
HDMV veröffentlicht "Evil Ed" im Original-Bildformat 1,66:1 und mit anamorpher Codierung auf DVD - der Film erscheint hier zum ersten Mal im anamorph codierten Bild in Deutschland. Hervorragende Qualität ist von diesem 15 Jahre alten schwedischen Independentfilm allerdings trotzdem nicht zu erwarten. Das Bild macht die meiste Zeit über einen recht weichen und wenig detaillierten Eindruck. Trotzdem macht das Bild keinen extrem unscharfen Eindruck, wenngleich der Transfer für größere Betrachtungsflächen dennoch nur bedingt geeignet ist. Die Farben wirken weitestgehend natürlich, sind allerdings nicht besonders kräftig oder dynamisch ausgefallen. Der Kontrast ist steil, sodass helle Bildbereiche oft deutlich überstrahlen und dunkle Szenen nur mehr wenige Details zu bieten haben. Auch der Schwarzwert ist alles andere als satt und dynamisch. Das Bild rauscht deutlich und zeigt vereinzelte analoge Defekte. Die Kompression ist recht gut gelungen. Insgesamt kann man mit dem hier vorliegenden Transfer von "Evil Ed" aber zufrieden sein, da er nicht nur die erste anamorphe DVD Präsentation des Films in Deutschland darstellt sondern die bislang erhältlichen Fassungen qualitativ auch recht deutlich übertrifft.
Die deutsche Synchronfassung kann auf dieser DVD in Dolby Digital 2.0 und 5.1 angewählt werden. Beide Fassungen sind nicht komplett deutsch, die Ausschnitte aus Edwards Filmen sind in englischer Sprache mit deutschen Untertiteln. Die Dialogwiedergabe macht einen minimal dumpfen Eindruck, die Verständlichkeit ist allerdings sehr gut. Das Klangbild macht alters- und budgetbedingt einen recht eingeschränkten Eindruck. Die Musik und die Soundeffekte sind nicht besonders dynamisch, kräftig und voluminös, zeigen aber dennoch sehr gute Balance und übertönen die Dialoge zu keiner Zeit. Die 5.1 Mischung lässt die Dialoge aus der gesamten Front und dezent auch aus den Rears erklingen. Besonders Räumlichkeit lässt der Mix allerdings auch nicht aufkommen, sodass er im Vergleich mit anderen ähnlichen 5.1 Abmischungen zwar nicht zwangsläufig schlecht abschneidet aber dennoch nicht wirklich überzeugen kann. Die englische Sprachfassung macht klangtechnisch einen geringfügig besseren Eindruck als die deutsche. Die Stimmen klingen teilweise etwas natürlicher, sind teilweise allerdings minimal blechern. Das Klangbild hat insgesamt einen Tick mehr Dynamik und Volumen. Hintergrundrauschen und andere Störgeräusche machen sich bei keiner der beiden Sprachfassungen bemerkbar.
Als Bonusmaterial bietet die DVD einige Trailer, außerdem ist hier noch mit "Night of the Hell Hamsters" ein durchaus unterhaltsamer Bonusfilm enthalten. Der britische Humor zeichnet sich dadurch aus, einerseits trocken und schwarz aber andererseits vor allem unberechenbar zu sein. Der Regisseur von "Night of the Hell Hamsters" schafft es, daraus Kapital zu schlagen und serviert mit diesem 15 Minuten langen Kurzfilm eine unterhaltsame Trash-Horror-Komödie. Der Film beginnt mit kurzen Szenen, die die Charaktere einführen sollen. Die Charakterzeichnung bleibt allerdings ziemlich oberflächlich und klischeehaft, für besonders aufwändige Charakterzeichnung ist bei diesem Film einfach nicht die Zeit - abgesehen davon, dass der Film durch innovativere Charaktere nicht besonders viel gewonnen hätte.
Das Highlight des Films sind ohne Zweifel die Hamster - billige Stoffpuppen mit leuchtenden Augen, die an gerne mal sichtbaren Seiten hängen. Mit etlichen Filmanspielungen und gezielter Implemententation von Horror-Klischees werden die Morde und Verfolgungsszenen der Hamster unterhaltsam, witzig und zu einem gewissen Grad innovativ. Das offene Ende ist zwar klischeehaft, aber dennoch nicht schmerzlich vorhersehbar. Insgesamt ist "Night of the Hell Hamsters" ein unterhaltsamer Kurzfilm mit einigen gelungenen Ideen, der seine Zeit auf jeden Fall wert ist.
