
TEXAS. Hier sind die Strassen lang und einsam. Das ideale Jagdrevier für den Serienkiller Stuntman Mike (Kurt Russell). Mit seinem Muscle Car macht sich Mike auf die Jagd nach hübschen, jungen Mädels. In einer Bar lernt er die heiße texanische DJane Jungle Julia und ihre attraktiven Freundinnen kennen. Sie trinken, flirten und albern herum, nicht ahnend, dass der Tod schon lauert. Ein paar Monate später: Zoë (Zoë Bell), Kim (Tracie Thoms) und Abernathy (Rosario Dawson) arbeiten beim Film und verbringen ein paar drehfreie Tage zusammen. Bei einem Highspeed-Spielchen trifft das Power-Trio auf Stuntman Mike, der nach neuen Opfern Ausschau hält. Doch diese Girls durchschauen schnell, mit welchem Typen sie es zu tun haben. Sie drehen den Spieß um und gehen zum Angriff über. EIN ROAD-DUELL AUF LEBEN UND TOD BEGINNT...
Dem Bild von Quentin Tarantinos „Death Proof“ aus der objektiven Perspektive eines Blu-ray Reviews gerecht zu werden ist nahezu unmöglich. Es liegt auf der Hand, dass das hier vorliegende Bild mit unzähligen Filtern und künstlichen Defekten „verunstaltet“ wurde um den gewollten Look der Grindhouse Filme aus den 70ern zu erlangen. Normalerweise werten Stilmittel bei Reviews auch nicht berücksichtigt, aber in dem extremen Maß, in dem sie hier vorliegen, muss dies einfach geschehen. Wer am Look des Films nichts auszusetzen hat, der wird auch mit dem Bild der Blu-ray zufrieden sein – denn die präsentiert genau diesen. Tarantino arbeitet bei „Death Proof“ beispielsweise mit starker Unschärfe. Die Kanten wirken konstant weich und Details sind fast nicht zu erkennen. Die mangelnde Schärfe macht bereits nahezu alle Vorzüge einer Veröffentlichung in High Definition zunichte. Hinzu kommt eine extreme Menge an (künstlich hinzugefügten) analogen Defekten inklusive einer großen Menge an (fiktiven) Filmrissen. Es wurde zudem sehr körniges Material eingesetzt, das Grieseln wurde zudem noch digital verstärkt.
Quentin Tarantinos „Death Proof“ ist ein perfektes Beispiel dafür, dass man nicht jeden Film in High Definition braucht. Dem Label Senator Films kann man aber trotzdem auf keinen Fall Vorwürfe machen. Das deutsche Kinomaster wurde sehr gut abgetastet und die Blu-ray präsentiert den Film so, wie Tarantino ihn wollte: Schmutzig, dreckig und unscharf. Der große Vorteil der Blu-ray gegenüber der DVD ist, dass das Bild keinerlei Kompressionsfehler zeigt und dadurch dem Erlebnis im Kino deutlich näher kommt. Die eingesetzten Stilmittel sind hier dadurch auch wesentlich klarer zu erkennen als auf der DVD und fallen dadurch wesentlich stärker ins Gewicht.
Die hier vergebene Wertung ist somit bitte angesichts des Films und der extremen „Verunstaltungen“ zu relativieren.
Der Ton hingegen ist sehr gut gelungen. Angekündigt wurde diese Blu-ray von Senator schon vor sehr langer Zeit und dann immer wieder nach hinten verschoben, sodass sie erst Ende 2008 in den Regalen stand. Dies erklärt nicht nur, wieso der Film parallel zur Blu-ray auch noch auf HD DVD erschienen ist sondern kann auch als Begründung dafür gelten, wieso hier LPCM Ton zu finden ist – ein Format, das bei deutschen Releases schon seit einiger Zeit kaum mehr eingesetzt wird.
Die Tonqualität ist sehr gut und präsentiert sehr gut verständliche Dialoge und auch eine gute Ausbalancierung der Soundeffekte. Auch beim Ton kommen etliche Stilmittel zum Einsatz, im Hintergrund sind diverse Knackser zu hören und der Ton rauscht. Da dies allerdings deutlich weniger stark auffällt als beim Bild und dadurch auch kaum „stört“ wurde der Ton durch die „Verunstaltungen“ nicht abgewertet. Der Film wurde insgesamt sehr zurückhaltend abgemischt und ist daher auch sehr frontlastig, wirklich effektiven Einsatz aller Boxen kann man nur in wenigen Szenen ausmachen. Die Präzision des Klanges ist aber zweifelsohne vorhanden und bei der Autoverfolgungsjagd am Ende des Films kann der Film seine Dynamik auch richtig ausspielen.
Das Bonusmaterial der Blu-ray entspricht dem der 2 Disc DVD Version und liegt auch nur in SD Auflösung vor. Diese unter „Bonusbeiträge“ einsortierten Featurettes bieten einen recht informativen und durchaus interessanten Blick hinter die Kulissen, der allerdings oftmals auch etwas PR-lastig erscheint. Der Fokus des Bonusmaterials liegt aber zweifelsohne an der Filmmusik. Neben drei separat auswählbaren Tracks bietet ein eigenes Menü die Möglichkeit, direkt an eine Musikpassage des Films zu springen. Der Film selbst wird natürlich in High Definition abgespielt, die Unterteilung ist mit den Kapiteln des Hauptfilms identisch. Es handelt sich somit nur um ein zweites Kapitelauswahlmenü, das verrät welcher Track in diesem Kapitel gespielt wird.
Gemeinsam mit seinem Freund Robert Rodriguez entwickelte Quentin Tarantino ein sehr interessantes Filmkonzept, das an den amerikanischen Kinokassen leider gescheitert ist – „Grindhouse“. Das Revival der gleichnamigen Horror- und Sleaze-Filme aus den 70ern sollte aus zwei Filmen („Death Proof“ von Quentin Tarantino und „Planet Terror“ von Robert Rodriguez“) sowie einigen Fake-Trailern zu anderen Filmen bestehen. Leider ging das insgesamt 3stündige Konzept nicht auf, ins Ausland wurde zudem nicht diese Komplettfassung exportiert sondern nur erweiterte Versionen der beiden Hauptfilme. „Death Proof“ zeichnet sich wie sein Konterpart durch exzessiven Einsatz von Stilmitteln aus und wird dadurch viele Zuseher sicherlich verschrecken. Der Look des Films und somit letztlich auch das Bild der Blu-ray sind auch wirklich nicht mit anderen aktuellen Produktionen zu vergleichen – logisch, das sollen sie ja auch gar nicht. Senator Film hat dennoch eine insgesamt recht anständige Blu-ray zusammengestellt, die neben nahezu unmöglich bewertbarem Bild und Ton das komplette Bonusmaterial der DVD-Version zu bieten hat.
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