Capcom Arcade 2nd Stadium [PlayStation4 – Review]

Branchen-Riese Capcom

Die japanische Videospiel-Industrie war in den 80er und 90er Jahren die bestimmende Größe im Business und zeigte es der Konkurrenz aus dem Westen mit einfallsreichen Spielen, famoser Technik und einem anziehenden, da exotischen Grafikstil. 

Neben den großen Konsolen-Herstellern von Nintendo, Sega und Sony, fanden sich schnell zahlreiche weitere Firmen wie Konami, Square, Enix oder Capcom am Himmel der aufgehenden Videospiel-Sterne. Ein großer Vorteil für den Großteil dieser Firmen war sicherlich auch die etablierte Spielhallen-Kultur in Japan, deren Fans natürlich auch mit immer neuen Spielen und frischen Ideen versorgt werden wollten.

Einer der ganz Großen in diesem Segment war zu dieser Zeit Capcom, ein Unternehmen aus Osaka welches 1979 gegründet wurde. Schon lange vor dem legendären „Street Fighter II“ konnte man nämlich die Spieler*innen mit Titeln wie „1941“ um ihre hart verdienten Yens bringen und sich so einen guten Ruf erarbeiten.

Mittlerweile gehört Capcom zu einer unverzichtbaren Größe im Videospiel-Business und hat den Spielhallen den Rücken gekehrt. Mit Aufkommen der potenteren Konsolen wie PlayStation2 oder Dreamcast konnte man nämlich endlich auch zuhause die Arcade-Hits spielen und so ging auch dieser Hype stark zurück.

Geschichte verpflichtet

Um auch jüngeren Spieler*innen die Geschichte des Unternehmens und die zahlreichen, daraus entstandenen Klassiker nahezubringen, hat Capcom vor gut eineinhalb Jahren die Kollektion „Capcom Arcade Stadium“ hervorgebracht, die 32 Spiele aus dem Zeitraum zwischen 1984 und 2001 enthielt. Ganz frisch erschienen ist nun „Capcom Arcade 2nd Stadium“, welches wiederum 32 Spiele beinhaltet und erneut drei Jahrzehnte der Firmen-Geschichte abdeckt.

Neben klassischen Shoot’em Ups wie „1943 Kai“ oder „Eco Fighters“ bekommt ihr für euer Geld mehrere Fighting-Spiele aus der „Darkstalkers“- und „Street Fighter“-Reihe(inklusive dem Erstling) oder Beat’em Ups wie „Knights of the Round“  und „The King of Dragons“. Mit „Capcom Sports Club“ kommen außerdem Freunde von klassischen Arcade-Umsetzungen wie Fußball, Tennis und Basketball auf ihre Kosten.

 

 

Hochwertige Aufbereitung

Schon das Hauptmenü lässt erahnen, dass die Aufbereitung der Spiele viele Features und Einstellungsmöglichkeiten bereithält. Die 32 Titel sind nebeneinander in Form von Arcade-Automaten aufgereiht und so kann man bequem von einem zum anderen Spiel wechseln. Drückt ihr auf das Touchpad des PlayStation-Controllers könnt ihr vorab schon mal zwischen dem englisch- und japanischsprachigen Rom hin- und herschalten.

Habt ihr euch für ein Spiel entschieden, eröffnet sich euch eine Flut an Einstellungsmöglichkeiten. Diese beginnt bei verschiedenen Filtern samt Scanlines & Co., geht über verschiedene Rahmen bis hin zu der Möglichkeit, den Titel direkt am Automaten zu spielen und nicht wie üblich das Bild auf dem TV zu sehen. 

Noch tiefer geht es dann bei den Spieleinstellungen, in denen ihr die Anzahl eurer Leben, den Schwierigkeitsgrad und die Geschwindigkeit des Spiels individuell anpassen könnt und das Spielgeschehen somit perfekt für eure Skills gemacht ist. Damit ihr auch wisst, was ihr in dem gewählten Titel tun müsst, hat Capcom außerdem noch eine Anleitung spendiert, die euch das Gameplay samt Steuerung erklärt. Bei den Prüglern wie „Street Fighter“ bekommt ihr zusätzlich noch eine ausführliche Move-Liste für die Charaktere zu sehen, was den Einstieg deutlich leichter macht.

Und wem die Spielhallen-Hits nicht schon anspruchsvoll genug sind, der kann sich mit einer Punkte-, Zeit- oder Spezialherausforderung die Zeit vertreiben. Belohnt werden diese Spielereien nicht nur mit Platzierungen in den weltweiten Ranking-Listen, ihr erspielt damit auch die CASPO-Punkte, die wiederum neue Filter und Rahmen freischalten.

