück, könnt ihr eure aufgesammelten Objekte – wie oben schon erwähnt – mit Hilfe des gesammelten Residuums anreichern und somit dauerhaft verfügbar machen und euch mit den wichtigen Siegeln ausrüsten. Diese können in den Welten gefunden werden und verbessern eure Attribute und die eurer Waffen.

Auch eine Multiplayer-Komponente hat „Deathloop“ zu bieten. Dabei schlüpft ihr in die Rolle von Julianna und könnt bei anderen Spieler*innen in das laufende Match eindringen. Euer Ziel hierbei: Colt umbringen! Und dafür habt ihr einiges an Gadgets zur Verfügung und könnt zum Beispiel auch in die Rolle von anderen NPCs wechseln. Erledigt ihr Colt, gibt es Punkte, die ihr wiederum in neue Fertigkeiten investieren könnt. 

 

 

Stylish!

„Deathloop“ ist ein sehr stilsicheres Spiel und erinnert mit seinem 60er Jahre-Charme in vielen Momenten an „We Happy Few“ und „Clockwork Orange“. Schuld daran ist sicherlich auch das Design der Gegner mit ihren Masken und den bunten Outfits oder die teils sehr abstrakten Gebäude mit ihren Statuen.

Wie aktuell gewohnt, kann man im Spiel aus mehreren Grafik-Modi wählen, die mal den Fokus auf Framerate, mal auf Auflösung legen. Vor allem in größeren Arealen wirkte das Spiel immer wieder mal recht ruckelig im Raytracing-Modus, so dass wir da lieber auf den Modus mit einer stabileren Bildrate ausgewichen sind. Aber auch hier war die Grafik auf einem sehr guten Niveau.

Vor allem die vielen Licht- und Nebelspielereien fallen dem Spieler hier sofort ins Auge und sehen prima aus. Etwas karg ist vielleicht die Farbpalette gewählt, die sich an dem Braun-Orangen-Look des PR-Materials und des Covers orientiert. 

Die deutsche Synchronisation ist sehr gut gelungen, hier fallen nur die schlecht getimten Untertitel auf. Oft ploppen diese viel zu früh ins Bild, auch manche Dialoge wirken abgehakt und zu nah  aneinandergereiht.

„Deathloop“ nutzt die adaptiven Trigger vor allem zu Beginn des Spiels und simuliert so eine Waffe mit Ladehemmungen, außerdem wird der Lautsprecher des Pads für die Funksprüche von Julianna genutzt.

  • Story
  • Grafik
  • Gameplay
  • Spielspaß
4.6

FAZIT: Erstklassiges Next Gen-Futter!

„Deathloop“ ist sicherlich eine kleine Überraschung. Zugegebenermaßen wurde man häufig aus dem vorher gezeigten Material nicht ganz so schlau, vor allem die spielerische Tiefe konnte diese nicht so gut transportieren. Umso überraschender war es als sich das Spiel dem User voll und ganz öffnet und die vielen Möglichkeiten darlegt, mit denen man die Visonäre um die Ecke bringen und den Loop beenden kann.

Der Star des Spiels sind dabei die Level, die dank der verschiedenen Tageszeiten immer wieder neue Entdeckungen machen lassen und die zum kreativen Spielen einladen. Keine Lust auf Feuergefechte? Dann schnappt euch einfach ein paar Geschütze, platziert diese schlau und lasst sie den Rest erledigen. Oder ihr schleicht euch einfach über die Dächer und schaltet die Feinde lautlos mit eurer Machete aus. 

Dank des Features mit dem Anreichern von Waffen, Fertigkeiten und Attributen, ist das Spiel auch zu jeder Zeit absolut fair. Und dass man dank des Archivs auch noch auf allerlei Geheimnisse in den Level hingewiesen wird, ist außerdem ein schöner Fanservice.

Letztlich gibt es nicht viel, was man an „Deathloop“ aussetzen könnte. Die Multiplayer-Partien mit Julianna waren mit viel Geduld verbunden, oft fand man keine Welten zum infiltrieren. Auch technische Aussetzer gab es so gut wie keine. Ein paar Grafikfehler hier und da sind zu verzeihen, einmal konnten wir aber nicht mehr aus dem Pausenmenü heraus und mussten somit das Spiel und unseren aktuellen Run samt Fortschritt beenden.

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Benutzer-Bewertung
5 (1 Stimme)

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Über Christian Suessmeier 1570 Artikel
Nachdem ich schon in jungen Jahren Prinzessinnen aus den Klauen bösartiger Reptilien rettete und mich mit einem kleinen Raumschiff durch das Weltall ballerte, ließ mich die Faszination Videospiele nicht mehr los. Besonders japanische Spiele haben es mir angetan, außerdem war ich auch immer ein großer Fan von spezielleren Konsolen wie dem Sega Saturn. Ein Herz für Außenseiter quasi! In Sachen Spielen verehre ich die "Yakuza"-Reihe, mag filmische Abenteuer wie "The Last of Us" und absolviere gerne mal eine Partie "PES" zwischendurch. Ansonsten schlägt mein Herz aber auch für den japanischen Film, Regisseure wie Shion Sono, Shinya Tsukamoto oder Takeshi Kitano sind einfach Gold wert. Weiterhin investiere ich meine Zeit aber auch gerne in Comics und dem kreativen Arbeiten(Schreiben, Zeichnen...).

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