
Gräßliche Dämonen haben von der 12jährigen Regan Besitz ergriffen. Zwei Jesuitenpater versuchen, das verunstaltete Mädchen durch Teufelsaustreibung zu retten.
William Friedkins perfekt inszinierter Psychothriller löste bei seiner Erstaufführung weltweit Skandale aus. Reihenweise verließen schockierte Zuschauer die Kinos. Presse und Publikum waren fasziniert und entsetzt über den mit 3 Oscars ausgezeichneten Film. Heute gehört der "Exorzist" zu den Kultfilmen seines Genres.
Kameramann Owen Roizman und Regisseur William Friedkin haben das Color timing für den Blu-ray Release des Horror-Meisterwerks „Der Exorzist“ überarbeitet und selbst Friedkin bezeichnet die hier vorliegende Fassung als den besten Transfer, der je von seinem Film angefertigt wurde. Die Blu-ray bietet sowohl die Kinofassung als auch den Director’s Cut des Films, die beide mit der gleichen Aufmerksamkeit remastert wurden und sich qualitativ kaum von einander unterscheiden. Beide Fassungen liegen auf einer separaten Disc vor und wurden in VC-1 encodiert.
Die Schärfe des Transfers ist hervorragend, der Transfer macht die meiste Zeit einen fein durchzeichneten, detailreichen Eindruck. Wie bei Filmen diesen Alters nicht unüblich ist die Schärfe auch bei „Der Exorzist“ nicht durchgehend auf dem selben hohen Niveau, etwas weichere Aufnahmen oder gar Szenen lassen sich ebenfalls erkennen. Die Farben wirken kräftig und zumeist natürlich, auch der Kontrast ist gut gelungen. Diese ist allerdings nicht durchgehend herausragend, in vereinzelten dunklen Szenen – vor allem im Finale des Films – hätte etwas bessere Durchzeichnung durchaus möglich sein können. Kritikpunkte müssen beidiesem Transfer mit der Lupe gesucht werden, sind allerdings ebenfalls zu finden. So könnte das leicht unregelmäßige Rauschmuster auf leichte (!) Rauschfilter zurückgeführt werden, vereinzelte Aufnahmen lassen zudem leichtes Edge Enhancement erkennen. Diese beiden Mankos fallen aber nur bei genauem Hinsehen auf und schmälern den hervorragenden Gesamteindruck kaum.
Zwar nennt dieses Review vereinzelte Mankos und Schwächen dieses Transfers, angesichts des Alters des Ausgangsmaterials und der sonst gebotenen Qualität fallen diese allerdings kaum ins Gewicht und schaffen es nicht, den grundsätzlich herausragenden Gesamteindruck zu trüben.
Die englische Originalfassung bekam zwei verlustfreie Tracks in DTS HD Master Audio spendiert – die Kinofassung mit 5.1 Kanälen, der Director’s Cut hat sogar eine 6.1 Abmischung zu bieten. Den einzelnen Soundeffekten merkt man das Alter des Films gelegentlich deutlich an. Diesen mangelt es an Druck, Volumen und Präzision. Die Anordnung und Abmischung der Soundelemente ist hingegen hervorragend. Auch in ruhigen Szenen bietet der Mix eine angenehm differenzierte und durchaus kräftige Soundkulisse, actionreichere Momente sorgen für eine aktive, räumliche und oftmals auch druckvolle Soundkulisse. Die Dialogwiedergabe ist unter Berücksichtigung des Alters natürlich – sprich: Leichte Nebeneffekte und Altererscheinungen lassen sich den Stimmen nachsagen – und zumeist perfekt verständlich. Gelegentlich verlieren sich einzelne Sätze oder Worte in allzu actionlastigen Szenen im Soundgewitter, dies ist allerdings kein störendes Manko.
Weniger Glück hat man bei der deutschen Synchronfassung des Films. Diese liegt für den Director’s Cut in Dolby Digital 5.1 vor, die Kinofassung kann in allen Synchros lediglich in Mono angewählt werden. Entsprechend eingeschränkt ist auch das Klangbild dieser Fassung, das kaum Volumen oder Dynamik zu bieten hat und eine allgemein sehr flache Erfahrung ist, die auf einem aktuellen Blu-ray Release keinesfalls überzeugen kann. Wesentlich besser ist der 5.1 Ton des Director’s Cuts, der zwar ebenfalls an leichten altersbedingten Einschränkungen zu leiden scheint und kein atemberaubendes Klangvolumen zu bieten hat. Actionszenen wurden allerdings auch hier sehr gut inszeniert und die Rears bekommen einige beeindruckende Auftritte.
