
Mit einem nicht ganz makellosen Bildtransfer wurde diese Special Edition ausgestattet. Alles in allem macht das Bild einen recht ausgewaschenen, farblosen Eindruck. Braun- und Grautöne dominieren das Farbspektrum, was vielleicht sogar recht passend zur unfreundlichen britischen Wetterlage sein mag. In dunklen Szenen wirkt sich dies allerdings, gepaart mit einer nicht perfekten Kontrastleistung, fatal auf die Detailwiedergabe aus. Das Bild ähnelt dann ein wenig einer grauen Masse. Auch das Rauschverhaltern verschlechtert sich bei Dunkelheit rapide, bei Tagesszenen muss man zwar ebenfalls mit gelegentlichem Hintergrundrauschen auskommen, dies hält sich jedoch im Rahmen. Wie schon erwähnt mangelt es aber an Detailschärfe, allerdings auch bei guter Ausleuchtung. So wirklich scharf wird das Bild eigentlich nur sehr selten, meist ist es um einiges zu weich. Für eine Produktion von 1991 trotzdem ein recht ansprechendes Ergebnis, obwohl man aus diesem Zeitraum schon weit bessere Transfers erlebt hat.
Beim Ton gibt es schon etwas mehr Grund zur Freude, wenngleich man sich auch hier angesichts des Alters keine großen Überraschungen erwarten darf. Dennoch ist das Ergebnis als gut zu bezeichnen, da es sich um eine relativ 'offene' Abmischung handelt, die es versteht Räumlichkeit zu vermitteln. Dies erfolgt in erster Linie durch den Score, der gut hörbar von den Rearspeakern wieder gegeben wird, direktionale Surroundeffekte gibt es allerdings so gut wie keine. Dennoch werden die Rearspeaker einige male angesteuert z.B. durch Hundegebell, und auch die Front kann mit ein paar ganz netten Effekten aufwarten. Etwas mehr Mühe hätte man sich allerdings bei den Schlachtszenen geben können, hier vermisst man ein wenig die Schlacht- und Pfeilgeräusche wie man sie z.B. von 'Gladiator' kennt. Generell aber ein guter 5.1 Mix, sowohl in deutsch als auch in englisch.
Zu erwähnen ist noch, dass es sich hierbei um eine komplett neue Synchronisation handelt. Kevin Costner und einige andere haben ihre alten Synchronstimmen erhalten, viele bekamen jedoch neue. Besonders heftig macht sich das bei Alan Rickman bemerkbar. Auch kommt es teilweise zu einer anderen Betonung, wodurch die Neusynchronisation trotz selber Stimme anders klingt. Über Sinn und Unsinn dieser Vorgangsweise muss jeder selbst entscheiden.
Ebenso wie Bild und Ton präsentiert sich auch das Bonusmaterial: Es ist zwar nicht miserabel, aber als Referenz kann es nicht angeführt werden. Für die beiden Audiokommentare gibt es leider keine deutschen Untertitel, sowas müsste heutzutage eigentlich nicht mehr sein. Daneben ist vor allem das Special über die Figur des Robin Hood und die Interviews der Darsteller von Interesse. Letztere fielen leider etwas zu kurz aus, fundiertes Hintergrundwissen kann so nicht vermittelt werden.
Robin Hood diesmal nicht in Strumpfhosen, sondern in martialischer Abenteurerbekleidung, noch dazu mit dem Gesicht von Frauenschwarm Kevin 'The Flop' Costner. Jaja, lang ist es her seit Herr Costner einen ansehnlichen Film hervorgebracht hat und 'Robin Hood' zählt zweifelsohne dazu. Wenngleich man schon tiefgründigere Kost konsumiert hat, bietet dieser Streifen alles, was zu einer netten Unterhaltung dazu gehört.
Diese Neuauflage ist eine Langfassung mit komplett neuer Synchronisation. Sowohl die neue Fassung als auch die neue Synchronisation werden Freund und Feind finden, in einer besseren Qualität wird man diesen Film allerdings so bald nicht mehr bekommen.
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