
Die Fortsetzung von "Batman Begins", "The Dark Knight", vereint Regisseur Christopher Nolan und Hauptdarsteller Christian Bale, der erneut die Rolle des Batman/Bruce Wayne in seinem Kampf gegen das Böse verkörpert. Unterstützt von Lieutenant Jim Gordon und Staatsanwalt Harvey Dent setzt Batman sein Vorhaben fort, das organisierte Verbrechen in Gotham endgültig zu zerschlagen. Das Dreiergespann erweist sich als effektiv. Doch bald sehen sie sich einem genialen, immer mächtiger werdenden Kriminellen gegenübergestellt, der als Joker bekannt ist: Er stürzt Gotham in ein anarchisches Chaos und zwingt Batman immer näher an die Grenze zwischen Gerechtigkeit und Rache. Heath Ledger ist als Batmans Erzfeind Joker zu sehen und Aaron Eckhart spielt Dent. Maggie Gyllenhaal übernimmt die Rolle der Rachel Dawes. Zurückgekehrt aus "Batman Begins" sind Gary Oldman als Jim Gordon, Michael Caine als Alfred und Morgan Freeman als Lucius Fox.
Groß war die Verwirrung als Warner ankündigte, den Film „Batman – The Dark Knight“ mit wechselndem Bildformat auf Blu-ray Disc zu veröffentlichen. Im Kino (und auch auf DVD) bietet der Film durchgängig das Format 2,40:1, auf der Blu-ray hingegen sind einige Szenen in 1,78:1 gehalten. Dies mutet auf den ersten Blick sehr seltsam an und ist zumindest etwas, das man bis dato im Heimkino noch nicht (zumindest bei keiner Major-Produktion) erlebt hat. Beschäftigt man sich allerdings mit den Hintergründen dieser Tatsache wird man feststellen, dass das Bild der Blu-ray das Originalformat des Films darstellt. Einige Actionszenen wurden nämlich statt mit normalen 35mm Filmmaterial mich noch besseren 70mm IMAX-Kameras (im entsprechenden Format) produziert und für die Kinofassung mit schwarzen Balken am oberen und unteren Bildschirmrand mattiert. Diese fehlen auf der Blu-ray, sodass man in diesen Szenen mehr sieht als im Kino. Obwohl einige sich durch die Formatwechsel, auch wenn diese meist sehr dezent gehalten sind und gesamte Szenen betreffen (selten nur vereinzelte Einstellungen), gestört fühlen werden ist das Bild in diesem Format „richtig“ und kein Grund, im Review negatives darüber zu berichten.
Beim Ansehen des Films fällt zudem ein sehr deutlicher Unterschied zwischen den 35mm und den 70mm Sequenzen auf. Die 35mm Passagen bieten hervorragend scharfes und sehr detailliertes Bild, durch die überzeugende Farb- und Kontrastwiedergabe wird der düstere Look des Films zudem perfekt transportiert. Einziges Manko des Transfers hier ist, dass dieser leicht gefiltert wurde. Das körnungsbedingte Rauschen ist sehr gering und wirkt unterdrückt, zudem fallen um Objekte vereinzelte Auren und auch Doppelkonturen auf, die auf Schärfefilter schließen lassen. Dennoch bietet das Bild selbst für Blu-ray Verhältnisse von diesem kleinen „Ausrutscher“ mal abgesehen keinen Anlass zur Kritik.
Die 70mm Passagen sind diesen Szenen allerdings sehr deutlich überlegen. Die Detailschärfe ist hier noch besser, die Farben leuchten zumeist fröhlicher und das Bild macht schlichtweg einen besseren Eindruck – aufgrund des wesentlich besseren Ausgangsmaterials auch keine Überraschung.
Unterm Strich lässt sich die Bildqualität von „The Dark Knight“ vor allem in den 70mm Szenen mit einem Wort zusammenfassen: Referenz! Kein anderer Realfilm wurde bislang in einer diesem Film ähnlichen Qualität in High Definition veröffentlicht, hier stimmt wirklich alles. Einzig störend könnten die Format- und Qualitätswechsel unter dem Film empfunden werden, hier hat man sich aber bemüht, für den Übergang meist dezente Einstellungen zu wählen, die diesen fließend gestalten. Die Wertung hier ist dennoch etwas knapp, da die Auren und Doppelkonturen den an sich einwandfreien Gesamteindruck stark trüben.
Da „The Dark Knight“ über viele rasante Actionszenen verfügt, eine der wichtigsten und teuersten Produktionen der letzten Jahre darstellt und natürlich auch nicht zuletzt aufgrund der sehr guten Bildqualität wagt man es als Blu-ray Käufer natürlich, auch entsprechende Anforderungen an den Ton zu stellen – und wird enttäuscht, bitter!
