´

Frightmare

  • Informationen zum Film
  • Frightmare

  • Originaltitel:
    Frightmare
    Genre:
    Thriller, Horror
    Produktionsland:
    UK
    Produktionsjahr:
    1974
  • Inhalt
  • Inhalt:
    18 Jahre nachdem sie für kannibalistische Akte in eine geschlossene Anstalt eingewiesen wurden, lebt das Ehepaar Yates zurückgezogen in einem abgelegenen Gutshaus in der Nähe von Haslemere, Südengland. Ihre junge Tochter Debbie wurde damals in einem Waisenhaus untergebracht; man hatte ihr gesagt, die Eltern seien verstorben. Als die noch minderjährige Debbie wegen schlechter Führung aus dem Heim fliegt, nimmt ihre Halbschwester Jackie sie zu sich. Doch die freche Debbie lässt sich von Jackie nichts sagen. Mit ihrer Rocker-Clique verbringt sie die Nächte in angesagten Clubs und wird aufmüpfig, als man ihr keinen Alkohol ausschenken will. Aus Rache bringt sie die Clique dazu, den Barmann nach seiner Schicht zusammenzuschlagen. Sie bleibt alleine mit dem Opfer zurück und vergeht sich an ihm in kannibalischer Weise. Debbie weiß nicht, dass sie den Hang zum Kannibalismus von ihrer Mutter geerbt hat und diese inzwischen als geheilt aus der Psychiatrie entlassen wurde. Zusammen mit ihrem Mann Edmund lebt sie in einem abgeschiedenen Gutshaus in Südengland. Dorthin lockt sie ihre ahnungslosen Opfer zum Tee trinken, Karten legen oder anderen Vergnüglichkeiten. Allein ihre Stieftochter Jackie weiß Bescheid. Sie ist es auch, die Dorothy jeden Abend mit einem Päckchen blutender Fleischstücke versorgt. Doch Jackie kann ihre “nächtlichen Ausflüge” nicht länger verheimlichen und Debbie macht sich gemeinsam mit ihrem Freund auf die Suche nach ihren Eltern.

Userkritik zu Frightmare

doobee
Weitere Kritiken des Users

Bewertung: 7/10 Punkte

London, 18.02.57: Barry Nichols (Andrew Sachs) ist das letzte Opfer des Kannibalen-Ehepaars Edmund und Dorothy Yates (Rupert Davies & Sheila Keith). Dafür wandern sie in die psychiatrische Klinik Lansdowne….15 Jahre später: die beiden werden als geheilt entlassen. Aber Dorothy ist verrückter denn je. Edmund bleibt dies nicht verborgen und er sucht Rat bei seiner ältesten Tochter Jackie (Deborah Fairfax). Diese versucht zu helfen, muss sich aber gleichzeitig noch mit ihrer Stiefschwester Debbie (Kim Butcher) herumschlagen, welche erst 15jährig aber bereits auf der schiefen Bahn ist. Der schüchterne Psychiater Graham (Paul Greenwood) hat sich in Jackie verliebt und will den beiden beistehen. Ein hoffnungsloses Unterfangen, denn Debbie ist die leibliche Tochter von Dorothy und hat bereits erschreckende psychotische Symptome entwickelt. Währenddessen steigert sich Dorothy in einen wahren Blutrausch hinein und Edmund kann nur hilflos zusehen und die Spuren der Gemetzel beseitigen. Eine ausweglose Situation, welche unweigerlich in der Katastrophe enden muss…