"Evil Ed" ist ein ambitionierter schwedischer Horrorfilm, der gezielt die Zensurpraktiken in einigen europäischen Ländern - damit sicherlich besonders England und Deutschland - auf die Schaufel nimmt. Kombiniert mit dem Wissen, dass der Film ursprünglich nur in einer geschnittenen Fassung in Deutschland veröffentlicht wurde verstärkt dies die zynische und sarkastische Ironie des Films nur noch weiter.
Getragen wird der Film ohne Zweifel vom Hauptdarsteller. Er stellt den Wandel des Charakters hervorragend dar und verändert sich von einem braven Filmcutter bis hin zum Psychokiller. Sein Blick - oder ganz besonders seine Frisur - zeigen dabei immer an, in welchem Stadium des Wahnsinns er sich gerade befindet. Die Idee des Films ist großartig, durch die gut aufbereitete Geschichte mit einigen skurrilen und gewollt übertriebenen Nebencharakteren wird diese perfekt vermittelt. Auch die Filmausschnitte, die Ed und der Zuschauer im Laufe des Films zu Gesicht bekommen sind derart übertrieben, dass sich einige Splatterfreunde sicherlich wünschen, diese Filme würden tatsächlich existieren. Übertrieben ist das wichtigste Stichwort, um "Evil Ed" zu beschreiben. Wer mit dem übertriebenen Humor, den übertriebenen Charakteren und der übertriebenen Darstellung von so gut wie allem nicht zurecht kommt, wird mit diesem Film nicht glücklich. Wer sich allerdings auf eine der inspiriertesten und unterhaltsamsten Zensur-Parodien aller Zeiten einstellt, wird von "Evil Ed" in einem Ausmaß unterhalten, das andere Filme nur selten erreichen können. Gelegentlich geht der Film mit einigen Szenen wie dem Monster im Kühlschrank oder der Vampirin im Krankenhaus an die Grenzen des tatsächlich "Leistbaren", selbst für einen Film wie diesen. Allerdings überträgt sich der Wahnsinn des Hauptcharakters dadurch sehr gut auf den Zuschauer, wodurch dieser sich noch besser in den Kopf des wahnsinnigen Ed hineindenken kann.
Obwohl der Film klar als Satire auf die Zensurpraxis in Europa zur Entstehungszeit des Films zu sehen ist kann dessen Botschaft in mehrere Richtungen interpretiert werden. Immerhin füttert die Handlung des Normalos, der durch übermäßigen Horrorgenuss zum Psychokiller mutiert genau die Argumentation der Feinde, die hier eigentlich auf die Schaufel genommen werden sollen. Auf der Metaebene könnte man das mit "Censorship Kills" noch mal ab absurdum führen oder etwas plumper Eds Charakterwandlung einfach damit interpretieren, dass Zensur an sich Wahnsinn ist. Egal, welche dieser - oder anderer - Ideen man für sich übernimmt. "Evil Ed" ist im Gegensatz zu vielen anderen Genreproduktionen so gut konstruiert, dass man den Abspann nicht nur laufen lässt um das witzige Lied "Dry Bone" noch einmal hören zu können sondern auch, um über die eigentliche Aussage des Films nachzudenken. Das ist eine Stärke, die "Evil Ed" nahezu einzigartig macht.
Der Film war in Deutschland bis dato nur in einer nicht anamorphen Version erhältlich. Die neue DVD Veröffentlichung von HDMV bietet einerseits anamorphe Codierung, kann außerdem für den Film durchaus zufrieden stellende Qualität bieten. Dennoch sollte man sich auf ein recht weiches und kontrastarmes Filmerlebnis einstellen, was in erster Linie allerdings auf die Produktion des Films und das verwendete Filmmaterial zurückzuführen scheint. Der Ton ist ansprechend ausgefallen, Fans von 5.1 Abmischungen finden sogar eine eben solche auf dieser DVD. Unter den Extras des Films ist mit "Night of the Hell Hamsters" zudem ein unterhaltsamer Bonusfilm zu finden. Fans des Films und solche, die es noch werden wollen können bei der DVD von HDMV bedenkenlos zuschlagen.
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