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Django - Sein letzter Gruß

Userkritik zu Django - Sein letzter Gruß

doobee
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Bewertung: 3/10 Punkte

Django (im Original: Durango) will seinen Job als Hilfssheriff an den Nagel hängen und seine Verlobte, die Farmerstochter Lucy McLaine (Dada Gallotti) heiraten. Dazu kommt es leider nicht, denn die Farm der McLaines wird von vier maskierten Banditen überfallen. Sie wollen das Geld rauben, welches Lucy’s Vater James (Ugo Sasso) für die Hochzeit gespart hatte. Der Ueberfall geht schief, James reisst einem der Banditen das Tuch vom Gesicht und erkennt den Uebeltäter als Dr. Franck Decker (Daniele Vargas). Daraufhin massakrieren die Banditen die ganze Familie. Als Django zur Farm kommt findet er die Toten, und eine Taschenuhr, die einer der Täter verloren hat. Diese Uhr führt ihn auch bald zu Dr. Decker. Und diese Uhr wir ihre Todesmeldodie spielen bis auch der Letze der Verbrecher im Inferno der Rache untergeht...

Rachewestern dieser Machart gab es zur Entstehungszeit dieses Streifens massenweise. Ich bin eigentlich ein Fan dieser simpel konstruierten Geschichten, welche die spärliche Handlung nur dazu nutzen möglichst viel Action zu zeigen. Das Problem ist dass es hier kaum Action gibt, da hat Regisseur Roberto Mauri einiges an Potential verschenkt. Django’s Suche nach den Uebeltätern gestaltet sich extrem langatmig und ohne Schwung. Die Handlung zieht sich zäh wie Kaugummi dahin, da ist kaum mal eine nennenswerte Szene die den gelangweilten Zuschauer aus dem Tiefschlaf reissen könnte. Da muss sogar ein lächerliches Schattenspiel von drei Nutten hinter einem Paravan - welche die beiden Gauner Kildare und Owen zu aberwitzigen Wetten animieren - herhalten, um die gähnenden Lücken irgendwie zu füllen. Aber es gibt auch Pluspunkte: da wäre einmal der sehr gelungene Score von Giancarlo Rizzi, welcher ein gitarren- und trompetendominiertes, melancholisches Hauptthema liefert und auch sonst das Geschehen gut interpretiert. Da wäre die routinierte und teilweise durchaus interessante Kameraarbeit. Da wären auch die Settings, mal staubig trocken, mal schlammig verdreckt, die zu gefallen wissen. Und da wären die Schauspieler, eine ganze Reihe bekannte und verdiente Gesichter des Genres. Besonders hervorzuheben ist hier einmal mehr Piero Lulli als Bandenmitglied John Kildare, welcher diese Rolle gewohnt souverän und mit der ihm eigenen verkommenen Bravour spielt. Oder Mimmo Palmara als Jack Owen, ebenfalls einer der Verbrecher. Dies waren zu jener Zeit hochkarätige Mitglieder der Genre-Darstellerriege. Sie werten auch diesen Film etwas auf und heben ihn aus den tiefsten Niederungen zumindest auf ein geniessbares Niveau. Dies könnte man vom Hauptdarsteller, dem Amerikaner Tab Hunter als Django nicht behaupten, welcher für mich eine klare Fehlbesetzung ist. Er ist unsymphatisch und arrogant und passt mit seiner geschniegelten „Teen Idol“-Visage so gar nicht in die Rolle des gebrochenen Racheengels. Viel mehr als ein eher dämliches als diabolisches Grinsen bringt er nicht zustande. Ich konnte mich zu keiner Zeit in sein Leid hineinfühlen, dafür wirkt der Typ viel zu kalt und emotionslos. Bezeichnend ist dass er, kaum dass Lucy unter der Erde ist, mit der Saloonhure Joanne (Erica Blanc) anbandelt, welche schon lange ein Auge auf ihn geworfen hatte. Wo bitte soll da die Motivation für seine Rache sein, welche er zugegebenermassen äusserst brutal und gnadenlos vollstreckt?

Meine Review bezieht sich auf die DVD von Indigo, welche nichts anderes als ein mieser VHS-Rip mit schauerlicher Bildqualität ist, etlichen Quellen zufolge aber uncut sein soll. Dies wage ich zu bezweifeln, denn zu offensichtlich sind die zahlreichen, äusserst unprofessionell ausgeführten Schnitte und die klaffenden Handlungslücken. Aber ich glaube kaum dass dieser Streifen auch in seiner ursprünglichen Fassung mehr als ein gelangweiltes Gähnen hätte provozieren können.

Fazit: Fader, bissloser Spaghettifrass zum Abgewöhnen. Wegen der oben erwähnten positiven Aspekte vergebe ich noch wohlwollende 3/10

geschrieben am 01.05.2017 um 18:18

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