Pete Walker, (S)Exploitation-Guru des britischen Kinos, der in den 60er-Jahren mit zahlreichen Schmuddelfilmen auf sich aufmerksam gemacht hatte, präsentiert uns hier seine beste und sicherlich blutigste Arbeit. Das Thema des pathologischen Kannibalismus war zur Entstehungszeit dieses Films noch Neuland und mit allerlei Tabus behaftet. Deshalb wird er auch oft als britische Antwort auf Tobe Hoopers Meisterwerk „Blutgericht in Texas“ bezeichnet. Davon ist er zwar weit entfernt, aber was uns Walker bietet ist schon starker Tobak. Wo Hooper in „Blutgericht in Texas“ die Morde nur andeutete und den Rest der Fantasie des Zuschauers überliess hält Walker in einigen Szenen voll drauf. Wir haben es hier also mit einem frühen Vertreter des Splatter-Films zu tun, obwohl die Kills und die Masken für heutige Verhältnisse natürlich etwas unbedarft wirken. Auch der Spannungsaufbau verläuft eher gemählich. Nach der Anfangssequenz mit dem letzen Opfer und der folgenden Verurteilung, welche der Zeit angepasst in schwarzweiss gedreht wurde, geht’s auf in die Neuzeit. Und hier lässt sich Walker viel Zeit um die verschiedenen Charaktere einzuführen, wobei wir erstmals Bekanntschaft mit Debbies dunkler Seite machen. Doch nach und nach lässt er die Sitation eskalieren bis zum fulminanten, bitterbösen Ende. Was den Film aber wirklich stark macht sind die schauspielerischen Leistungen von Rupert Davies und Sheila Keith. Davies war ein britischer Charakterdarsteller, welche u.a. auch in Michael Reeves fantastischem „Der Hexenjäger“ als Priester John Lowes oder in „Draculas Rückkehr“ als Monsignore Müller Abstecher ins Horrorgenre gemacht hatte. Er spielt die tragische Figur des Edmund mit grosser Authentizität. Ein zerrissener Charakter, eine bemitleidenswerte Kreatur, völlig gefangen in der bedingungs- und zugleich hoffnungslsosen Liebe zu einem Monster. Er war sogar soweit gegangen und hatte sich zusammen mit ihr ins Irrenhaus einliefern zu lassen, nur um bei ihr zu sein, obwohl er nie etwas anderes getan hatte als ihre Untaten zu decken. Dies war der letzte Film von Davies, er starb im Jahre 1976 im Alter von 61 Jahren viel zu früh an Krebs. Sheila Keith war ebenfalls eine begnadete Künstlerin und so etwas wie die Lieblingsschauspielerin von Walker. Sie hat in fünf seiner Filme mitgespielt und dies ist meiner Meinung nach ihre beste Vorstellung. Ihre Präsenz ist übermächtig, ihr Wahnsinn beinahe greifbar, ihre biedere Maske, hinter welcher sich die Fratze des Irrsinns verbirgt, ist gänsehauterzeugend. Ganz grosses Kino, welches uns die beiden hier zeigen. Begleitet - und die bedrohliche Atmosphäre perfekt untermalend - wird das Geschehen von einem zurückhaltenden aber immer präsenten Score von Stanley Myers.

Fazit: Kleine, böse, kranke und tiefschwarze Britploitation-Perle. Sehr empfehlenswert! 7/10

geschrieben am 14.05.2017 um 09:57

Kommentare (0)

Um einen Kommentar verfassen zu können müssen Sie sich einloggen. Sollten Sie noch keinen DVD-Forum.at Account haben, registrieren Sie sich bitte hier.

 

Weitere Diskussionen zu diesem und vielen anderen Themen findest du im Forum von DVD-Forum.at.

Rechtliche Hinweise:
Die in den Kommentaren geäußerten Meinungen geben ausschließlich die Ansichten der User wieder, von denen sie gepostet wurden. Diese müssen sich nicht mit der Meinung der Redaktion von DVD-Forum.at sowie deren Partnern decken. Wir behalten uns vor, Kommentare die gegen unsere Nutzungsbedingungen oder gegen straf- oder zivilrechtliche Normen verstoßen bzw. dem Ansehen von DVD-Forum.at schaden können auch ohne Angabe von Gründen zu löschen. Gegen diese Schritte können keine Ansprüche geltend gemacht werden. Bei wiederholten Verstößen ist mit einem Ausschluss aus unserer Community zu rechnen, weiters behält sich DVD-Forum.at bei schwerwiegenden Verstößen wie strafrechtlich relevanten Tatbeständen vor Anzeige zu erstatten und/oder Schadenersatzansprüche geltend zu machen.

Cover

frightmare-poster

Bewerte den Film!

Meine Wertung:


Community Wertung:

ø Wertung: 7/10 | Wertungen: 1 | Kritiken: 1