
Jigsaw ist tot, doch seine Mission ist noch lange nicht beendet. Das sadistische Mastermind hat bereits vor seinem Ableben einen perfiden Plan entwickelt und eine Reihe tödlicher Fallensysteme für seine Nachwelt konstruiert. Als bei der Autopsie ein Tonband in den Gedärmen des Serienkillers entdeckt wird, geht das grausame Spiel in eine neue Runde ...
Darren Lynn Bousman lässt den Zuschauer im vierten Teil noch tiefer in die Psyche des wahnsinnigen Serienmörders eintauchen – ein dunkler Abgrund jenseits der menschlichen Vorstellungskraft!
Wie die Vorgänger besticht auch „SAW IV“ durch seine Unmengen an Stilmittel. Diese bestehen zu großen Teilen aus sehr harten Kontrasten und auch farblichen Veränderungen, die einer Vielzahl von Szenen einen eigenen Look verpassen. Sei es die im Polizeipräsidium oder bei Jigsaws Obduktion dominierenden kühlen Farben, das bei Igors Falle überwiegend rote Bild oder der oftmals eher grünliche Farbton. Von Natürlichkeit kann hier nur selten gesprochen werden, wobei dies logischerweise nicht als Fehler sondern als Stilmittel zu werten ist. Das Bild erscheint zudem masterbedingt oftmals sehr grob und zeigt vor allem in hellen Flächen recht deutliches Bildrauschen von variierender Intensität. Während der Film einige fast rausfreie Szenen zu bieten hat gibt es auch stark verrauschte Einstellungen. Das einzige Manko des Transfers ist im Bereich der ebenfalls variierenden Schärfe zu suchen. Während das Bild die meiste Zeit über sehr scharf und auch detailreich wirkt, gibt es auch Einstellungen, die für HD-Verhältnisse etwas weich wirken. „SAW IV“ bietet auf Blu-ray somit ein gutes, aber leider nicht referenzverdächtiges Bild, das die farb- und kontrasttechnischen Stilmittel des Regisseurs aber dennoch detailgetreuer und präziser wiederzugeben weiß als der DVD-Transfer.
Kinowelt präsentiert sowohl die deutsche als auch die englische Sprachfassung in DTS HD Master Audio, wahlweise mit 6.1 oder 7.1 Kanälen. Jede der vier Tonspuren wurde mit einer konstanten Audiobitrate von 3 MBpS ausgestattet. Zwischen den vier Fassungen fallen dennoch recht deutliche klangtechnische Unterschiede auf. Der beste und kräftigste Ton ist eindeutig der englische 6.1-Track. Dieser bietet präzise Klangwiedergabe und greift auch sehr oft auf die hinteren Boxen zurück, die mit direktionalen Soundeffekten in den Mix integriert werden. Die Dialoge werden zudem natürlich wiedergegeben und sind zu jeder Zeit klar zu verstehen. Im direkten Vergleich dazu ist die deutsche 6.1-Fassung ein Wenig kraftärmer, was vor allem bei den brachialen Soundeffekten auffällt. Dennoch kann man auch bei der deutschen Fassung noch von kräftigem und räumlichem Sound sprechen. An der Dialogwiedergabe gibt es auch in der deutschen Version keinen Kritikpunkt zu finden. Die 7.1-Fassungen sind (bei Verwendung einer 7.1-Fassung) etwas weiträumiger, bei einer 5.1 oder 6.1 Anlage wirken diese Fassungen allerdings etwas leiser als die 6.1-Tonspuren. Auch schade ist, dass der Ton trotz der zusätzlichen Box keine höhere Bitrate spendiert bekam.
Das Bonusmaterial der österreichischen Blu-ray Disc ist umfangreicher ausgefallen als das der amerikanischen. Neben dem deutschen Kurzfilm „Kingz“ trifft dies auch auf die Interviews zu. Diese sind zwar allesamt recht kurz ausgefallen, bieten aber dennoch einen recht interessanten Einblick in die Produktion dieses Films. Besonders interessant sind allerdings die zwei Audiokommentare ausgefallen, da man hier aus mehreren Blickwinkeln detaillierte Informationen bekommt, die auch nicht so oberflächlich sind wie die aus den Interviews. Die Featurettes, die zum größten Teil in HD Auflösung präsentiert werden lassen ebenfalls einen informativen Blick auf die Produktion zu. Abgerundet werden die Extras von einer Menge Trailern, wobei die meisten davon in HD Auflösung präsentiert werden. Der BD-Live Bereich lädt zum Wiederholten Abrufen von Zusatzinformationen ein, wobei das besonders reizvolle Community-Feature noch nicht verfügbar ist.
“SAW IV“ ist der erste Teil des Franchise, der in Deutschland nur in einer gekürzten Fassung im Kino gezeigt wird und der demnach auch ausschließlich geschnitten für den Heimkinomarkt veröffentlicht wird. Dies trifft nicht nur auf die DVD mit FSK Freigabe zu, auch die Spio/JK-Auflagen (inklusive der LCE und der Blu-ray) sind gekürzt. Abhilfe schaffen die österreichischen Releases, die den Film sogar in der komplett ungekürzten amerikanischen Unrated-Fassung präsentieren. Die R-Rated Kinofassung ist im deutschen Sprachraum somit noch nicht erschienen, wobei Kinowelt noch überlegt, diese Fassung unter Umständen auch noch in Österreich zu veröffentlichen. Schnittberichte zwischen der R-Rated und der Unrated Fassung bzw. zwischen der deutschen KJ DVD und der R-Rated sind auf unserer Seite zu finden und sind hier im Review unter „Sonstige Links“ untergebracht worden.
Die Bild- und Tonqualität dieser Veröffentlichung ist zwar nicht auf Referenzniveau aber auf jeden Fall zufriedenstellend, sodass man eine Kaufempfehlung auf alle Fälle aussprechen kann. Auch das Bonusmaterial kann überzeugen und ist sogar umfangreicher als das der amerikanischen HD-Veröffentlichung.
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