Der Film 127 Hours von Danny Boyle beruht auf der wahren Geschichte von Aron Ralston, der 2003 auf einer Klettertour im Alleingang durch die Canyons Utahs in den Vereinigten Staaten von Amerika verunglückte und mit seiner Hand zwischen einem Fels eingeklemmt in einem der Canyons für mehr als fünf Tage gefangen war – 127 Stunden um präzise zu sein.
Der Film beginnt mit Ralstons Aufbruch und ersten Klettererlebnissen, bis er schließlich in seine missliche Lage gerät vergeht eine gute Viertelstunde. Anschließend kämpft sich Ralston durch verschiedene Versuche, sich von dem Felsbrocken zu befreien, jedoch vergeblich. Durch zunehmenden Nahrungs- und Flüssigkeitsmangel und Unterkühlung in den Nächten verschlechtert sich seine körperliche Verfassung und Traum und Realität beginnen immer öfter zu verschwimmen. Hier hat der Film durchaus starke Szenen, in denen man sich gut mit die Gedanken Ralstons identifizieren kann. „Verdammt! Warum zur Hölle habe ich niemandem erzählt wo ich meine Tour geplant habe? Wieso habe ich mein gutes Taschenmesser nicht dabei und wieso liegt die gott-verdammte Getorade Flasche verweist und unerreichbar im Auto?“ Jeder kennt diese Situationen, in denen man nicht verstehen kann, wie man etwas extrem Wichtiges einfach vergessen konnte.
Abseits dieser Szenen, die unterschiedlich Intensiv ausfallen, zieht sich der Film besonders im Mittelteil schon in die Länge. Um die an sich in zwei Sätzen erzählbare Story in einen 1 1/2 Stunden Film zu verwandeln, greift Boyle auf vielerlei Rückblenden, Erinnerungen und Tagträume zurück, die zwar die geistige Verfassung von Ralston gut widerspiegeln, zu einem gewissen Grad aber auch schlichtweg langweilig werden. Erst wenn Ralston sich im Endeffekt befreien kann, präsentiert der Film die intensivste Szene, die einem unter die Haut geht.
Ähnlich wie Rodrigo Cortés` Buried beschränkt sich der Film auf eine sehr einfache Handlung und einen Hauptcharakter, der den Film dominiert. In 127 Hours ist das Setup jedoch nicht ganz so minimalistisch, es gibt in verschiedenen Tagtraum- und Erinnerungssequenzen weitere Schauspieler zu sehen. Dennoch ist es praktisch eine Einzelvorstellung von James Francos, die ihm auch sehr gut gelingt.
Dass der Film auf eine wahre Begebenheit beruht ist seine große Stärke. Dieses Hintergrundwissen verleiht dem gesamten Film eine bestimmte Atmosphäre. Auch die schauspielerische Leistung von Franco trägt den Film über weite Strecken. Dennoch verbleiben viele Durststrecken, die den Unterhaltungswert des Films für mich beeinträchtigen. Immerhin hat es Boyle so geschafft, die unglaubliche Geschichte Ralstons glaubwürdig zu verfilmen.
User Kritik zu 127 Hours