
Eigentlich sollte man meinen, dass Ridley Scott's 'Black Hawk Down' schon ein Höhepunkt in Sachen Bildverfremdung war. Aber Achtung, Spielberg hat Scott mit 'Minority Report' um einiges übertroffen und dem Film einen eigenwilligen, kalten Look verpasst. Das stark körnige Bild wird dominiert von einem sehr steilen Kontrast, und von kalten, blaustichigen Farben (siehe Abbildung 1 und 2). In manchen Szenen glaubt man eher einen nachcolorierten ursprünglich in schwarz-weiß gedrehten Film zu sehen, derart blass fiel die Farbgebung aus. Einmal von den Spielberg'schen Stilmitteln abgesehen gibt es am Transfer selbst nichts auszusetzen. Trotz des oft heftigen Rauschens ist die Schärfe insgesamt gut und auch analoge Defekte konnten nicht feststellt werden. Gesamt betrachtet ein gewöhnungsbedürftiges, nicht alltägliches Bild - ohne gröbere Fehler.
Neben den beiden Dolby Digital Spuren steht dem Filmfreund auch noch eine deutsche DTS-Spur zur Verfügung. Diese zeichnet sich in erster Linie durch mehr Volumen und etwas mehr Druck aus. Ein pausenloses Effektfeuerwerk wird einem aber auch bei DTS nicht geboten. Die Rearspeaker werden zwar gut angesteuert und vermitteln auch sehr gut Räumlichkeit, in erster Linie geschieht dies aber durch den Score von John Williams und durch viele dezent feine Effekte. Dem Subwoofer wird vor allem beim Einsatz der Schallwellenpistolen einiges abverlangt. Selten wird einem eine so kraftvolle Bassattacke geboten. Insgesamt ein qualittativ sehr hochwertiger Ton.
Mussten wir uns bei Bild und Ton noch etwas mit der vollen Punktezahl zurückhalten... so gilt dies leider auch für die Bewertung des Bonusmaterials. Warum die etlichen kurzen Filmchen nicht zu einem langen Making of zusammengefügt wurden, weiß wohl keiner? So muss man nach meist drei Minuten wieder den mühsamen Wegüber das Menü wählen, um das nächste Featurette zu sehen. Obwohl man auch einiges an Hintergrundinformation bekommt, wird auch viel Zeit damit verbracht um seinen Stolz auf das eigene Werk zum Ausdruck zu bringen.
Mr. Spielberg und seine düsteren Zukunftsvisionen. Nach der doch eher kitschigen Abhandlung dieses Themas in 'A.I. - Artificial Intelligence', bietet 'Minority Report' eine nicht minder philosophische Story, die aber weit Actionreicher umgesetzt wurde. 'MR' geht der Frage nach ob man jemanden für ein Verbrechen verurteilen darf, das er noch gar nicht begangen hat. Leider wird auf diese wirklich interessante Fragestellung stellenweise nicht tiefgehend genug eingegangen. Insgesamt ist 'MR' aber einer der besseren Filme des Kinojahres 2002.
Viel zu bemängeln gibt es auch bei der DVD-Umsetzung nicht. Der Stilmitteleinsatz beim Bild ist zwar gewöhnungsbedürftig - vor allem das Rauschen wäre nicht notwendig gewesen - aber rein technisch betrachtet kann man wenig an Bild und Ton aussetzen. Auch das Bonusmaterial kann großteils überzeugen. Wer als Lust auf einen anspruchsvollen Science Fiction Film hat, der sollte sich diese Scheibe sichern.
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