2007 entstand unter der Regie von Rob Zombie kein Remake sondern eine Neuerfindung von John Carpenters Horror-Klassiker
Halloween. Mit dem Original hatte der Film außer den zentralen Charakteren wenig gemein, Zombie setzte mehr auf seine eigene Stilistik. Während die Kinofassung von der FSK noch ungeschnitten keine Jugendfreigabe bekam wurde dem Director’s Cut dieses Rating verwehrt und er erschien mit Spio/JK Freigabe. Diese Fassung wurde indiziert, sodass auf Blu-ray bis dato nur die Kinofassung erschienen ist und sich Senator Film die Rechte für den zweiten Teil nicht mehr gesichert hat.
Diese gingen an Sunfilm. Das Label zeigte sich sehr zuversichtlich, den Director’s Cut nach Deutschland zu holen und zeigte diesen auch ungekürzt auf dem Fantasy Filmfest im Kino. Für die DVD Veröffentlichung war ursprünglich eine ungekürzte Veröffentlichung mit FSK Keine Jugendfreigabe vorgesehen – die FSK machte allerdings einen Strich durch diese Rechnung und Sunfilm entschied sich schon wie bei einigen Titeln zuvor, den Film mit FSK Freigabe in den Verkauf zu bringen und im Verleih mit Spio/JK (keine schwere Jugendgefährdung) zu veröffentlichen.
Ab dann herrschte Funkstille. Die Fans wurden mit der Aussage, man würde den Director’s Cut ungeschnitten veröffentlichen wollen quasi im Regen stehen gelassen. Durch einen Eintrag in der FSK Datenbank mit einer Laufzeit von 111 Minuten konnte man schon errechnen, dass die Kauf DVD um ca. 3 Minuten geschnitten sein wird. Über die Spio/JK Verleih-DVD – die für Fans natürlich ob ihrer möglichen ungeschnittenen Director’s Cut Fassung wesentlich interessanter war – hielt man sich bedeckt, keine Informationen drangen nach draußen.
Dann, am 5. Februar 2010, dem Verleihstart des Films, folgte die große Ernüchterung: Auch die Spio/JK Verleihfassung des Films ist geschnitten, über 70 Sekunden vom Film werden einem hier vorenthalten. Unter Fans herrschen nun in erster Linie Enttäuschung und verständlicherweise auch Wut darüber vor, dass Sunfilm über diesen Umstand keine Informationen verlautbaren ließ. Eine ganz und gar kundenfeindliche Praxis, die dem Ruf des Labels unter deutschen Filmfreunden sicherlich mächtig schaden wird. Sowohl die geschnittene Spio/JK (keine schwere Jugendgefährdung) als auch die stärker gekürzte FSK Keine Jugendfreigabe Fassung basieren allerdings auf dem Director’s Cut, tragen diesen Vermerk aufgrund der Kürzungen trotzdem zu Unrecht, da es sich durch die Gewaltkürzungen schließlich nicht mehr um Zombies Director’s Cut handelt sondern um eine auf diesem basierende gekürzte Fassung.
Auch wenn die Spio/JK Fassung selbstverständlich inakzeptabel ist – aber trotzdem nur halb so inakzeptabel wie Sunfilms Stillschweigen – kann man sie noch als ansehbar bezeichnen. Der Film bietet sehr drastische, extrem in die Länge gezogene Mordszenen, bei denen Michael Myers nicht ein Mal auf seine Opfer einsticht sonder gleich über 10 Mal, ihnen 5 Mal ins Gesicht tritt bis der Kopf nur mehr Matsch ist und so weiter. Eben jene Gewaltspitzen wurden aus der Spio/JK Fassung entfernt, sodass „der Film“ bezogen auf die Handlung zwar vollständig ist und keine störenden Handlungslücken aufweist, die gezeigten Gewaltszenen aber drastisch abgemildert wurden.
Wer bei diesem Film an einen ungekürzten Import aus England denkt der sei gewarnt: Die britische Fassung ist im Gegensatz zur deutschen war wie gewohnt ungeschnitten, bietet allerdings nur die Kinofassung. Der Unrated Director’s Cut ist in Amerika von Sony Pictures auf DVD und als codefree Blu-ray erschienen.
Für diesen Schnittbericht wurde die
gekürzte DVD von Sunfilm (Spio/JK - keine schwere Jugendgefährdung) mit der
ungekürzten US DVD von Sony Pictures (Unrated) verglichen.
0.00
Das Schwarzbild vor dem Film ist bei der US DVD länger.
1,6 Sec
10.19 / 10.52
Man sieht in der JK Fassung nur, wie Myers mit der Glasscherbe durch das Autofenster greift. Es fehlt komplett, wie er Gary damit die Kehle durchschneidet.
7 Sec










10.29 / 9.55
Nach einem enthaltenen Zwischenschnitt fehlt, wie Michael weitersäbelt und Gary den Kopf abtrennt. Dieser fällt vom Rumpf, die Kamera schwenkt zu Myers. Während dieses Schwenks setzt die JK Fassung wieder ein.
7,42 Sec







15.43 / 14.49
Auch das Erstechen von Krankenschwester Daniels im Krankenhaus wurde verkürzt. In der ungekürzten Fassung sticht Michael immer öfter in immer schneller werdender Bildfolge zu, auch Blut ist zu sehen. Zwischenschnitte auf die flüchtende Laurie wurde ebenfalls getilgt. Als Michael wieder aufsteht und von der Krankenschwester ablässt setzt die Spio/JK Fassung wieder ein.
14,71 Sec




















41.55 / 39.35
Michael sticht länger auf den neben dem Auto am Boden liegenden Mann ein. Der erste Stich und auch eine recht blutige Nahaufnahme des Gesichts des Opfers sind aber auch in der Spio/JK Fassung noch zu sehen.
3,58 Sec







1:00.09 / 57.01
Michael stampft dem Mann öfter auf den Kopf und zermatscht ihm dadurch das Gesicht komplett.
8,46 Sec








1:03.07 / 59.44
Michael drischt Mistys Kopf viel öfter gegen den Spiegel, in ihrem Gesicht verteilt sich dabei immer mehr Blut.
15,08 Sec

























1:31.41 / 1:26.54
Auch Myas Tod ist wesentlich länger. Michael rammt ihr das Messer mehrere Male in den Körper und bewegt es ruckartig in den Wunden. Ein Zwischenschnitt auf die tote Mya wurde ebenfalls entfernt, wie in dieser Schnittfassung fast schon üblich setzt die Spio/JK Fassung inmitten einer Einstellung von Michael wieder ein.
15,75 Sec















Verfasst von Playzocker am 05.02.2010
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