Den englischen Originalton kann man wahlweise in DD5.1 mit einer Audiobitrate von 640 KBpS anwählen oder in einer Dolby TrueHD Fassung mit variabler Bitrate. Während die DD5.1-Fassung eher schwach klingt und es vor allem an Druck und Klangvolumen mangelt holt die TrueHD-Fassung genau in diesen Bereichen auf. Dieser Ton ist zwar keine Referenz, bietet aber sehr gute Qualität. Der tolle Score wird voluminös und kraftvoll wiedergegeben, auch die Soundeffekte klingen allesamt sehr dynamisch, zudem wurde in den Actionszenen auch reger Gebrauch von den hinteren Boxen gemacht. In einigen dieser Szenen wäre allerdings surroundtechnisch dennoch etwas mehr möglich gewesen. Dennoch kann der (dieser!) Ton insgesamt überzeugen. In den Actionszenen gehen die Dialoge aber manchmal etwas unter. Die deutsche Tonspur schafft es aber (leider) noch, dies deutlich zu unterbieten. Ausgestattet mit einer lachhaften Audiobitrate von 448 KBpS handelt es sich bei der deutschen Fassung um nichts anderes als um DVD-Ton. Dolby Digital 5.1 mit dieser Audiobitrate ist an sich Standard auf dem SD-Format und wird hier auch auf Blu-ray verwendet. Sehr schade! Zudem ist die deutsche Version qualitativ deutlich schlechter als der Originalton. Das Geschehen klingt etwas dumpf, der Bass neigt zu leichten Hyperaktivitäten – alles aufgrund des durch die niedrige Bitrate sehr niedrigen Klangvolumens, dass den Sound in einigen Szenen mehr als Surroundmatsch wiedergibt. Zudem sind die Dialoge zum Teil zu leise abgemischt, gehen bei Szenen mit Hintergrundmusik teilweise unter und klingen zudem ebenfalls nicht so, wie man es sich von einer Produktion dieses Kalibers erwarten würde. Einige Sätzen im Verlauf des Films sind dadurch nur mehr kaum oder in wenigen Ausnahmefällen gar nicht mehr zu verstehen.
Insgesamt bleibt für all jene, die auf die deutsche Fassung Wert legen nur eine sehr schwache Tonspur im DVD-Format, lediglich der englische TrueHD-Ton rettet die Wertung noch auf 3,5 Sterne.
Das Bonusmaterial auf der ersten Disc bietet eine Laufzeit von knapp einer Stunde und ist von herausragender Qualität. Diese so genannten „Fokus-Punkte“ können entweder in einem erweiterten Filmmodus angesehen, komplett hintereinander abgespielt oder auch einzeln angewählt werden. Die Features sind zwar auf den ersten Blick sehr kurz, bieten auf dieser kompakten Laufzeit aber im Prinzip alle essentiellen Informationen über die Entstehung des Films. Als besonders interessant kann der nur 4 Minuten lange aber dennoch uneingeschränkt empfehlenswerte Beitrag über das IMAX-Produktionsverfahren genannt werden. Leider gibt es zum Film keinen Audiokommentar, diese Specials können allerdings als recht guter, wenn auch nicht vollwertiger, Ersatz gewertet werden. Auf der zweiten Disc (ebenfalls eine Blu-ray) sind zwei Making Of Dokumentationen mit einer Laufzeit von je ca. 45 Minuten enthalten. Dass diese genau wie die deutsche Tonspur des Hauptfilms in DD5.1 mit 448 KBpS gehalten sind, kann fast schon als Ironie empfunden werden. Obwohl diese Features ein wenig PR-lastiger aufgezogen sind als die Fokus-Punkte sind auch diese sehr gut und auf jeden Fall sehenswert. Die sechs für den Film gedrehten „Gotham Tonight“ Newssendungen wurden der Blu-ray ebenfalls beigelegt, ansonsten sind hier noch mehrere Slideshows und Trailer wie TV Spots beigelegt. Das gesamte Bonusmaterial (inklusive den TV Spots!) ist in HD-Auflösung gehalten, überzeugt im Bereich der Bildqualität aber nicht immer.
Dass „The Dark Knight“ ein internationaler Hit wird war bereits aufgrund des nahezu omnipräsenten, kreativen und auffälligen Marketings zu erwarten. Zudem war bereits früh klar, dass Heath Ledger seinen Part zur Perfektion bringen wird. In welchem Ausmaß er in die Psyche des gestörten Joker schlüpfen konnte offenbarte dann der Film und bewies, dass Ledger ein herausragender und vielfach unterschätzter Schauspieler war. Neben den Leistungen des gesamten Casts sind es vor allem die hervorragende Cinematographie, der tolle Score und die einfallsreiche Regie, die dem bisher komplexesten Batman-Film über die hohe Laufzeit von 153 Minuten Leben einhauchen. Die Blu-ray Veröffentlichung ist eine der am sehnlichsten erwarteten auf diesem Format, wird den Erwartungen allerdings nur zum Teil gerecht. Das Bild ist ohne Zweifel Referenz und insbesondere die 70mm Szenen können problemlos zum Vorführen der Heimkinoanlage verwendet werden, auch das Bonusmaterial ist sehr gut. Enttäuschend ist hingegen der Ton, dass die deutsche Fassung lediglich Dolby Digital 5.1 mit 448 KBpS Audiobitrate (DVD-Ton!) spendiert bekommen hat ist eine Schande, die man sich auf einer High Definition Veröffentlichung vor allem bei so einem Blockbuster keinesfalls leisten hätte sollen.
Als einer der erfolgreichsten Kinofilme aller Zeiten und eine der bislang (sprich: bis „Avatar“ die Karten neu gemischt hat) erfolgreichsten Blu-ray Discs ist es keine Überraschung, dass „The Dark Knight“ ein Teil der Premium Blu-ray Collection von Warner Home Video ist. Hier stecken die bereits bekannten Discs in einem schicken Mediabook. Wer den Film noch nicht besitzt sollte also spätestens jetzt zuschlagen. Wer allerdings die alte Version schon in der Sammlung hat muss sich gut überlegen, ob allein die neue Verpackung einen Neukauf rechtfertigt. Die Problematik der FSK Kennzeichnung wurde hier sehr gut gelöst – das Mediabook wird von einem transparenten Plastikschuber umgeben, der neben den technischen Details auch das FSK Logo enthält.
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