Beginnen wir mit den Specials – allesamt alte Bekannte – die auf der Disc der Kinofassung enthalten sind. Die Einführung von William Friedkin ist sehr interessant, außerdem bietet der Release zwei Audiokommentare. Friedkins Kommentar macht mehr den Eindruck einer trockenen Lesung, trotzdem ist der Track sehr informativ. Viele Details der Produktion werden angesprochen und detailliert beschrieben. William Peter Blatty hingegen spricht überwiegend über die Themen und Motive des Films. Die Dokumentation „Die Angst vor Gott“ wurde in den spätem 90er Jahren für das amerikanische Fernsehen produziert und bietet ebenfalls einen sehr ausführlichen Blick hinter die Kulissen. Interviews mit Friedkin und Blatty, das Originalende, Skizzen und Storyboards sowie diverse Trailer runden das Extras-Paket dieser Disc ab.
Die Director’s Cut Disc bietet einen neuen Audiokommentar von William Friedkin, der nicht nur sehr informativ ist sondern wesentlich besser zu unterhalten weiß als sein alter Kommentar zur Kinofassung. Auch ist die Informationsmischung hier wesentlich besser – Fakten, Anekdoten, Analysen und natürlich ein besonderer Fokus auf die Änderungen für den Director’s Cut, all das wird hier gut gemischt präsentiert. Außerdem bietet diese Disc drei neue Featurettes in HD Auflösung. Das 30 Minuten lange Special über den Dreh, ca. 8 Minuten über die Locations und zu guter Letzt ein 10 minütiger Überblick über die verschiedenen Fassungen des Films sind durchaus interessant, könnten allerdings noch wesentlich ausführlicher und informativer sein. Trailermaterial rundet die VÖ ab. Insgesamt wären etwas mehr neue Specials wünschenswert gewesen, allen voran ein umfangreiches und alle Deails/Produktionsaspekte abdeckendes, übersichtlich aufgebautes Making Of.
William Peter Blatty verfasste nicht nur die literarische Vorlage sondern auch das Drehbuch zu “Der Exorzist”, das von William Friedkin hervorragend verfilmt wurde. Bis zum heutigen Datum kommt diesem Film in Sachen Schockeffekt kaum eine andere Produktion gleich. Szenen aus diesem Film wurden unzählige Male kopiert und parodiert, erreichten aber nie auch nur im Ansatz die Klasse des Originals. Die Schockeffekte, das clevere Drehbuch und die hervorragenden Schauspieler – alle kombiniert in Friedkins hervorragender Inszenierung – werden auch erfahrenen Horrorfans das Fürchten lehren. Die deutsche Blu-ray präsentiert den Film in zwei verschiedenen Schnittfassungen, der Original-Kinofassung und dem Director’s Cut aus dem Jahre 2000. Beide Fassungen haben ihre Fanbase und ihre Vor- und Nachteile, sodass dieses Paket wohl für alle die beste Wahl darstellt. Die Bildqualität des neuen Transfers ist hervorragend, auch der Ton weiß zu gefallen. Zwar klingen die Soundeffekte altersbedingt etwas flach, ihren Effekt verfehlen sie aber trotzdem nicht. Sehr schade ist aber, dass alle Synchronfassungen der Originalversion nur in Mono vorliegen. Das Bonusmaterial ist umfangreich und sehenswert, aber bis auf drei Specials leider nichts Neues.
Verpackt wurde der deutsche Release als Keep Case im Schuber. Während der Schuber (O-Ring) keine FSK Kennzeichnung aufweist zeigt das Keep Case selbst die große Alterskennzeichnung auf dem Fruntcover und bietet kein Wendecover. Ein ausführliches Booklet liegt diesem Release ebenfalls bei. Sammler werden wohl mit der amerikanischen Version mehr Freude haben. Diese enthält ebenfalls beide Schnittfassungen, bietet auch die deutsche Synchronfassung – aber wurde in einem ansprechenden Collector’s Book mit integriertem Buchteil veröffentlicht.
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