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Das schwarze Museum

  • Informationen zum Film
  • Das schwarze Museum

  • Originaltitel:
    Horrors of the Black Museum
    Genre:
    Horror
    Produktionsland:
    UK
    Produktionsjahr:
    1959
    Kinostart Österreich:
    19.02.1960
    Kinostart Deutschland:
    09.06.1960
    Kinostart USA:
    29.04.1959
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Kriminalreporter Edmond Bancroft verfällt auf die Idee, seine Zeitungskolumne um spektakuläre Morde mit von ihm selbst arrangierten Mordfällen anzureichern. Zu dem Zweck hypnotisiert er seinen drogenabhängigen Assistenten Rick und legt sich ein "schwarzes Museum" mit Mordwerkzeugen an. Als er entdeckt, dass Ricks Freundin von den Morden weiß, lässt er sie umbringen. Mit fatalen Folgen...

Userkritik zu Das schwarze Museum

doobee
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Bewertung: 4/10 Punkte

Die junge Gail Dunlap (Dorinda Stevens) erhält ein Päckchen von einem unbekannten Absender. Darin findet sie ein Fernglas. Als sie es ausprobieren will schiessen aus den Okkularen zwei lange Klingen, welche durch ihre Augen ins Hirn eindringen und sie sofort töten. Gail ist bereits das dritte Opfer einer grotesken Mordserie, welche die Bevölkerung von London seit zwei Wochen in Angst und Schrecken versetzt. Chefinspektor Graham (Geoffrey Keen) kommt nicht vom Fleck, es gibt weder Spuren noch ein Motiv. Es muss sich um einen gerissenen Serienkiller handeln der seine Opfer wahllos aussucht. Inspirieren lässt sich dieser offensichtlich durch „Das schwarze Museum“. So nennt man die Sammlung von Scotland Yard, welche der Oeffentlichkeit nicht zugänglich ist und eine grosse Anzahl von Tatwaffen, Beweismitteln etc. zu den grössten und makabersten Kriminalfällen der britischen Geschichte enthält. Schriftsteller und Pressekolumnist Edmond Bancroft (Michael Gough) zeigt grosses Interesse an den Morden, denn er lebt vom Sensationshunger und Voyeurismus der Oeffentlichkeit und ist so zu einem reichen Mann geworden. Als Bancroft sich immer aufdringlicher in die Ermittlungsarbeit einzumischen beginnt kommen Graham erste Zweifel, ob hier wirklich nur berufliches Interesse dahintersteckt...

Regisseur Arthur Crabtree realisierte diesen Krimi mit Horrorelementen im Jahre 1959 für den Produzenten Hermann Cohen, welcher zuvor die sehr erfolgreichen Teen-Horror-Flicks „I was a Teenage Werewolf“, „Blood for Dracula“ und „I was a Teenage Frankenstein“ für AIP produziert hatte. Die Idee für den vorliegenden Film fand Cohen tatsächlich in Scotland Yard’s schwarzem Muesum, welches ihn faszinierte und seiner Meinung nach genügend Stoff für eine fesselnde und morbide Story lieferte. Dies hätte tatsächlich der Fall sein können, aber leider kommt die Geschichte viel zu bieder daher um wirklich zu fesseln. Sie enthält einige Tabubrecher wie durch Impotenz erzeugte sexuelle Frustration und die homoerotisch angehauchte Beziehung zwischen Edmond und seinem Assistenten Rick (Graham Curnow), welche für die damalige Zeit ziemlich mutig waren. Die Morde sind auch sehr kreativ und gereichen jedem Giallo zur Ehre, nur finden sie leider durchwegs im Off statt. Da es ausserdem bald klar ist dass Edmond der Killer ist vermag auch kaum Spannung aufzukommen. Wovon lebt der Film denn eigentlich? Sicherlich von der düsteren Atmosphäre und der stimmungsvollen Ausstattung. Edmond hat in seinem Keller ein eigenes schwarzes Muesum, das private Reich von ihm und Rick, wo er seinen kranken Fantasien freien Lauf lassen kann. Diese Horrorkammer ist sehr schön ausgestattet und ein eigentliches Highlight des Films. Auch ein wenig Dr. Jekyll/Mr. Hyde-Thematik lässt Hermann Cohen in die Geschichte einfliessen. Denn Rick verwandelt sich unter dem Einfluss eines geheimnisvollen Serums in ein willenloses, grünheutiges Monster, welches für Edmond die Drecksarbeit erledigt. So dümpelt die Story vor sich hin bis zum wenig überzeugenden Finale. Auch die Schauspieler vermögen das Ganze kaum aufzuwerten. Sie machen ihre Sache zwar nicht schlecht, wirken aber stereotyp und jederzeit austauschbar, ausser vielleicht Veteran Geoffrey Keen als Chefinspektor Graham, der sich mit Bancroft einige bissige Wortduelle liefern darf. Richtig schlecht hingegen ist Graham Curnow, der eschreckend blass bleibt und den eigentlich interessanten Charakter von Rick nur unzureichend interpretiert. Einzig der britische Charakterdarsteller Michael Gough vermag sich aus diesem Mittelmass hervorzuheben. Er zeichnet ein vorzügliches Bild des arroganten, unbeherrschten und selbstverliebten Edmond Bancroft. Gough hatte seinen ersten Abstecher ins Horrorfilmgenre in Hammers Meisterwerk „Dracula“ gemacht, als Arthur Holmwood, dem Bruder von Lucy, der Verlobten von Vampirjäger Jonathan Harker. Wirkte er dort noch etwas hölzern, kann er hier voll aufdrehen und die vielen Facetten des ebenso brillanten wie wahnsinnigen Edmond Bancroft zeigen. Die epische Musik von Gerard Schurmann ist dominiert von dramatischen Bläser-Sätzen und Streichern und vermag die Geschichte gut zu unterstützen.

Fazit: Viel zu zahmer und spannungsarmer Brit-Krimi mit wenigen Horrorelementen. Kann man sich ansehen, muss man aber nicht. 4/10

geschrieben am 20.05.2017 um 12:51

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