Klassische Pixel-Schönheiten

Natürlich ist die grafische und technische Seite einer solchen Kollektion mit Spielen aus drei Jahrzehnten schwierig zu bewerten. Dank Emulation laufen alle Spiele so wie man sie von früher kennt, das Hauptmenü und die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten gehen flüssig von der Hand und sind ohne Ladezeiten schnell zu erreichen. Das gleiche gilt für die Spiele, kurz nach dem Start ist man auch schon mitten im Geschehen. Klar, einige der Games sehen heutzutage nicht mehr so toll aus oder haben seltsame Effekte, aber vor allem die Titel ab Anfang und Mitte der 90er Jahre zeigen Capcoms hohe Qualität an Designs. Vor allem in den Fighting-Games gibt es hier wunderschöne Charaktermodelle zu betrachten, aber auch solche Figuren wie aus „Mega Man: The Power Battle“ sind zeitlos und immer noch toll anzusehen.

Gleiches kann man über die akustische Seite sagen. Es gibt schon einige Spiele, gerade die Früheren, deren Audioqualität etwas im Gehörgang kratzt, aber dann gibt es eben auch die hervorstechenden Melodien und Soundeffekte eines „Street Figher II“ auf die Lauscher. Was will man mehr!

Sehr positiv hervorzuheben sind auch einige der Features für die Spiele selbst. Quick Saves gehören mittlerweile natürlich zum guten Ton, zusätzlich dazu gibt es auch noch eine Rückspul-Funktion und die Möglichkeit, die Geschwindigkeit des Titels über die Schultertasten einzustellen.

 

FAZIT: So und nicht anders!

„Capcom Arcade 2nd Stadium“ zeigt ganz klar, wie man heutzutage solche Spiele-Kollektionen früherer Titel aufzubauen hat. Die Anzahl von 32 Spielen ist absolut ausreichend und bietet einen schönen Auszug aus den unterschiedlichen Genres, die Capcom damals in der Spielhalle bedient hat. Dank der unzähligen Einstellungsmöglichkeiten und der schönen Aufbereitung mitsamt verschiedener Roms und einer Anleitung zum Spiel, kann man sich lange mit der Kollektion befassen und so vielleicht auch den ein oder anderen, zu anspruchsvollen Titel meistern.

Denn eines muss man sich bewusst machen…die Spiele waren früher vor allem dazu da, den Spieler*innen das Geld aus der Tasche zu locken und in Sachen Schwierigkeitsgrad gerne mal recht erbarmungslos. Aber das ist hier dank unendlicher Continues und den Einstellungen eigentlich nicht mehr relevant.

Kritik kann man eigentlich nur an zwei Dingen üben. So sind sich viele Spiele zu ähnlich, gerade einige Shoot’em Ups und Beat’em Ups sind in Sachen Gameplay eigentlich kaum zu unterscheiden. Und warum kann man nicht einfach die Spiele aus dem ersten „Capcom Arcade Stadium“ in die neue Kollektion übernehmen? So hätte man quasi eine Super-Sammlung.

Ein letztes Wort noch zum Preis. Wie auch schon bei Teil 1 ist „Capcom Arcade 2nd Stadium“ eigentlich kostenlos zu haben. Der Download erhält aber mit „SONSON“ nur einen Titel, alle anderen müssen dann einzeln für je 3,99 erworben werden. Wollt ihr aber sowieso das komplette Paket, sind in den jeweiligen Shops 39,99€ fällig.

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Über Christian Suessmeier 2550 Artikel
Nachdem ich schon in jungen Jahren Prinzessinnen aus den Klauen bösartiger Reptilien rettete und mich mit einem kleinen Raumschiff durch das Weltall ballerte, ließ mich die Faszination Videospiele nicht mehr los. Besonders japanische Spiele haben es mir angetan, außerdem war ich auch immer ein großer Fan von spezielleren Konsolen wie dem Sega Saturn. Ein Herz für Außenseiter quasi! In Sachen Spielen verehre ich die "Yakuza"-Reihe, mag filmische Abenteuer wie "The Last of Us" und absolviere gerne mal eine Partie "PES" zwischendurch. Ansonsten schlägt mein Herz aber auch für den japanischen Film, Regisseure wie Shion Sono, Shinya Tsukamoto oder Takeshi Kitano sind einfach Gold wert. Weiterhin investiere ich meine Zeit aber auch gerne in Comics und dem kreativen Arbeiten(Schreiben, Zeichnen...).

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