
28 Tage später' wurde mittels DV-Kameras gedreht, ein Format, das zwar den Traum eines jeden Amateurfilmers darstellt, das allerdings für das Kino allen Anschein nach ungeeignet ist. Das hier gebotene Bild mag zwar von Regisseur Danny Boyle so beabsichtigt sein und seine visuelle Vorstellung von einem Endzeitszenario wiedergeben, für die Augen der Kinobesucher, bzw. nun der DVD-Besitzer, ist dieses Bild allerdings wirklich der blanke Horror. Die Farben sind ausgewaschen, der Kontrast ist viel zu steil, die Schärfe nur mittelmäßig. Des weiteren wird einem die gesamte Pallette an Kompressionsartefakten geboten, besonders die Unruhe einzelner Bildelemente, sowie heftiges Rauschen wirken sich äußerst störend aus. Bei der Gesamtbewertung muss man zwar berücksichtigen, dass diese Fehler in erster Linie auf die unverständliche Wahl des Kamera-Formates zurückzuführen sind, mehr als ein gütiges 'durchschnittlich' ist aber trotzdem nicht möglich.
Immerhin macht der Qualitäts-Minimalismus vor dem Ton halt, denn dieser liefert eine wirklich gute Performance. Positivste Eigenschaft dieser Abmischung ist die Räumlichkeit, die von dem gelungenen Soundtrack und/oder von gut platzierten Umgebungsgeräuschen getragen wird. Neben diesen feineren Geräuschen gibt es auch immer wieder deftigere Surroundeffekte, wie z.B. Gewehrschüsse, wenngleich diese aber nur äußert sparsam eingesetzt wurden. Auch die Dynamik kann teilweise überzeugen und beschert dem Zuseher den einen oder anderen Schreckmoment. Etwas enttäuschend präsentiert sich allerdings der Subwoofer, der selbst bei Explosionen kaum einen Ton von sich gibt. Sanftes, bedrohliches Dröhnen hätte so manchen Schockeffekt deutlich bereichert.
Der vorhandene Audiokommentar mit Danny Boyle und Alex Garland, hält optionale deutsche Untertitel bereit. Gleiches gilt für das alternative Ende und die nicht verwendeten Szenen. Neben dem realisierten alternativen Ende gibt es noch ein weiteres, allerdings nur als Storyboard. Das Making of wurde auch recht interessant gestaltet, beschäftigt sich aber eigentlich gar nicht so sehr mit dem Film selbst, sondern eher mit der Seuchenthematik im Allgemeinen. Insgesamt recht ansprechende Extras.
'28 Tage später' ist ein Endzeitfilm ganz im Stile von Romeros Zombieklassikern, der in erster Linie von seiner tollen Atmosphäre zehrt. Und so sind es dann auch die Szenen im verlassenen London, die den Zuseher mit einer bedrückenden Intensität berühren. Leider kann diese beängstigende Stimmung der ersten Filmhälfte nicht gehalten werden und so nimmt auch Faszination des Filmes kontinuierlich ab. Auch der Konflikt, der die Protagonisten am Ende des Films beschäftigt, mag irgendwie nicht so recht zum Rest des Filmes passen; ebenso wenig, wie das etwas zu versöhnliche Finale.
Mit dem schlechten Bild der DVD muss man wohl oder übel leben, da wird keine bessere Version nachkommen. Der Ton hingegen ist wirklich gut geworden und auch das Bonusmaterial ist in Ordnung. Zombiefans können daher mit Sicherheit einen Blick riskieren.
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