
Die Bildqualität erlangt leider in keinster Weise das Niveau, welches man von einer DVD erwarten würde. Eine ganz und gar durchschnittliche Leistung wird auf dieser DVD geboten, und mehr hat man sich auch aufgrund des Ausgangsmateriales nicht erhoffen dürfen. Die Schärfe ist gerade noch ausreichend, hätte aber schon ein wenig überzeugender ausfallen können. Die Farbgebung sowie der Kontrast agieren zum Glück auf einem etwas höheren Qualitätsstandard. Leider weist das Bild aber ein hohes Maß an Bildrauschen auf, welches streckenweise ziemlich heftig ausfällt. Alles in allem kann man aber mit dem Bild leben, zumal es sich um eine Dokumention handelt welche nicht auf so gutes Ausgangsmaterial zurückgreifen kann als so mancher Film.
Der Ton ist leider um nichts besser als das Bild. Vor allem die heftigen Wortgefechte verlangen dem Zuseher einen hohen Grad an Aufmerksamkeit ab. Alles in allem bleiben die Dialoge - oder Schreiereien - doch recht verständlich. Auch hier gilt wieder ähnliches wie für die Bildqualität: mehr darf man sich von so einer Dokumentation nicht ewarten. Schließlich hat niemand ein Mikrofon vor Kinskis Mund gehalten, als dieser im Dschungel Südamerikas zu toben begann.
Auf den ersten Blick wirken die Extras sehr mager. Aber andererseits, was will man bei einer Dokumentation noch an Extras präsentieren? Ein Making-of vom Making-of? Hintergrundinformation über die Hintergundinformation? Eben!
Genie und Wahnsinn. Mit diesem Satz lässt sich das Wesen von Klaus Kinski wohl am besten beschreiben. Gemeinsam mit dem international anerkannten Regisseur Werner Herzog geht Kinski eine künstlerische Beziehung ein, welche auf Hass-Liebe beruht. Trotz aller Differenzen waren sie das Dreamteam des deutschen Filmes, das durch ihren konvergierenden Wahnsinn Meisterwerke wie 'Fitzcarraldo' oder 'Nosferatu' erschuf. Dass es bei den Dreharbeiten oft zu extremen Spannungen kam, welche sich dann in Tobsuchtsanfällen entluden und sogar zu Mordplänen führten, welche die beiden Egomanen gleichzeitig gegeneinander schmiedeten, zeigt diese excellente Dokumentation von Werner Herzog himself. Dem Zuseher wird vor Augen geführt wie besessen Kinski an seine Arbeit heranging, wie er sich die Seele aus dem Leib schrie - und wie er sich trotz allem wie ein kleiner Junge über einen Schmetterling freuen konnte. Diese DVD zeigt dass Kinski mehr war, als der Verrückte aus den Edgar Wallace Filmen.
Die Qualität dieser DVD bietet sicherlich viele Angriffspunkte, nur sollte man hier das eine oder andere Auge zudrücken. Zum einen war, wie schon geschrieben, das Ausgangsmaterial nicht das beste. Zum anderen erwartet man sich auch von einer Dokumentation kein Effektfeuerwerk. Was hier zählt ist die Qualität des Inhaltes und dafür kann man die volle Punktezahl vergeben.
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